Die Volontäre 2006

Die wackeren Fünf

 

Ab dem 1. Mai 2006 waren sie auf dem Halberg im Einsatz: die fünf derzeitigen Volontärinnen und Volontäre des Saarländischen Rundfunks. Während der 18 Monate dauernden Ausbildung haben die Nachwuchs-Journalistinnen und -Journalisten alle Programmbereiche des Saarländischen Rundfunks kennengelernt und natürlich in den Redaktionen mitgearbeitet, denn es gilt das Prinzip "Learning by doing".


Die Volontäre im Überblick


Timo Fuchs

Was bisher geschah

Der junge Protagonist gedeiht zunächst im ländlichen Norddeutschland, unweit von Delmenhorst, der frühen Wirkungsstätte einer gewissen Sarah Lewe, später Connor, später Terenzi. Timo widersteht mit Mühe der Versuchung, selber hip zu werden und einfach den reichen Popstar zu heiraten - und seinen Lebenslauf dadurch kurz und knackig zu halten.

Es kommt aber anders. Timos schulische Karriere verendet schlicht mit dem Diplom in „angewandten Kulturwissenschaften“. Niemand, nicht einmal der frisch gebackene Akademiker, weiß allerdings, was das eigentlich ist.

Radio Bremen lässt sich von der schicken Bezeichnung trotzdem beeindrucken und gibt Timo eine handvoll Batterien und ein Aufnahmegerät. Was da rein kommt, lässt er bei Bremen Vier und dem Nordwestradio wieder raus. Nach sechs Monaten Reporterschaft wird gewechselt: Bundesland, Job, Freunde, Frisur, einfach alles. Timo geht mit der Zeit und deshalb zur „Europawelle“ und verliebt sich sofort: in den schicken SR Hörfunkneubau, das künstlerische Gaskraftwerk an der Saar und den Klang der Autobahn am Staden.

Besonders tüchtig verliebt er sich in die Mitglieder der Volo-Auswahl-Komission, denen er geschlossen einen Heiratsantrag macht. Und weil mehr als die Hälfte davon „Ja!“ sagen, wird vielleicht doch noch was aus Timos knackigem Lebenslauf.


Christine Krauser

Und da waren’s nur noch fünf!

Eine alarmierende Entwicklung: Es gibt in den letzten Jahren immer weniger SR-Volontäre. Das wird dem Volo-Web-Besucher schnell klar, wenn er sich einmal durch die letzten hier dokumentierten Generationen klickt. Ob das eine Nebenwirkung des viel beklagten Bevölkerungsschwunds im Saarland ist, sei einmal dahin gestellt. Sicher bin ich mir jedenfalls in einem anderen Punkt: wir „Neuen“ werden uns auch zu fünft nach Kräften bemühen, auf dem vom Bauschutt geprägten Halberg ebenso viel Staub aufzuwirbeln wie unsere Vorgänger – durch schnelles Arbeiten, versteht sich...

Dafür üben durfte ich unter anderem im so genannten Hamster-Laufrad der Fernsehnachrichten-Redaktion Aktuell. Aus diesem hatten vor mir bereits fünf andere studentische Hilfssprinter den Sprung auf die Volo-Bühne geschafft. Ein hartes Training ist offenbar alles!

Und doch war das mehrtägige Auswahl-Verfahren, durch das wir alle gehen mussten, ein mehr als anstrengender Hürdenlauf. Im Grunde hat es meine Interviewpartnerin bei der Probereportage im Saarbrücker Tierheim unwissentlich auch für das „Volo-Assessment-Center“ auf den Punkt gebracht: „Es riescht hier no Angscht, wisse se?!“.

Am Ende haben wir aber auch die besiegt und kommen jetzt in den Genuss eines ARD-Volos mit saarländischem Charme. Ich freue mich darauf, meinen Heimatsender auch von neuen Seiten kennenzulernen, mich in die Berliner „Meute“ zu stürzen und vielleicht auch mein chronisches Fernweh mit einer Auslandsstage zu lindern.


Alexander Dambach

Neu-Saarländer

... trotzdem schon von Kindesbeinen an viel von der saarländischen Lebens- und Mundart mitbekommen. Die Nachbarn im Heimatort Aglasterhausen (nahe Heidelberg) stammen aus dem Saarland. Dass „Dibbelabbes“ kein Schimpfwort ist und dass Mädchennamen immer mit „S“ (S´Eva) anfangen, wusste ich schon vor meinem Umzug an die Saar. Auf die Möglichkeit, durch das Volontariat auch Land und Leute näher kennen zu lernen, freue ich mich. Das unkomplizierte „Saarvoir Vivre“ und die Nähe zu Frankreich gefallen mir.

Schon in der Schulzeit bei Projekttagen an einer Schülerzeitung mitgewirkt. Während des Politik-Studiums an der Universität Heidelberg diverse journalistische Praktika absolviert. Als Reporter für SWR 4 (Studio Mannheim) durch die Kurpfalz geflitzt. Egal ob Wildschweine im Heidelberger Bergfriedhof, Streit um historische Ausgrabungen in Sinsheim, Regionalliga-Fußball in Hoffenheim oder das Fastenbrechen in einer Mannheimer Moschee - die Themen direkt vor der Haustür waren stets bunt und immer spannend. Von der Kurpfalz-Radio-Redaktion sehr viel gelernt. Auch für die Rhein-Neckar-Zeitung Mosbach ab und an als Freier Mitarbeiter unterwegs.

