Fahr mal hin- Münstertal im Elsass  (Foto: SR)

Touristische Informationen

Das Münstertal ist seit langem bekannt - Grund dafür ist vor allem der berühmte Münsterkäse, ein schmackhafter Weichkäse, der hier seit Jahrhunderten auf dieselbe überlieferte Weise hergestellt wird. Doch das Tal hat noch viele andere Vorzüge: Nirgendwo in den Hochvogesen kommt die Natur so urtümlich und vielschichtig daher, unzählige Wanderwege aller Art, kleine Seen, diverse Sportmöglichkeiten, die Ferme-Auberges und ihr traditionsreiches Leben halten mehr als genug für die unterschiedlichsten Ansprüche bereit.

Das Tal gilt als das ursprünglichste unter den Vogesentälern. Entdecken lässt es sich zu Fuß, mit dem Auto, mit dem Rad oder auch mit der Bahn, die bis weit ins Tal hinein verkehrt.

Office de Tourisme Munster
1, rue du Couvent
F-68140 Munster
Tel. 0033/389/77 31 80
Fax 0033/389/77 07 17
www.vallee-munster.eu

So kommt man hin:

Auf der Autobahn bzw. Schnellstraße A4/E25 über Straßburg bis Colmar, nach Westen auf die D417 Richtung Münster

Sehens- und Erlebenswertes

Münster ist ein lebendiges, uraltes und typisches Elsässer Städtchen, dessen Name auf ein im 7. Jahrhundert von irischen Mönchen hier errichtetes Kloster zurückgeht. Von diesen Mönchen stammt auch das Rezept für den international bekannten „Menschterkas“ (Münsterkäse). Im Hochmittelalter war Münster freie Reichsstadt, leider wurde die Stadt im Ersten Weltkrieg stark beschädigt, so dass vom mittelalterlichen Stadtbild nicht mehr allzu viel zu sehen ist. Im Stadtzentrum gibt es viele Lokale, die zwischen kleiner Mahlzeit und Gourmettempel keine Wünsche offen lassen. Dazu kommen in Münsters Zentrum exzellente Delikatess- und Chocolatier-Geschäfte. Knapp über der Ortsgrenze zu Gunsbach befindet sich die Maison du Fromage (www.maisondufromage-munster.com), in der nicht nur alles Wissenswerte zum Münsterkäse plastisch und praktisch samt kleinem Kuhstall erläutert wird. In Gunsbach steht übrigens auch Albert Schweitzers ehemaliges Wohnhaus, das heute ein charmantes kleines Museum zum Leben des großen Nobelpreisträgers und Menschenfreunds beherbergt. Übernachtungsmöglichkeiten aller Art sind im Tal selbstverständlich - vom Hotel über Ferienwohnung, Berghütte und manche Ferme-Auberge bis zum Campingplatz (www.vallee-munster.eu/de/hebergements.htm).

Wer das Münstertal, sein Lebensgefühl und seine Traditionen hautnah erleben möchte, kann das sehr gut bei den jährlich stattfindenden Almauf- und -abtrieben tun. Die Transhumances, wie sie auf Französisch heißen, bringen das Vieh aus dem Tal hinauf auf die Hochweiden bei den Fermes-Auberges. Sie finden meist gegen Ende Mai bzw. Mitte Oktober statt und dauern ein bis zwei Tage. Man kann mitwandern und mitfeiern - und Gastfreundschaft wie Lebensart der Münstertaler gleichsam aufsaugen. Infos gibt es im Netz und beim Tourismusamt; Reservieren, falls man übernachten möchte, ist zu diesen Zeiten sinnvoll (http://vallee-munster-transhumances.fr/).

Kurz hinter Münster teilt sich das Tal in zwei Arme: Durch den einen führt die große Staatsstraße 417 hinauf zum Col de la Schlucht, dem Dreh- und Angelpunkt des Verkehrs durch die Hochvogesen. Auf dem Weg hinauf zum Pass führt rechter Hand ein Sträßchen hinauf zum Lac Vert unterhalb des Gipfels des Tanet. Hier gibt es nicht nur einen hübschen See und eine Ferme-Auberge, sondern auch David Rigaults „Robin du Tanet“: Einen Parcours für Bogenschützen, in freier Natur. Rigault ist zertifizierter Wanderführer mit einer Leidenschaft fürs Bogenschießen. Dieser Parcours, auf dem Anfänger das Bogenschießen mitten in der Natur lernen können, ist in den Vogesen einzigartig - und vermittelt ein großartiges Erlebnis (www.oxygenenature.com/activites/le-tir-a-larc/robin-tanet/).

Für einen kleinen Nervenkitzel sorgt im anderen Talarm, dem von Metzeral, der Parc Form‘ Aventure am Schnepfenriedkopf: Im 2014 eröffneten Hochseilgarten kann der Besucher je nach Wunsch einfachere oder schwierigere Routen wählen, Individualisten genauso wie Familien kommen beide auf ihre Kosten. (www.rando-alsace.com/loisirs-alsace/parc-accrobranches-formaventures.html). Nur beim heftigen Wind, der regelmäßig die Gipfel der Vogesen umweht, kann der Parc über den Sommer einmal geschlossen sein - was dann aber auch Sinn macht.

