Touristische Informationen

Der Anger ist auch ein Straßenbahnknotenpunkt (Foto: SR/Ute Werner)

Allgemeine Informationen und Fahrradvermietung

Erfurt Tourismus und Marketing GmbH  
Benediktsplatz 1
99084 Erfurt
Tel.: +49 361 66 40 0 
Mail:  info@erfurt-tourismus.de
www.erfurt-tourismus.de
www.erfurt-marketing.de

Wir haben uns während der Dreharbeiten fast nur in der Altstadt bewegt. Tatsächlich kann man dort mehrere Tage unterwegs sein, bis man alles Interessante entdeckt hat. Die Altstadt ist zugleich Erfurts City, also auch das Einkaufszentrum.

Unser Tipp: Lassen Sie Ihr Auto stehen und fahren Sie mit Fahrrad und/oder Straßenbahn – wie viele Erfurter es auch tun!

Die Krämerbrücke

Wir starten und beenden unsere Kurzreise nach Erfurt an der Gera neben der Krämerbrücke. Auch ein guter Tipp für Sie! Denn Sie sind gleich mitten in der Stadt und unter den Erfurtern. Und außerdem ganz nah an der Sehenswürdigkeit, die Erfurt zu etwas ganz Besonderem macht: Die Krämerbrücke ist die längste, beidseitig vollständig bebaute Brücke Europas und über 500 Jahre alt. Auf der Brücke merkt man deshalb gar nicht, dass man über eine Brücke läuft. Es ist schön, durch die vielen Geschäfte zu bummeln. Nehmen Sie sich Zeit!

Die Aufgänge zur Brücke befinden sich auf dem Wenigemarkt und dem Benediktsplatz. Auch dies sind sehr schöne Orte zum Verweilen. Leider war während unserer Dreharbeiten der ganze Benediktsplatz eine Baustelle, so dass wir ihn in der Sendung nicht zeigen konnten. Dort befindet sich auch die Tourist Info (siehe oben). Übrigens in einem alten Waidhändler-Haus!

Vor allem der Gera-Arm an der Nordseite der Krämerbrücke ist für die Erfurter der Ort, wo sie an schönen Sommerabenden mit ihrer Familie und ihren Freunden abends hingehen, um sich nach der Arbeit zu entspannen. Unbedingt hingehen und sich dazusetzen!

Die Farbe Blau und der Waidhandel

Erfurt ist bereits im frühen Mittelalter durch Handel reich geworden. Vor allem aber wurde die Stadt in den darauf folgenden Jahrhunderten zu einem Zentrum des Waidhandels. Die Pflanze Färberwaid wurde damals im Thüringer Becken angebaut, die Blätter wurden von den Bauern zu Waidballen gefügt und in die Stadt gefahren. Die Händler haben sie abgekauft und gleich vor Ort durch die Waidknechte verarbeitet. Wichtigster Arbeitsschritt war die Fermentation der Waidballen mit abgestandenem Urin. Deshalb muss es in Erfurt damals bestialisch gestunken haben. Geld aber stinkt nicht!!! Viele der Waidspeicher sind heute noch zu sehen – zu erkennen an Häusern mit großen Torbögen. Im Mittelalter gab es in Erfurt eine richtige Waidfärbe-Industrie!

Folgende Orte sind u.a. durch den Waidhandel geprägt:

Im Laden „Erfurter Blau“ auf der Krämerbrücke können Sie mit Waid gefärbte Souvenirs und Stoffe erstehen. Inhaberin: Rosanna Minelli. Sie ist auch eine Kennerin des Themas Waid in Erfurt!
https://Erfurterblau.de

Anger (Damals wichtigster Handelsplatz für Waidballen. Während der Dreharbeiten leider komplett Baustelle und daher nicht in der Sendung)

Michaelisstraße: Haus zum Güldenen Krönbacken. Wohnhaus des Waidhändlers, Brauerei (heute ein schöner Biergarten!) und Waidspeicher, heute befindet sich darin eine Kunstgalerie. In der Straße gibt es auch viele Traditionsrestaurants mit mittelalterlichem Ambiente.

Waagegasse: Sehr sehenswert, eng, mittelalterliches Ambiente mit Kopfsteinpflaster und alten Speicherhäusern. Das mittelalterliche Stapelrecht besagte, dass die durchziehenden Händler in Erfurt Halt machen und für ein paar Tage in diesen Speicherhäusern ihre Waren zum Verkauf anbieten mussten.

Allerheiligenstraße:  Schöne Straße, ebenfalls mit vielen Speicherhäusern.

Fischmarkt: Einer der schönsten Plätze in Erfurts Altstadt, gemütlich mit vielen Restaurants und Sitzgelegenheiten. Neugotisches Rathaus. U.a. zwei prächtige Renaissance-Häuser von reichen Waidhändlern.

Dürerhaus in der Schlösserstraße (Nähe Fischmarkt): Blaudruck-Manufaktur. Kris Wezyk und seine Mitarbeiter*innen bieten im Laden u.a. selbstgefertigte blaue Stoffe an, in eigener Werkstatt gefärbt mit Waid oder synthetisch hergestelltem Indigo. Und vor allem selbst bedruckt mit mehr als 400 Mustern aus eigener Model-Sammlung.   www.blaudruck-erfurt.de

Alte Synagoge in der Waagegasse: Im Mittelalter gab es in Erfurt auch eine große jüdische Gemeinde. Davon zeugt die Alte Synagoge. Mit rund 1000 Jahren ist sie die älteste Synagoge in Mitteleuropa, die  bis zum Dach noch vollständig erhalten ist. Wiederentdeckt wurde sie bei der Restaurierung der Altstadt, heute ist sie Museum.

