Hitze-Alarm auf Mallorca (Foto: dpa)

Pauschalreisen: Preise zu vergleichen kann sich richtig lohnen

Yvonen Schleinhege   10.01.2018 | 10:00 Uhr

Pauschalreisen sind für den einen der Inbegriff der Spießigkeit, für andere ist es eine praktische und unkomplizierte Art den Urlaub zu planen und zu verbringen. Die Pauschalreiseveranstalter versprechen Service, Sicherheit und niedrige Preis. Doch wo findet man das beste Angebot? Der SR-Verbrauchertipp klärt auf.

Mit nur einer Buchung alles Wichtige erledigen: Flug, Transfer, Hotel und alles was dazugehört. Pauschalreisen sollen es dem Urlauber so bequem wie möglich machen. Mittlerweile haben sich zahlreiche Pauschalreiseveranstalter auf dem Markt etabliert. Alle locken mit günstigen Preisen, allerdings halten nicht alle was sie versprechen. Die Stiftung Warentest hat den Vergleich gemacht.

30 Reisewünsche verglichen

Um herauszufinden, wie teuer die Reiseveranstalter ihre Urlaubspakete schnüren, definierte die Stiftung Warentest 30 Reisewünsche und ermittelte anhand dieser Reisen die günstigsten passende Angebote der Anbieter. Entscheiden war dabei nicht nur der Preis, sondern auch die Zufriedenheit der Kunden, das Kleingedruckte und das Engagement für Umwelt und Soziales. Beim Preis fanden die Verbraucherschützer zum Teil große Unterschiede, so Falk Murko von der Stiftung Warentest. Bei einer fast identischen Reise in die Dominikanische Republik für 2 Personen lag der Preisunterschied bei über 500 Euro.

Schauinsland-Reisen gewinnt Preisvergleich


Wer günstig verreisen will, der wird bei Schauinsland am ehesten fündig, so ein Ergebnis der Stiftung Warentest. So waren die untersuchten Reisen von Schauinsland-Reisen sieben bis elf Prozent unter dem Mittelwert der anderen Pauschalreiseveranstalter. Das zweitgünstigste Preisniveau bietet FTI Touristik. Auf Platz drei landet bei der Stiftung Warentest die Thomas-Cool-Marke Neckermann.

Dertour besonders teuer

Der Pauschalreiseanbieter Alltours, der mit besonders günstigen Preisen wirbt, schneidet bei dem Vergleich der Stiftung Warentest nur durchschnittlich ab. Der Marktführer Tui ist am zweitteuersten, getopt nur von Dertour. Im Schnitt kosteten die vergleichbaren Reisen bei Dertour rund ein Drittel mehr als bei Schauinsland und zwischen 13 bis 20 Prozent über dem Durchschnittspreis. 

Unzulässige und verbraucherunfreundliche Klauseln

Die Stiftung Warentest untersuchte auch Geschäftsbedingungen der großen Reiseveranstalter. Bei der Prüfung auf unzulässige Klauseln und verbraucherunfreundliche Regelungen in den AGB fand sie bei FTI deutliche Mängel. Beispielsweise behält sich der Veranstalter vor, Reisen, bei denen die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht wird, zwei Wochen vor Reisebeginn abzusagen. Bezahlt werden müssen sie aber 30 Tage vor Beginn. Viele Anbieter nutzen erlaubte, aber verbraucherunfreundliche Klauseln. Etwa bei Stornokosten: Bei kurzfristigen Absagen betragen sie bis zu 90 Prozent. Verbraucherunfreundlich, so die Meinung von Falk Murko von der Stiftung Warentest.

Günstigere Angebote im Internet?

Wer Beratung braucht der sollte weiterhin ganz klassisch ins Reisebüro gehen, denn in der Regel sind die auch nicht teurer oder günstiger als die Online-Angebote, so der Experte Falk Murko. Außerdem ist es nicht so einfach möglich Reisen online Reisen zu reservieren, bevor man sich final bucht. Das ist im Reisebüro meist recht problemlos möglich.

Reisen mit X

Etwas günstiger kann man Reisen im Internet bekommen, wenn man sogenannte X-Reisen bucht. Laut Stiftung Warentest sind das etwa die Hälfte der Reisen im Netz. X-Reisen sind dynamisch produzierte Reisepakete, die man so nicht im Katalog findet. Ein Computer schnürt so ein Reisepaket in dem Moment, in dem der Kunde die Anfrage stellt, mit aktuellen Preisen. Er kombiniert dann Flüge, Hotel und Transfer nach Belieben zu minutenaktuellen Preisen.

Günstige Angebote bei X-Reisen

Allerdings hätten solche Angebote manchmal auch Haken, so der Experte. So können etwa Leistungen fehlen, oder bei einer Stornierung kann es zu Problemen kommen. Mitunter mussten die Tester der Stiftung Warentest auch gepfefferte Anzahlungen zahlen, zum Teil sogar den vollen Preis, obwohl das eigentlich rechtlich nicht in Ordnung ist.

Checkliste: Worauf achten bei der Buchung im Netz?

Ganz grundsätzlich ist es wichtig auf einige Dinge zu achten, wenn man im Internet bucht. Wichtig ist die Verbindlichkeit. Denn anders als bei Einkäufen in im Internet gilt bei Reise nicht das 14-tägige Widerrufsrecht. Ist eine Reise erst mal gebucht, kann man sie nur noch stornieren. Angemessene Stornokosten sind: bis 30 Tage vor Reisebeginn 20 Prozent, bis zu 15 Tage 40 Prozent des Reisepreises und bei Nichtantritt 75 Prozent.

Versicherung und Sicherungsschein

Einige Reiseportale bieten dem Urlauber auch noch einen entsprechenden Versicherungsschutz an. Hier sollte man allerdings genau auf die Details achten, denn häufig werden auch Jahresabos angeboten, die sich automatisch verlängern. Wichtig ist auch: eine Reise anzahlen sollte man erst, wenn man einen Sicherungsschein bekommen hat. Er dient als Nachweise im Falle einer Insolvenz des Reiseanbieters.

Über dieses Thema wurde auch in SR 3 Bunte Funkminuten am 10. Januar 2018 berichtet.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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