Geschichtlicher Hintergrund

Seit der „Wende“ entwickelt sich Danzig immer mehr zu einer toleranten, weltoffenen, Europa zugewandten Stadt. Ihr Bürgermeister, Pawel Adamowicz, liegt im Dauerclinch mit der nationalistisch-konservativen Regierung; er betreibt als einziger in Polen eine offizielle Integrationspolitik und setzt sich auch für die Rechte von Schwulen und Lesben ein. Beim Christopher Street Day (ja, der wird in Danzig gefeiert!) geht Adamowicz vorneweg.

Danzig ist also nicht nur eine Stadt mit einer spannenden Vergangenheit, die vielleicht eher Ältere interessieren wird; es bietet auch jüngeren Besuchern Entdeckungen in einer lockeren, toleranten Atmosphäre und weltstädtisches Flair.

Das „alte Danzig“, die sog. Rechtstadt, war nach dem Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört. Die prächtigen Patrizierhäuser in der Langgasse oder der Frauengasse sind in den späten 1940er und frühen 50er Jahren mit großem Aufwand nach historischen Vorbildern wieder aufgebaut worden. Zumindest die Fassaden. Dahinter verbergen sich in der Regel kleinere Wohneinheiten. Dass „etwas nicht stimmt“, übersieht man leicht; bis man feststellt, dass es beispielsweise für drei scheinbar getrennte Häuser nur eine Haustür gibt. Trotzdem ist der Eindruck beim Bummel durch diese Prachtstraßen überwältigend. Ebenso beeindruckend ist eine Tour mit dem Boot oder Kajak auf der Mottlau. Nicht nur die berühmte Uferpromenade mit dem Krantor, einem Wahrzeichen der Stadt, sieht man dabei aus einer ungewohnten Perspektive, auch andere Stadtteile wie Speicherinsel, Niederstadt und die Naturlandschaft jenseits der alten Steinschleuse vermitteln neue Eindrücke und komplettieren das Bild von Danzig.

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