Aktienkurse auf einer Anzeigetafel (Foto: dpa)

Geldanlage leicht gemacht

Karin Mayer   14.06.2017 | 11:47 Uhr

Wer Geld auf dem Sparbuch hat, der gehört derzeit zu den Verlierern. Die Zinsen sind im Keller, Gewinne machen dagegen die Aktionäre. Aber was ist wenn der nächste Crash kommt? Die Zeitschrift Finanztest empfiehlt Geldanlagen mit dem Pantoffel-Portfolio.

Was ist ein Pantoffel-Portfolio?

Das Pantoffel-Portfolio heißt so, weil es laut Finanztest eine bequeme Geldanlage ist, um die man sich nicht ständig kümmern muss. Es besteht aus börsengehandelten Index-Fonds, kurz ETFs, und einem Teil Zinsanlagen oder Tagesgeld. Karin Bauer von Finanztest glaubt, dass für die meisten Anleger ein ausgewogenes Portfolio passt. Er besteht zur Hälfte aus Index-Fonds und zur Hälfe aus Zinsanlagen. Wer eine höhere Risikobereitschaft hat, kann den Fondsanteil höher wählen oder bei geringer Risikobereitschaft niedriger.

Kursentwicklung im Blick haben

Das Pantoffel-Portfolio muss man nicht ständig im Blick haben. Ab und zu sollte man aber überprüfen, ob die Zusammensetzung noch stimmt. Karin Bauer spricht von antizyklischem Umschichten. Steigen die Aktienkurse, so schrumpft der Anteil der Zinsanlagen. Sinken die Kurse, so steigt der Anteil der Zinsanlagen.
Tipp: Wenn die Aktienkurse abstürzen, sollten Anleger einen Teil der Zinsanlagen verkaufen und günstig Fonds nachkaufen.

Was ist ein Indexfonds?

Ein Indexfonds bildet einfach die Entwicklung eines Aktienindexes ab. Etwa den Dax oder den Nasdaq. Der Indexfonds wird nicht von einem Fondmanager verwaltet. Das bedeutet weniger Kosten. Es gibt zum Beispiel keinen Ausgabeaufschlag.

Wenn der Crash kommt?

Trotz niedriger Zinsen: Viele scheuen sich, ihr Geld in Aktien oder Fonds anzulegen. Die Angst vor dem Börsencrash beschäftigt die Verbraucher, sagt Karin Bauer von Finanztest. Deshalb haben die Redakteure von Finanztest nachgerechnet, welche Folgen die Crashs nach der Finanzkrise und nach dem Zusammenbruch des Neuen Markts auf die Aktienkurse hatten. Ergebnis: Trotz zeitweiser Verluste von bis zu 50 Prozent haben Aktien in den letzten 20 Jahren rund sieben Prozent plus gemacht. Karin Bauer von Finanztest folgert daraus, dass Anleger, die das Prinzip des antizyklischen Umschichtens konsequent verfolgen, besser fahren. Dafür ist aber ein Anlagezeitraum von mindestens zehn Jahren nötig.

Den richtigen ETF auswählen?

Für Karin Bauer ist der Index entscheidend. Sie empfiehlt ETFs zu wählen, die den weltweiten Index MSCI World abbilden. Er enthält Aktien von 1600 großen Aktien aus Industrieländern. Konjunkturelle Schwankungen in einzelnen Ländern fallen dann nicht so schwer ins Gewicht. Ratsam ist aus Sicht von Experten aber auch, die Namen der Fonds zu entschlüsseln. Tipp: den Namen des Fonds im Internet eingeben und die Fondentwicklung über die letzten Jahre anschauen. So erhält man genauere Informationen über Rechtsform, Herkunftsland und Rendite.

Einmalanlage, Sparplan oder Auszahlplan

Ein Pantoffel-Portfolio kann man über unterschiedliche Wege anlegen: als Einmal-Anlage oder als Sparplan über lange Zeit. Banken bieten dafür ETF-Sparpläne an. Das lohnt sich laut Finanztest auch schon ab kleinen Beträgen. Der Vorteil: die Raten sind flexibel und können jederzeit geändert werden. Die Geldanlage kann aber auch dafür genutzt werden, um die Rente aufzubessern. Finanztest hat ausgerechnet wie lange 120.000 Euro reichen, wenn sie im Pantoffel-Portfolio angelegt sind. Ergebnis: Je länger man die Aktien behält, desto länger reicht das Geld.

Kosten und Gebühren

Auch bei ETFs kommen Gebühren und Kosten auf die Verbraucher zu. Nötig ist ein Wertpapierdepot. Das Aktiendepot kostet bei Filialbanken häufig eine jährliche Gebühr. Bei Direktbanken gibt’s das Depot öfter kostenlos. Außerdem gibt es einen Ausgabeaufschlag. Der beträgt normalerweise 1 Prozent. Diese Kosten können aber je nach ETF und Bank auch höher sein. Darauf sollte man beim Kauf achten.

Weitere Informationen: Finanztest 6/2017

Der Verbrauchertipp: Immer mittwochs in der Sendung "Bunte Funkminuten" auf SR 3 Saarlandwelle.

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