Im Örtchen Metzeral selbst wohnt eine gebürtige Berlinerin, die einen sehr schönen Garten seit Jahrzehnten hegt und pflegt - und ihn Besuchern zugänglich macht. Gertrud Böhringer arbeitet daneben noch als Yoga-Lehrerin, humorvoll und gut gelaunt. Eine Ruheständlerin, wie man sie nicht alle Tage kennenlernt. Wer also Interesse an Gärten oder Yoga hat, der findet im Münstertal auch seinen Platz. Der Garten ist donnerstags von 15 bis 18h geöffnet, rue de la Brandmatt 22, F-68380 Metzeral. Für Gruppen Anmeldung unter gertrud.boehringer@orange.fr.

Ein kleines Juwel, weil völlig von Kriegszerstörungen verschont geblieben, ist Soultzbach-les-Bains. Der ehemalige Kurort liegt etwa 5 km östlich vor Münster am Anfang eines weiteren kleinen Seitentals. Hier gab sich vor allem im 18. Jahrhundert die Haute Volée Europas ein Stelldichein, selbst Casanova war da. Das mittelalterliche Stadtbild ist perfekt erhalten, eine zauberhafte kleine Kulisse zum Spazierengehen und Träumen. Von den alten Badeanlagen ein paar Meter außerhalb des Ortszentrums ist zwar nur noch verblichener Charme erhalten, sie sind heute in Privatbesitz, nachdem Perrier-Nestlé 1993 die Mineralwasserherstellung eingestellt hatte. Was nicht heißt, dass gar keine Quelle mehr fließt: Am Weg zu den ehemaligen Badeanlagen linker Hand kann sich jeder in einem unscheinbaren Häuschen am Wasserhahn bedienen. Wer mehr über Soultzbach wissen will, kann sich ans Rathaus in Soultzbach wenden - es gibt im Sommer bisweilen auch Führungen (Mairie de Soultzbach-les-Bains, 1 Grand' Rue, F-68230 Soultzbach-les-Bains, Tel. 0033/389/71 11 16, mairie@soultzbach.com)

Landschaftliche Höhepunkte des Münstertals sind unter anderem das Frankenthal unterhalb des Hohneck-Gipfels und natürlich das Hohneck selbst (1362m) mit seinem atemberaubenden Panorama. Zum Gipfel gelangt man sogar mit dem Auto. Kletterfreaks können  vom Frankenthal wie vom Hohneck aus in wenigen Minuten die Martinswand erreichen. Dort gibt es Führungen bis in die höchsten Schwierigkeitsgrade. Die zahlreichen kleinen (Stau)Seen lohnen auf jeden Fall einen Besuch, als Juwelen unter ihnen hervorzuheben sind vielleicht der Lac du Schiessrothried und der Lac du Forlet.

Am Col de la Schlucht beginnt der bekannte Sentier des Roches, der allerdings Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert. Wer vom Pass der Route des Crêtes Richtung Süden folgt, findet großartige Ausblicke am laufenden Band. Die Kammstraße erstreckt sich in den Hochvogesen vom Col du Bonhomme im Norden bis nach Cernay im Süden (D148, D61, D431). Ihr touristisches Zentrum ist der Markstein (www.lemarkstein.net). Wer in den Hochvogesen ein bisschen Trubel sucht, ist hier richtig. Es ist nicht übertrieben, diese Straße als eine der schönsten Passstraßen Europas zu bezeichnen, auch wenn ihre Erbauer alles andere im Sinn hatten als die landschaftliche Schönheit: Sie wurde im Ersten Weltkrieg eingerichtet, um den französischen Nachschub im Kampf gegen die deutschen Truppen zu sichern. Auf manchen Kammlagen der Hochvogesen verlief zu jener Zeit die deutsch-französische Grenze, zum Teil auch dort, wo heute der Fernwanderweg E2/GR5 von Irland nach Nizza führt. Ganz allgemein sind die Hochvogesen von einem exzellent präparierten Wanderwegenetz durchzogen, dass der Club Vosgien (www.club-vosgien.eu) unterhält. Das Münstertal und seine Seitenarme zu erwandern heißt auf alle Fälle, Ursprünglichkeit und Natur zu leben. Zeit mitzubringen ist dabei empfehlenswert, genauso wie die Wanderkarten des Institut Geographique National (IGN, www.ign.fr). Ansonsten gibt es auch mehrere ausgezeichnete Wander- und Bergführer in der Gegend, die ihre Dienste anbieten, eine Liste findet sich auf www.vallee-munster.eu/randonnee.htm.

Ebenfalls von großer Schönheit ist die D27/D10, die von der Route des Crêtes über den Col du Plaetzerwasel wieder hinunter ins Münstertal und nach Münster führt. Grundsätzlich gilt es auf den Straßen der Hochvogesen die Augen offen zu halten - nicht nur wegen des im Sommer besonders auf der Route des Crêtes oft starken Verkehrs, sondern wegen der vielen Ausblicke und diverser Schilder zu einladenden Ferme-Auberges, deren Besuch man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte, egal ob mit oder ohne Übernachtung. Eine Liste der Ferme-Auberges der Münstertal-Region findet sich unter www.vallee-munster.eu/gastronomie-et-restauration/auberges-et-fermes-auberges.htm

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