Unterwegs in der Po-Ebene (Foto: Giovanna Dell'Isola)

Parma, da will ich hin!

 

Moderatorin Simin Sadeghi unterwegs im Schlaraffenland: Parma ist eine hübsche, nicht allzu große Großstadt (190.000 Einwohner) in der Emilia Romagna. Viel gut erhaltenes Mittelalter, nette Gässchen zum Flanieren, schicke Geschäfte, viel Kunst, Kultur und vor allem: sehr viele kulinarische Köstlichkeiten!

Sendung: Samstag 23.11.2019 17.00 Uhr

Die Heimat von Parmaschinken und Parmesankäse gilt als heimliche Hauptstadt der italienischen Küche. Seit 2015 darf sich Parma mit der UNESCO-Auszeichnung „Creative City for Gastronomy“ schmücken. Die Stadt ist außerdem Sitz der Europäischen Food Safety Authority EFSA, die über die Qualität unserer Nahrungsmittel wachen soll, und beherbergt etwas außerhalb in einem feudalen Schloss die renommierte Kochschule ALMA, deren Rektor bis vor kurzem der „italienische Bocuse“, Gualtiero Marchesi, war. Simin Sadeghi lernt hier das Pasta-Kochen auf Sterne-Niveau.

Quiz
Was wissen Sie über Parma?
In dieser Woche zeigt Ihnen unsere "Da will ich hin"- Moderatorin Simin Sadeghi die schönsten Seiten von Parma. Sind Sie auch ein Kenner dieser faszinierenden Stadt? Testen Sie Ihr Wissen in unserem Quiz!

Stolz und marketingbewusst wurde die ganze Umgebung von Parma zum „Food Valley“ erklärt, dutzende Reiseveranstalter bieten Touren zu den fast sakralen Reife- und Lagerhallen für den Schinken und die Parmesanlaibe.

Auf den Spuren von Italiens berühmtestem Komponisten

Daneben ist Parma aber auch ganz große Oper: Wir besuchen das prachtvolle, ganz aus Holz gebaute Barocktheater im Palazzo Pilotta – eines der bedeutendsten Theater überhaupt – und wandeln auf den Spuren von Italiens berühmtestem Komponisten, Giuseppe Verdi. Der ist nur 20 km von Parma entfernt zur Welt gekommen, und Simin Sadeghi verneigt sich vor seiner Statue in Busseto, wo der Maestro residierte. Hier betreibt der Sohn eines berühmten Verdi-Tenors ein kleines Hotel, in dem – natürlich – hauptsächlich junge Opernsänger auf Pilgerreise absteigen. Wer hier ein ruhiges Zimmer verlangt, wird in eine andere Stadt geschickt.

Eine knappe Autostunde entfernt liegt eine Burg, die es in über 30 Sprachen zu sprichwörtlichem Ruhm gebracht hat. Einen „Gang nach Canossa“ tritt an, wer – wie man heute sagt – Mist gebaut hat und nun zerknirscht um Verzeihung bittet. Der erste Gang nach Canossa wurde von Heinrich IV. im Winter 1076/77 unternommen. Der deutsche König hatte sich bei einem Streit mit dem Papst zu weit aus dem Fenster gelehnt und wurde exkommuniziert. Daraufhin gab Heinrich nach und war bereit, sich dem Papst zu unterwerfen.

Impressionen aus Parma

Als Ort der Buße wurde die Burg der Herzogin Mathilde von Canossa bestimmt. Heinrich kam buchstäblich auf allen vieren über die Alpen gekrochen, der Papst reiste in einer Kutsche an. Drei Tage und Nächte musste Heinrich barfuß und im Hemd vor der Burg stehen und warten, dass man ihn einließ. Und das Ende Januar…

Heinrichs Schnupfen ging vorüber, und seither sind mehr als tausend Jahre vergangen. Die Burg aber steht noch (ein bisschen), und Simin Sadeghi macht sich ebenfalls auf zu einem Gang nach Canossa. Barfuß, versteht sich.

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