Zwei junge Mädchen schauen amüsiert auf das Display eines Handys (Foto: dpa)

Was tun bei Cybermobbing?

  10.08.2017 | 10:26 Uhr

Verzweiflung und Hilflosigkeit, das sind häufig Auswirkungen von Cybermobbing auf die Opfer. Wenn verfälschte Fotos oder beleidigende Texte über Facebook gepostet werden, wissen viele oft nicht weiter. Einige Tipps, wie Schüler, Eltern und Lehrer in solchen Fällen vorgehen sollten.

Cybermobbing ist mittlerweile ein weitverbreitetes Phänomen unter Jugendlichen. Konflikte und Reibereien, die früher noch von Angesicht zu Angesicht ausgetragen wurden, finden heute vor allem in der virtuellen Welt statt. Da nahezu alle Schüler und Jugendliche in sozialen Netzwerken vertreten und aktiv sind, haben sich auch Mobbing und gegenseitiges Bloßstellen zunehmend in diese Bereiche verlagert. Es werden Peinlichkeiten veröffentlicht, Bilder gefälscht, Beleidigungen und falsche Behauptungen verbreitet, Drohungen ausgestoßen und es gibt sogar Erpressungen.

Audio: Mobbing in der Schule - ein Fallbeispiel

Mobbing in der Schule - ein Fallbeispiel
Audio [SR 3, Christian Spöcker, 10.08.2017, Länge: 02:31 Min.]
Mobbing in der Schule - ein Fallbeispiel
In Kürze geht im Saarland die Schule wieder los, doch manche Kinder und Jugendliche haben schon jetzt Bauchschmerzen, weil sie in der Schule gemobbt werden. So war es auch bei der 17-jährigen Chiara aus Neunkirchen.

Cybermobbing - kein Scherz, sondern oftmals Straftaten

Viele Täter unterschätzen ihr Handeln. Dass es sich beim Cybermobbing um mehr als einen schlechten Scherz handelt, zeigen auch die drohenden Konsequenzen. Wer andere im Netz mobbt, begeht oft eine oder sogar mehrere Straftaten. Auch wenn Cybermobbing an sich keinen Straftatbestand erfüllt, so begehen die Täter dennoch oft die Straftaten Beleidigung, Üble Nachrede oder Verleumdung. Hinzu kommen Verletzungen der Vertraulichkeit des Wortes und Verletzung des Rechts am eigenen Bild. Auch Nötigung und Bedrohung per Internet sind strafbar und können in besonders schweren Fällen kann es sogar einer Freiheitsstrafe geahndet werden.

Seiten melden und Beweise sammeln

Natürlich gibt es auch viele Nutzer, die empört sind, wenn sie entsprechende Einträge sehen und kommentieren diese dann. Damit machen sie leider aber auch andere auf die Mobbingeinträge aufmerksam und diese verbreiten sich um so mehr im Netz. Das Gegenteil des Gewünschten wird also erreicht, es tritt quasi ein Schneeballeffekt ein.

Auch Betroffene selbst sollten sich am besten nicht durch eigenes Kommentieren mit dem Thema auseinandersetzen, sondern das Mobbing melden und mit Vertrauenspersonen darüber reden. Außerdem sollten Mobbing-Opfer unbedingt Screenshots zur Beweis-Dokumentation machen.

Tipps für Eltern und Lehrer

  • Eltern haben oft keine Vorstellung davon, was Cybermobbing ist. Hier sollte die Schule informieren und den Ernst der Lage deutlich machen. Auf keinen Fall sollte man Cybermobbing totschweigen

  • Man sollte versuchen, die Identität des Mobbers zu klären.

  • Gemeinsam sollte man mit Täter und Opfer eine Lösung suchen und auch eine Wiedergutmachung vereinbaren. Eine Konfliktlösung sollte erst einmal ohne Schuldzuweisung oder Sanktionen erfolgen, denn so können sich Opfer und Mobber besser aus ihren Rollen lösen.

  • Wenn die Identität des Täters nicht festzusellen ist und das Mobbing nicht aufhört, sollten die Eltern mit ihren Kindern immer bei der Polizei Anzeige erstatten. Nur so wird der Provider die Daten der Täter freigeben.

  • Bei Drohungen, Erpressungen und Nötigungen sollte man auf jeden Fall die Polizei einschalten.

Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen" am 10.08.2017 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

Hilfeseiten im Internet

You-fair.de - Gegen Hetze im Netz
Internetangebot des Landesjugendrings. Die Seite informiert über Cybermobbing, Trolle, Hate Speech und Shitstorm. Darüber hinaus gibt es Kontaktadressen, wo sich Betroffene hinwenden können

klicksafe.de
Eine EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz. Die Seite informiert unter anderem über Cybermobbing, die rechtliche Situation und es gibt auch Zahlen und Fakten zu dem Thema

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