Taxi (Foto: pixabay (CC0))

Mit dem Taxi zum Arzt: Was zahlt die Krankenkasse?

Der SR 3-Verbrauchertipp

Karin Mayer   22.11.2017 | 10:30 Uhr

Nach der ambulanten Augen-OP war eigentlich alles klar: Der Arzt wollte SR 3-Hörerin Edeltrud K. nicht mit dem Bus nach Hause fahren lassen. Trotz Taxischein vom Arzt wollte die Krankenkasse die Kosten aber nicht übernehmen. Warum, erfahren Sie im SR 3-Verbrauchertipp.

SR 3-Hörerin Edeltrud K. konnte es nicht fassen: Die Taxifahrten nach der Augen-Operation und zu Nachuntersuchungen wollte die Krankenkasse nicht bezahlen. Trotz Taxischein vom Arzt. Dabei hatte die Rentnerin und Grundsicherungsempfängerin insgesamt rund 100 Euro für die Fahrten ausgegeben. Sie erwartete ja schließlich, dass ihre Krankenkasse DAK die Kosten übernahm. Die lehnte ab, weil die Voraussetzungen nicht erfüllt waren.

Voraussetzungen müssen stimmen

Die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur unter bestimmten Voraussetzungen. DAK-Sprecher Claus Uebel verweist auf strenge gesetzliche Vorgaben, an die die Krankenkassen gebunden sind. Die Fahrten müssen medizinisch notwendig sein, das muss der Arzt bescheinigen. Diese Bescheinigung muss dann vor der Fahrt noch von der Krankenkasse genehmigt werden.

Die Unabhängige Patientenberatung Berlin empfiehlt deshalb, Krankenfahrten mit dem Taxi sorgfältig zu planen. Die Regel ist: Ohne eine Vorab-Genehmigung übernehmen die Krankenkassen die Kosten nur in ganz wenigen Ausnahmefällen.

Welche Fahrten werden übernommen?

  • Fahrten vor oder nach ambulanten Operation oder Therapie, wenn dadurch ein Krankenhausaufenthalt vermieden wird
  • Chemo-, Strahlentherapie, Dialyse
  • Schwerbehinderte mit Merkkennzeichen außergewöhnlich gehbehindert, Blinde oder Hilfsbedürftige

Voraussetzung ist immer: Der Arzt muss die Fahrt verordnen und die Krankenkasse sie vor der Fahrt genehmigen.

Widerspruch eingelegt, Anwalt eingeschaltet

Trotzdem gibt es einen Ermessensspielraum - das zeigt der Fall von SR 3-Hörerin Edeltrud K. Sie hat die Absage der Krankenkasse nicht so einfach hingenommen. Die Rentnerin hat Widerspruch eingelegt und einen Anwalt eingeschaltet. Das Ergebnis: Nach neun Monaten hat die Krankenkasse die Kosten doch bezahlt. Aus Kulanz, wie DAK-Sprecher Claus Uebel sagt. Eine andere Entscheidung hätte zudem Verwaltungskosten für die DAK bedeutet, die habe man vermeiden wollen. Gegenüber dem SR bedauerte er die lange Bearbeitungszeit im Fall von Edeltrud K., sie sei aufgrund eines Personalengpasses entstanden.

Taxikosten vorstrecken, Kasse erstattet

In jedem Fall müssen die Patienten die Taxikosten zunächst selbst bezahlen. Die Quittung können sie dann bei der Kasse einreichen. Zehn Prozent der Fahrtkosten müssen die Patienten selbst bezahlen, wenn sie nicht von der gesetzlichen Zuzahlung befreit sind.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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