Recht (Foto: dpa)

Schönheitsreparaturen – Wann zahlt der Mieter?

Der SR 3-Verbrauchertipp

Karin Mayer   13.09.2017 | 10:45 Uhr

Wenn der Mieter auszieht und die Wohnung zurückgegeben wird, gibt es häufig Streit. Es geht um die Frage, in welchem Zustand die Wohnung zurückgegeben werden muss. Besonders schwierig wird es bei Schönheitsreparaturen. Der SR 3-Verbrauchertipp erklärt, worauf man achten muss.

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Verbrauchertipp: Streitfall Schönheitsreparaturen – Wann zahlt der Mieter?
Audio [SR 3, Karin Mayer, 13.09.2017, Länge: 03:47 Min.]
Verbrauchertipp: Streitfall Schönheitsreparaturen – Wann zahlt der Mieter?

Wenn der Mieter auszieht

Wenn der Mieter auszieht, muss die Wohnung schadensfrei, besenrein und hell-neutral gestrichen sein. Der Mieter muss prüfen, ob er sämtliche Schäden, die in seinem Verantwortungsbereich stehen, beseitigt hat, erklärt Rechtsanwalt Kai Werner vom Mieterverein Saarbrücken. Das bezieht sich auf Wände, Bodenbeläge, Fenster und Türen. Voraussetzung: Der Mieter hat auch eine renovierte und frisch gestrichene Wohnung übernommen.

Schönheitsreparaturen

Darunter versteht man Tapezieren, Streichen von Wänden, Decken, Heizkörpern, Heizungsrohren, Fußböden, Fenstern und Türen. Laut Gesetz ist der Vermieter für Schönheitsreparaturen zuständig. Im Mietvertrag wird diese Pflicht aber meistens auf den Mieter übertragen. Das hat aber Grenzen: Der Vermieter muss Fenster und Türen von außen streichen, den Parkettboden abschleifen und versiegeln, Lichtschalter reparieren und den Teppichboden austauschen.

Was steht im Mietvertrag

Wichtig ist, was zu Schönheitsreparaturen im Mietvertrag steht und ob eine individuelle Vereinbarung getroffen wurde. In den letzten Jahren haben die Gerichte die Klauseln zu Schönheitsreparaturen immer wieder bemängelt und sogar für unwirksam erklärt. Der Vermieter darf beispielsweise nicht vorschreiben, mit welcher Farbe eine Wohnung während der Mietzeit gestrichen werden muss. Enthält der Mietvertrag eine unwirksame Klausel zu Schönheitsreparaturen, so ist der Mieter laut Mieterverein nicht dazu verpflichtet zu renovieren. Das muss im Einzelfall geprüft werden.

Streitfall

Zum Streitfall werden Schönheitsreparaturen häufig, sagt Kai Werner vom Mieterverein Saarbrücken. Es geht dann um die Frage, was zum normalen Gebrauch einer Wohnung gehört und was darüber hinausgeht. Der Mieter darf beispielsweise eine Küche aufhängen und Bohrlöcher hinterlassen. Auch Regale und Bilder darf der Mieter aufhängen. Ob er sie beseitigen muss, hängt laut Kai Werner auch davon ab, wie groß die Schäden sind. Ein Bohrloch mit einer 6er Bohrer hält er für normal, bei einem 10er Bohrer kommt der Mieter aber unter Zugzwang und muss den Schaden beheben.

Weitere Informationen:
www.mieterbund-sb.de/startseite.htm
www.mieterhilfe-verein.de/Ratgeber/schoenheitsreparaturen/

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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