Im Keller ist der sogenannte Erfurter Schatz zu sehen – ihn haben jüdische Bürger vergraben, bevor im 14. Jahrhundert ein Pogrom die gesamte Gemeinde auslöschte. Die Synagoge wurde danach umfunktioniert und war als solche nicht mehr zu erkennen.  Als sie wiederentdeckt und restauriert wurde, stießen Bauarbeiter auf den Schatz. Er enthält wertvollen Schmuck, aber auch Münzen und Silberbarren, sie gehörten vermutlich zum Geschäftsvermögen eines jüdischen Händlers. 

Gold und Silber waren eine sichere Wertanlage. Bekam eine Braut einen Ring geschenkt, so zählte als Versicherung für schlechte Zeiten nur sein Gewicht, nicht die kunstvolle Arbeit des Goldschmieds. Ein besonders seltenes und wertvolles Ausstellungsstück ist ein solcher Hochzeitsring, er erinnert an ein gotisches Bauwerk.

https://juedisches-leben.erfurt.de/jl/de/mittelalter/alte_synagoge/index.html

Der Domplatz

Auf dem Domplatz findet der wochentägliche Markt statt. Hier finden Sie auch Stände, in denen die bekannte Thüringer Rostbratwurst gegrillt wird. Unbedingt probieren, ein wunderbarer Snack für zwischendurch!

Wer lieber einkehren will, findet in der mittelalterlichen Häuserzeile viele Möglichkeiten.

Der Domplatz ist riesig, weil während der Napoleonischen Kriege ein Häuserviertel zerstört wurde und abgerissen werden musste.

Der Domberg und die Glocke Gloriosa

Über dem Domplatz, auf dem Domberg, thronen seit rund 700 Jahren gleich zwei Kirchen, und sie stehen ungewöhnlich eng nebeneinander. Links die Hohe Domkirche Sankt Marien zu Erfurt, rechts die Sankt Severikirche – das Ensemble aus dem Mittelalter und ihre Architektur sind einzigartig. Im Dom hat der Bischof von Erfurt seinen Sitz, vor mehr als 500 Jahren wurde der Mönch Martin Luther hier zum Priester geweiht. In beiden Kirchen gibt es viel zu entdecken, aber der schwerste und größte Schatz hängt im Dom, und zwar ganz oben. Auch Martin Luther hat ihn schon gehört - die Glocke Gloriosa im Mittelturm des Doms. Sie ist die größte freischwingende mittelalterliche Glocke der Welt. Unbedingt eine Führung mit Glockenwart Uwe Kramer mitmachen!  www.dom-erfurt.de

Blumen- und Gartenstadt Erfurt

BUGA2021. Danakil-Klimahaus im egapark.

Auf dem Petersberg am Domplatz und im egapark finden zur Zeit großflächige Bauarbeiten statt, um die Bundesgartenschau vorzubereiten. Sie findet vom 23.4. – 10.10.2021 statt und wird ein großer Event. Erfurt hat als Blumen- und Gartenstadt bereits eine lange Tradition, und der riesige egapark dürfte vielen Gartenfreunden ein Begriff sein, auch durch Fernsehsendungen des benachbarten MDR.

Im egapark wird am 23.04. auch das Danakil-Haus eröffnet. Danakil ist eine Wüste in Äthiopien, mit ihren Schwefellöchern eine der lebensfeindlichsten Regionen der Welt. Um Hitze und Trockenheit geht es auch im neuen Klimahaus. Dürre ist aber nur das eine Extrem, an das sich Pflanzen und Tiere anpassen müssen. Wasser im Überfluss das andere. Im neuen Danakil-Klimahaus finden die Besucher beide Extreme unter einem Dach. Passiert man einen Übergangsraum, befindet sich der Besucher plötzlich mitten in einem Regenwald. Ein spannender Ort für Kinder und Erwachsene! 
www.buga2021.de

Die Blumenschiffchen

Wer mit offenen Augen durch die Stadt läuft, findet viele Orte, die liebevoll mit Blumen gestaltet sind. Einer der schönsten befindet sich neben der Schlösserbrücke/Schlösserstraße: die Blumenschiffchen. Werfen Sie mal einen Blick darauf! Sie werden von Egon Ehlert, einem früheren Mitarbeiter des egaparks, liebevoll gepflegt. Vielleicht sehen Sie ihn gerade während der Arbeit. Er bezeichnet sich selbst als geborenen Gärtner.

Erfurt für Kinder

Erfurt ist der Sitz des Kinderkanals KiKa. An vielen Orten in- und außerhalb der Altstadt finden Kinder ihre Filmhelden wieder und können auf ihnen herumklettern, z.B. auf dem Anger Maus und Elefant. Hinter der Krämerbrücke das Sandmännchen, Schnatterinchen und das Kikaninchen. Auf der Rathausbrücke Pippiplatsch. In der Gera unterhalb der Schlösserbrücke Käpt’n Blaubär und Hein Blöd. Neben dem Rathaus Bernd das Brot. U.a.

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