Urnenbestattung (Foto: dpa)

Den Abschied planen: Vorsorgen für die Bestattung

Yvonne Schleinhege   31.01.2018 | 10:25 Uhr

Über die eigene Beerdigung sprechen fällt vielen nicht besonders leicht. Dabei kann es gerade im Todesfall für Angehörige und Freunde eine Erleichterung sein, wenn sie wissen, was sich der Verstorbene für seine Beisetzung wünscht. Wie man grundlegende Dinge regeln kann, klärt der SR 3-Verbrauchertipp.

Nach einem Todesfall müssen Angehörige nicht nur den Verlust verschmerzen, sondern auch viele Entscheidungen treffen: Wo und wie soll der Verstorbene bestattet werden? Beerdigung im Sarg oder Einäscherung? Wie soll die Trauerfeier aussehen? Wer bereits viele Dinge frühzeitig selber regelt, kann trauernde Angehörige entlasten und seine eigenen Wünsche festhalten.

Verschiedene Möglichkeiten der Vorsorge

Welche Art der Vorsorge sinnvoll ist, hänge natürlich von der persönlichen Lebenssiuation ab, sagt Claudia Bassarak von der Finanztest. Möchte man seinen Angehörigen im Todesfall nur ein paar Entscheidungen abnehmen, reiche eine Bestattungsverfügung aus. Möchte man gezielt die Beerdigung planen und auch schon bezahlen sei es sinnvoll, bereits beim Bestatter einen Vorsorgevertrag abzuschließen

Bestattungsverfügung

Welche Vorstellungen man zu seiner Bestattung, Trauerfeier oder Grabpflege hat, kann man in einer einfachen Verfügung festlegen. Eine vorgeschriebene Form gibt es dabei nicht. Sinnvoll könne es aber sein, die Angehörigen bei dem Aufsetzen der Bestattungsverfügung mit einzubeziehen, sagt Bassarak.

Festhalten kann man in der Verfügung zum Beispiel: Wie möchte man bestattet werden? Welche Ruhestätte wünscht man sich? Wo möchte man beigesetzt werden? Und wer soll der Bestattung organisieren? Für Angehörige ist eine solche Verfügung übrigens bindend.

Wichtiger Hinweis der Verbraucherschützer: Eine Bestattungsverfügung sollte man nicht im Testament aufbewahren, sondern gemeinsam mit dem Stammbuch, denn dieses brauchen die Angehörigen im Todesfall zuerst.

Vorsorge mit dem Bestatter

Wenn man sich ganz sicher ist, dass man die eigene Beisetzeung selbst schon genau planen und auch bezahlen will, ist der Bestatter der richtige Ansprechpartner. Hier kann man alle Details in Auftrag geben und auch schon dafür bezahlen. Sinnvoll kann das zum Beispiel sein, wenn man keine Angehörigen hat oder man feste Vorstellungen von der eigenen Bestattung hat. Manch einer will das Geld für die Bestattung auch vor dem Zugriff des Finanzamtes schützen. Dies kann im Pflegefall eine Rolle spielen wenn ältere Menschen auf Sozialhilfe angewiesen sind.

Regeln und bezahlen: der Vorsorgevertrag

Der Vorsorgevertrag besteht aus zwei Teilen: einem Werkvertrag über sämtliche Bestattungsleistungen wie Sarg, Trauerfeier oder Ruhestätte. Der zweite Teil regelt die Bezahlung: Je nach Bestatter hat der Kunde hier verschiedene Möglichkeiten. Häufig kann man zwischen einem Sperrkonto, einer Sterbegeldversicherung und der Verwaltung des Geldes durch eine Treuhandgesellschaft entscheiden.

Wichtig ist: Eine Bestattung kostet viel Geld. Der Verbraucherverband Aeternitas hat ermittelt, dass man für eine Beisetzung im Durchschnitt mit 6000 Euro rechnen muss. Allerdings können die Kosten stark schwanken.

Treuhandgesellschaften

Egal welche Variante man wählt: Das Geld im Vorsorgevertrag kann vor dem Sozialamt geschützt werden. Möchte man das Geld für die spätere Beisetzung auf einen Schlag bezahlen, empfiehlt die Finanztest eine Verwaltung über eine Treuhandgesellschaft, da hier der Schutz vor dem Zugriff der Sozialamtes am größten ist. Laut einem aktuellen Test der Finanztest ist das Geld bei den vier Treuhandgesellschaften gut geschützt.

Sterbegeldversicherungen

Eine Sterbegeldversicherung kann gemeinsam mit dem Vorsorgevertrag über den Bestatter abgeschlossen werden. Der Kunde tritt dann die Versicherungssumme an den Bestatter ab und begleicht so im Todesfall die Kosten. Sinnvoll ist diese Versicherung für Menschen, die das Geld langsam ansparen wollen. Ein Nachteil laut Finanztest: Für Ältere sind die Abschlusskosten oft hoch oder man zahlt mehr ein als die Bestattung kostet.

Sperrkonto und Abtretungserklärung

In diesem Fall eröffnet der Vorsorgende ein Sparkonto bei eine Bank oder Sparkasse, das mit einem Sperrvermerk oder einer Abtretungserklärung verbunden ist. Im Todesfall legt der Bestatter die Sterbeurkunde vor und kann das Geld für die Bestattung nutzen.

Finanztest-Hinweis: Das Konto ist nur für Kunden geeignet, die das Geld auf einen Schlag bezahlen wollen, und davon ausgehen, dass der Bestatter weder wegzieht noch Insolvenz anmelden muss.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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