Bisher vieles durch „Learning by doing“ angeeignet - nun endlich mal 18 Monate Zeit, um eine vielseitige journalistische Ausbildung zu durchlaufen. Trotz vieler Herausforderungen, die einen im Volontariat erwarten, bestimmt eine ungeheuer spannende Zeit, um viele neue Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln. Schon während der Hospitanz in der Saartext-Redaktion 2005 fühlte ich mich auf dem Halberg so richtig wohl.


Michaela Schuh

Gekommen um zu schreiben

"Gekommen um zu schreiben" war eigentlich mein Plan A. Meine Reportage über eine denkmalgeschützte Currybude in Saarbrücken hat dafür leider nicht ganz gereicht. Knapp das Auswahlverfahren fürs Volontariat 2004 beim SR nicht geschafft. Okay, dann soll es halt nicht sein. Also: Plan B.

Weg vom Journalismus und hinein in die freie Wirtschaft. Marketing, Pressearbeit, Qualitätsmanagement, Produktschulungen. Aber die IT-Branche war nicht wirklich das, was ich wollte. Nicht umsonst war es nur der Ausweichplan. B eben. Zu trockene Themen, keine fettigen Currybuden. Also, neuer Versuch! Ich bin doch ursprünglich "Gekommen um zu schreiben".

Und wieder kaufe ich mir eine neue Bluse fürs Auswahlverfahren und wieder erwische ich ein eigenwilliges Thema. Schreiben Sie eine Reportage über den "Friedhof Bruchwiese". Toll, es ist Mittag 12.00 Uhr, also niemand pflegt oder besucht Gräber und kann mir etwas erzählen, und dazu regnet es in Strömen. Die ersten nassen Strähnen kleben mir an der Schläfe, meine Absätze versinken schon in der feuchten Erde. Doch nach langem Suchen fand ich die Geschichte, über die es sich lohnt zu schreiben: An diesem Grab war alles anders, aber doch völlig normal… Und hat dieses Mal auch die Auswahljury überzeugt. Und jetzt?

Jetzt habe ich es doch geschafft, ein Volontariat bei einer ARD-Anstalt bekommen. Bin jetzt neben dem Schreiben auch "Gekommen um zu schneiden". Neben Beiträgen, Reportagen und Features für die verschiedenen Hörfunkwellen des SR, auch Beiträge fürs SR Fernsehen. SR1, SR2, SR3, ARD Hauptstadtstudio Berlin, Aktueller Bericht, Kulturspiegel… "Seht es wie eine Spielwiese", sagen uns die Ausbildungsredakteure, "und probiert aus". Okay, abgemacht! Und außerdem ist es ja wieder der Plan A. Und damit der Plan, den man wirklich will. Ich bin gespannt und freue mich auf die neuen Redaktionen, auf neue Erfahrungen, auf neue Leute. Und damit heißt es für mich die nächsten 18 Monate: Ich bin "Gekommen um zu bleiben".


Ulrich Hauck

Der lange Weg auf den Halberg

Von der Mainzer Straße auf den Halberg sind es ziemlich genau 1,2 Kilometer: Mit dem Auto kein Problem und auch mit dem Fahrrad werde ich jeden Morgen schneller. Bis ich tagtäglich hochstrampeln konnte, war es ein acht Jahre langer Weg.

Begonnen hat der bereits im vergangenen Jahrhundert, als ein ziemlich planloser Abiturient bei einem lokalen Radiosender in Bamberg anklopfte: Dort ein halbjähriges Praktikum vor dem Germanistikstudium mit Schwerpunkt Journalismus absolvierte, freier Mitarbeiter und schließlich Sportmoderator wurde. Bumper, Stinger und Ramps wurden zu meinen regelmäßigen Wochenendbegleitern.

Dass es außer dem Supermix noch andere Arten von Radio gab, merkte ich während Hospitanzen bei Deutschlandfunk und Deutscher Welle. Der Traum vom öffentlich-rechtlichen Volontariat war geboren.

Im dritten Jahr des 21. Jahrhundert war dann Schluss mit lustig: Diplomarbeit geschrieben, Prüfungen irgendwie bestanden, blauäugig erste Bewerbungen abgeschickt. Keine oder negative Antworten kamen regelmäßig zurück: Willkommen in der Generation Praktikum, Herr Hauck!

wachsen und weitgehend sozialisiert im Saarland; Studium in Saarbrücken, Glasgow und Turin: Informationswissenschaft, Englisch und Psychologie; Freie Mitarbeit in den SR-Redaktionen Aktuell, Unser Ding und SR 3 Saarlandwelle, beim NDR und der Deutschen Welle.

Dafür üben durfte ich unter anderem im so genannten Hamster-Laufrad der Fernsehnachrichten-Redaktion Aktuell. Aus diesem hatten vor mir bereits fünf andere studentische Hilfssprinter den Sprung auf die Volo-Bühne geschafft. Ein hartes Training ist offenbar alles!

Und doch war das mehrtägige Auswahl-Verfahren, durch das wir alle gehen mussten, ein mehr als anstrengender Hürdenlauf. Im Grunde hat es meine Interviewpartnerin bei der Probereportage im Saarbrücker Tierheim unwissentlich auch für das „Volo-Assessment-Center“ auf den Punkt gebracht: „Es riescht hier no Angscht, wisse se?!“.

Am Ende haben wir aber auch die besiegt und kommen jetzt in den Genuss eines ARD-Volos mit saarländischem Charme. Ich freue mich darauf, meinen Heimatsender auch von neuen Seiten kennenzulernen, mich in die Berliner „Meute“ zu stürzen und vielleicht auch mein chronisches Fernweh mit einer Auslandsstage zu lindern.

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