Vladimir Burlakov und Daniel Sträßer im Wald beim Dreh (Foto: SR/Manuela Meyer)

"Tatort"-Dreh: Zwischen Quasi-Quarantäne und Abstand

Kathrin Paul   19.07.2020 | 12:59 Uhr

Die Dreharbeiten für den zweiten Fall des neuen SR-„Tatort“-Teams nähern sich langsam dem Ende. Für das ganze Team herrschten diesmal neue Bedingungen – wegen Corona muss auch am Set auf genügend Abstand und Maskenpflicht geachtet werden. Regisseur, Redakteur und Schauspieler geben einen Einblick in die Dreharbeiten.

Dank bestem Wetter und Dreharbeiten, die hauptsächlich draußen stattfinden, „ließ sich das gut mit den Corona-Bestimmungen vereinbaren“, freut sich Regisseur Christian Theede. Zwar mussten Komparsenrollen gestrichen werden, dies hat sich aber im Film nicht wirklich bemerkbar gemacht, erläutert er weiter: „Der Film spielt größtenteils im einsamen Wald - da gibt es keine Komparsen. Szenen, die in einer Schule spielen, haben wir in die Unterrichtszeit gelegt, so dass die Gänge zu diesem Zeitpunkt alle leer sind, was auch gut aussieht.“

Regisseur Christian Theede mit Maske (Foto: SR/Manuela Mayer)
Regisseur Christian Theede mit Maske

Ziel sei, so Redakteur Christian Bauer, dass Corona am Ende im Film nicht zu sehen sei. „Trotzdem sind viele Bilder jetzt so eingerichtet, dass wir auf Abstand arbeiten. Aber vieles im Film ist ja über Brennweiten und Perspektiven zu beeinflussen.“

Vor der Kamera wenig Einschränkungen

Trotz aller Einschränkungen laufen die Dreharbeiten gut, bestätigen Bauer und auch die beiden Hauptdarsteller Vladimir Burlakov und Daniel Sträßer. „Ich dachte, dass diese Corona-Auflagen uns schon wesentlich mehr einschränken werden in unserem Schaffen,“ erklärt Burlakov, der den Hauptkommissar Leo Hölzer spielt. Es gebe zwar schon gewisse Veränderungen hinter der Kamera, aber davor sei der Unterschied zu vor Corona eigentlich marginal.

Um auch die nötigen Abstände vor der Kamera mit den anderen Schauspielern einzuhalten, habe man Szenen umgeschrieben oder sogar ganz aus dem Drehbuch gekickt. Bei Szenen, die besonders relevant seien, also bei denen auch der Abstand nicht eingehalten werden konnte, habe es eine sogenannte Quasi-Quarantäne gegeben - die Schauspieler mussten zuhause bleiben, sie durften nicht fürs Essen ins Restaurant oder ähnliches.

Christian Bauer, Herstellungsleiter Sascha Ommert, Produzent Jan Kruse, Produktionsleiter Andreas Berndt und Thomas Neudorfer (Szenenbild) beim Dreh (Foto: SR/Manuela Meyer)
Christian Bauer mit Maske beim "Tatort"-Dreh (ganz links)

Auch Sträßer, seine Rolle ist Hauptkommissar Adam Schürk, sieht sein Schauspiel nicht eingeschränkt. Wichtig dabei sei vor allem, dass das Team größtenteils dasselbe wie im letzten Jahr sei, vieles sei eingespielt und das Arbeiten funktioniere rasch und freudig. „Die Szenen sind natürlich intensiv und oft recht düster. Das verlangt auch eine große Ernsthaftigkeit und Konzentration. Auch das gelingt in einem Team, dass sich gut versteht und aufeinander abgestimmt ist leichter.“

„Ich bin wahnsinnig fasziniert von dem saarländischen Wald"

Drehstart für neuen SR-"Tatort" „Der Herr des Waldes“
Ende Juni ist die erste Klappe für den neuen „Tatort“ des Saarländischen Rundfunks gefallen. Ursprünglich sollte er bereits im April und im Mai gedreht werden. Doch coronabedingt musste der Drehstart um rund zehn Wochen verschoben werden.

Gedreht wurde unter anderem in Güdingen und Scheidt, dazu am Felsenpfad in Kirkel und am Annahof am Niederwürzbacher Weiher und auch in der Nähe der Wackenmühle, Nähe Rilchingen-Hannweiler, erzählt Bauer. Also viel an der freien Luft - die Saarländerinnen und Saarländer kommen also wieder voll auf ihre Kosten, wenn es darum geht, bekannte Orte in ihrem Bundesland zu entdecken. Auch Vladimir Burlakov zeigt sich begeistert von der saarländischen Natur: „Ich bin wahnsinnig fasziniert von dem saarländischen Wald. Ich finde das wunderschön und wir werden schöne Aufnahmen haben, die dann auch im Kontrast stehen werden zu Tatorten, die in Städten spielen.“

Großen Druck an den Erfolg des ersten Falles anzuknüpfen, verspüren weder Regisseur noch Schauspieler. „Es nimmt eher den Druck“, so Theede. So sieht das auch Burlakov: „Wir wollen natürlich an den Erfolg anschließen, aber man denkt jetzt nicht: „Okay, lass uns noch viel geiler werden. Wir haben ein wahnsinnig starkes Buch, wieder von Hendrik Hölzemann geschrieben. Regie führt auch wieder Christian Theede.“ Der Schauspieler ist zuversichtlich, dass auch dieser zweite „Tatort“ ein sehr starker Film wird.

„Er wird auf jeden Fall düsterer als der erste. Da bin ich mal gespannt, was die Zuschauer sagen“, freut sich Burlakov. Noch bis zum 22. Juli wird gedreht - der zweite Fall wird im kommenden Jahr am Ostermontag im Ersten ausgestrahlt.

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja