Marder (Foto: dpa)

Diagnose "Marderbiss"

Interview ADAC/Red   05.04.2018 | 10:25 Uhr

Marder - die kleinen Raubtiere lieben besonders jetzt im Frühling den Platz unter der Motorhaube als kuscheligen Rückzugsort, wo sie all das anknabbern, was ihnen interessant erscheint: Vom Zündkabel bis zum Kühlwasserschlauch. Doch was kann man dagegen tun?

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Interview: "Marder knabbern einfach alles an, was ihnen interessant erscheint"
Audio [SR 3, Interview: Eberhard Schilling, 05.04.2018, Länge: 03:10 Min.]
Interview: "Marder knabbern einfach alles an, was ihnen interessant erscheint"

Wenn der Marder zugeschlagen hat, also beispielsweise die Schläuche kaputt sind, dann tritt Kühlflüssigkeit aus und dann besteht die Gefahr, dass der Motor überhitzt. Das kann im schlimmsten Fall zu einem Motorschaden führen. Auch angebissene Zündkabel sind ein Klassiker beim Marderbiss. Dann springt der Motor in vielen Fällen überhaupt nicht mehr an oder er läuft unrund und das kann unter Umständen auch zum Schaden am Katalysator führen.

Was hilft?

Gegen "Marderbefall" kann man sich wehren - allerdings nicht mit den vielfach kolportierten Hausmitteln wie Hundehaaren und Mottenkugeln. Meist reicht nämlich eine kurze Autofahrt im Regen und die Duftstoffe sind verflogen. Deutlich besser wirken spezielle Geräte, die im Auto verbaut werden. Johannes Boss vom ADAC empfiehlt Ultraschall- oder Elektroschockgeräte, "die ein bisschen wie Weidezäune funktionieren". Zudem könne man wichtige Leitungen mit Hartkunststoff ummanteln, so dass Marder sich nicht so leicht durchbeißen können. Darüber hinaus gebe es Eintrittsbarrieren, die man für verschiedene Automodelle nachrüsten könne. Sie funktionieren quasi wie Eintrittsbarrieren.

Wenn der Schaden da ist

Wer eine Teil- oder Vollkasko-Versicherung hat, ist gegen den finanziellen Schaden durch Marderbiss geschützt. Man sollte sich aber auf jeden Fall den Vertrag genauer ansehen, empfiehlt der ADAC-Experte. "Entweder sind nur die unmittelbar geschädigten Teile abgedeckt oder aber auch die Folgeschäden."

Über dieses Thema wurde auch in den "Bunten Funkminuten" am 05.04.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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