Kopfschmerz (Foto: dpa)

Wenn es hämmert, bohrt, sticht

  05.09.2017 | 09:28 Uhr

Der 5. September ist der Tag des Kopfschmerzes. Aus gutem Grund. Nach Angaben der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) haben 70 Prozent der Deutschen Kopfschmerzen - sogar an mindestens 15 Tagen im Monat.

Es hämmert, bohrt oder sticht - Kopfschmerzen sind ein verbreitetes Leiden und die Ursachen sind höchst vielfältig. Stress, Verspannungen im Rücken- oder Nackenbereich, schlechte Brillen oder Kontaktlinsen, Klimaumstellung, Schlafstörungen oder falsche Ernährung sind nur einige der möglichen Auslöser. Aber auch ernstere medizinische Probleme können die Ursache sein - angefangen bei Zahnerkrankungen bis hin zu Schilddrüsen- und Nierenerkrankungen oder Eisenmangel.

Verspannung dürften wohl eine der häufigsten Ursachen für Kopfschmerz sein. Wenn man jedoch unter neuen, ungewöhnlichen Kopfschmerzen leidet, die häufiger als einmal pro Monat auftreten, sollte man auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen.

Audio

Was tun bei Kopfschmerzen?
Audio [SR 3, Lisa-Marie Betzholz, 05.09.2017, Länge: 02:03 Min.]
Was tun bei Kopfschmerzen?
Was die häufigsten Kopfschmerzarten sind und was sie dagegen tun können, hat unsere SR 3-Reporterin Lisa Betzholz für Sie herausgefunden.

Was tun bei Verspannungskopfschmerz?

Wer organisch gesund ist, kann bei Kopfschmerz durchaus leichte Schmerzmittel nehmen. Doch die Medikamente wirken nicht ewig und vor allem: Sie beseitigen nicht die Ursachen. Die beste Therapie ist die Vorbeugung und die weitere Therapie ist Entspannung der Muskulatur durch Wärme.

Bei leichten Kopfschmerzen

Wenn man nur unter leichten Kopfschmerzen leidet, sollte man nicht immer gleich zum Schmerzmittel greifen. Manchmal helfen auch altbewährte Hausmittel:

  • Kältepackung: Zerkleinertes Eis aus dem Tiefkühlfach in eine kleine Plastiktüte füllen und ein Geschirrhandtuch darum wickeln. Die Packung wird jeweils für eine Minute auf die schmerzende Stelle gelegt. Maximal vier Wiederholungen, dazwischen sollten zwei bis drei Minuten Pause liegen.
  • Eine Tasse Kaffee mit Zitronensaft
  • Pfefferminzöl auf ein feuchtes kaltes Tuch träufeln und auf die Stirn legen

Bei regelmäßigen Kopfschmerzen

Wenn die Schmerzen häufiger auftreten und chronische Züge annehmen, kann ein so genanntes „Kopfschmerz-Tagebuch“ bei der Suche nach den Ursachen wertvolle Dienste leisten. Dabei führt der Betroffene Tagebuch über Auftreten, Art und Begleiterscheinungen der Kopfschmerzen. Diese Aufzeichnungen können bei der Diagnose wertvolle Anhaltspunkte für die Ursachen geben. