Einsatzkraft zersägt umgestürzte Bäume (Foto: Rolf Ruppenthal)

Sturmschäden & Co: Welche Versicherung zahlt?

Der SR 3-Verbrauchertipp

Yvonen Schleinhege mit Informationen vom Bund der Versicherten   03.01.2018 | 10:00 Uhr

Bei Sturm und Starkregen sind umgestürzte Bäume, abgedeckte Dächer und Wasser in Wohnungen häufig die Folge. Die wichtige Frage ist da: Welche Versicherung zahlt für was?

Bei Sturmschäden am Haus zahlt in der Regel die Wohngebäudeversicherung - und zum Teil auch die Hausratversicherung.

Wohngebäudeversicherung

Die Gebäudeversicherung zahlt Schäden am Haus, wie etwa abgedeckte Dächer, zerstörte Schornsteine oder Schäden am Haus durch umgefallene Bäume. Sie zahlt auch für Folgeschäden, wenn durch das vom Sturm beschädigte Dach Regen in das Haus eindringt und Wände oder Fußböden beschädigt werden. Würden zum Beispiel durch eine eingedrückte Wand auch noch Möbel beschädigt, dann springe die Hausratversicherung ein, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten.

Nachweispflicht der Versicherungsnehmer

Wichtige Voraussetzung, damit die Versicherung auch zahlt, ist die Windstärke 8. Den Nachweis darüber, dass der Wind so heftig geblasen hat, muss der Versicherungsnehmer erbringen. Hierfür kann man sich zum Beispiel der Windmessungen von den Wetterämtern (Deutscher Wetterdienst) bedienen. Wenn es in der Nachbarschaft mehrere Schäden gegeben hat, dann könne man diese auch als Beweis sammeln, so der Tipp von Bianca Boss. Zudem könne es sinnvoll sein, Zeitungsberichte aus der örtlichen Presse zu sammeln, die in der Regel über größere Unwetterlagen berichten.

Teilkaskoversicherung bei Sturm- und Hagelschäden

Im Bereich der Autoversicherung sind Sturm- und Hagelschäden nur dann mitversichert, wenn eine mindestens eine Teilkaskoversicherung besteht. Wichtig ist: Der Teilkasko-Versicherer zahlt abzüglich einer eventuell vorhandenen Selbstbeteiligung ohne Rückstufung des Schadenfreiheitsrabatts. Derjenige, der nur eine Kfz-Haftpflichtversicherung hat, geht leer aus.

Elementarschäden: Überschwemmung und Hochwasser

Eine normale Hausrat- oder Gebäudeversicherung kommt für Schäden durch Grundwasser, Hochwasser, Witterungsniederschläge oder einen durch diese Ursachen hervorgerufenen Rückstau grundsätzlich nicht auf. In diesem Fall sei es wichtig eine Elementarschadenversicherung zu haben, sagt die Expertin vom Bund der Versicherten. Gerade als Hausbesitzer sei diese zu empfehlen. Sie wird meist als Ergänzung zur Hausrat- und Wohngebäudeversicherung angeboten.

Verhalten im Schadensfall

Fällt ein Schaden nach dem Sturm auf, dann sollte man diesen unverzüglich bei der Versicherung melden. In der Regel geht das oft - zur ersten Klärung - auch telefonisch. Später sollte man aber unbedingt eine schriftliche Meldung nachreichen. Sehr hilfreich kann es sein, Fotos oder Videos von den Schäden zu machen. Sie dienen der der Dokumentierung.

Darüber hinaus sollte eine genaue Aufstellung der beschädigten Gegenstände erstellt werden. Auch Zeugen können hilfreich sein.

Ein weiterer Tipp des Bund der Versicherten: Beschädigte Gegenstände sollten nie ohne ausdrückliche, d. h. schriftliche Uustimmung des Versicherers entsorgt werden.

Zudem weiß Bianca Boss darauf hin, dass der Versicherungsnehmer eine Schadensminderungspflicht habe. Dies bedeutet, dass beispielsweise zerbrochene Fenster abgedichtet oder Hausratgegenstände im Keller möglichst in Sicherheit gebracht werden müssen, damit der Schaden nicht noch größer wird. Natürlich muss man aber bei Sturm nicht selbst aufs Dach klettern, um es abzudichten.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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