Verschiedene Geldscheine klemmen im Ausgabefach eines Geldautomaten. (Foto: dpa)

Immer neue Gebühren: Wie finde ich das richtige Girokonto?

Der SR 3-Verbrauchertipp

Yvonne Schleinhege   06.04.2017 | 10:45 Uhr

Gebühren für Online-Buchungen, Überweisungen oder die Girokarte - Banken denken sich immer neue Gebühren für die Kontoführung aus. Die Zeitschrift „Finanztest“ hat daher in der aktuellen Ausgabe rund 230 Kontomodelle von über 100 Banken geprüft. Die Ergebnisse fasst der SR 3-Verbrauchertipp zusammen.

Audio

Verbrauchertipp: Zusatzkosten - wie kommt man an ein kostenloses Giro-Konto?
Audio [SR 3, Studiogespräch: Eberhard Schilling / Yvonne Schleinhege, 06.09.2017, Länge: 05:57 Min.]
Verbrauchertipp: Zusatzkosten - wie kommt man an ein kostenloses Giro-Konto?
Neue Gebühren für die Girokonten sind ein absolutes Ärgernis. Die Banken tricksen gerne mit den kleinen, oft versteckten Zusatzkosten. Gratiskonten – ohne Gebühren – werden immer seltener. Das zeigt nun auch ein neuer Test der Zeitschrift „Finanztest“. SR 3-Wirtschaftsredakteurin Yvonne Schleinhege zeigt im Studigespräch mit Eberhard Schilling, wie man an ein kostenloses Girokonto kommt.

Sie gehören mittlerweile zur aussterbenden Spezies, aber es gibt sie noch: die kostenlosen Girokonten. Von den rund 230 Kontomodellen, die Finanztest untersucht hat, sind 23 Giro-Kontoangebote tatsächlich noch kostenlos. Bei diesen Gratiskonten sind alle Onlinebuchungen inklusive, die Girocard kostenlos und der Kunde muss keine Bedingungen erfüllen. Er muss nur jeden Monat ein Gehalt oder eine Rente einzahlen.

Direktbanken und einige Regionalbanken kostenfrei

Vor allem die großen Direktbanken, wie die Comdirect, DKB oder ING DiBa bieten noch Gratiskonten an. Diese sind allerdings nur geeignet für Kunden, die keinen Wert auf eine Filiale legen. Filialkunden können sich bundesweit an vier überregionale Banken wenden. Regional bieten einige PSD Banken, so auch die PSD Bank RheinNeckarSaar Gratisgirokonten an. Allerdings sind diese Angebote nicht für jedermann geeignet. Wer eine persönliche Beratung in der Nähe des Wohnortes schätzt, der sollte nach einer günstigen Filialbank suchen.

Immer mehr Gebühren

Jenseits der kostenlosen Konten gibt es reichlich höhere Gebühren für Bankdienstleistungen, seit Banken am Kapitalmarkt kaum mehr Geld verdienen. Ein Ausweg für die Banken sind Gebührenerhöhungen und Zusatzkosten bei den Girokonten. Laut der Zeitschrift „Finanztest“ haben die Preiserhöhungen teilweise absurde Züge. Ein Beispiel: Bei einer Volksbank ist das Ziehen von Bargeld am Geldautomaten kostenlos. Ausnahmen gelten allerdings für Kunden, die ein Girokonto mit Einzelabrechnung haben.

Teure Überweisungen am Schalter

Bei Überweisungen müssen Sei sich – wenn sie keine 35 Cent pro Abhebung zahlen wollen – an die Geschäftszeiten der Filiale halten. Die gelten seltsamerweise auch für den Geldautomaten. Ärgerlich, aber vermeidbar für Kunden von Onlinebanken sind dagegen die Gebühren für "beleghafte Überweisungen“. Ein Knöllchen zum Beispiel, für das ein Parksünder das Überweisungsformular der Polizei auf Papier nutzt, schlägt bei einigen Banken mit satten 4,90 Euro zu Buche. Überweist der Falschparker stattdessen online, entfällt die Gebühr.

Saarländische Banken im Test

Auch Kontoangebote von zwei saarländische Banken hat die "Finanztest“ untersucht: Die Sparkasse Saarbrücken und die Bank 1 Saar. So bietet etwa die Sparkasse Saarbrücken ein Online-Konto an, dass mit etwa 20 Euro im Jahr im Vergleich der "Finanztest“ gut abschneidet. Die Kosten orientieren sich hierbei an einem Musterkunden. Auch die Bank 1 Saar bietet mit ihrem Privat-Aktiv-Konto und rund 45 Euro Gebühren im Jahr ein vergleichsweise günstiges Kontomodell an.

Mehr als 60 Euro pro Jahr sind zu viel

Wer mehr als 60 Euro im Jahr für sein Girokonto ausgibt, sollte sich ein neues Konto suchen, rät die "Finanztest". Hier sind die Kosten für eine Kreditkarte allerdings nicht eingerechnet, sondern nur die Buchungen und die Girocard. Wer wissen will, wie viel Gebühren er zahlt, muss in seine Kontoauszüge schauen. Meist am Ende eines Quartals werden die Gebühren aufgeführt. Wer hier aufs Jahr hochgerechnet über 60 Euro zahlt, sollte über einen Wechsel des Kontomodells oder der Bank nachdenken.

Kontowechsel leichter als oft gedacht

Den Stromanbieter oder den Mobilfunkanbieter zu wechseln, darin sind viele mittlerweile geübt. Etwas mehr scheu scheint man davor zu haben, die Bank zu wechseln. Das ist auch nicht unbedingt nötig. Sinnvoll ist es zunächst mal, nach den verschiedenen Kontomodellen der eigenen Bank zu schauen. Auch hier gibt es manchmal – je nach Nutzung – bessere Angebote.

Die Nutzung von Kontoauszugs­Druckern, Geld­Automaten und Selbstbedienungs­Terminals kann ebenfalls zu Ersparnissen führen. Will man tatsächlich das Kreditinstitut wechseln, sollte man zunächst verschiedene Banken vergleichen. Wichtig ist auch zu prüfen, ob die Girokonten an bestimmte Bedingungen geknüpft sind oder ob es etwa Einschränkungen beim Dispo gibt. Hat man die passende Bank samt Kontomodell gefunden, bieten die Banken in der Regel einen Rund-um-sorglos-Wechselservice an.

Über dieses Thema wurde auch in der SR 3-Sendung "Bunte Funkminuten" am 06.09.2017 berichtet.

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

Artikel mit anderen teilen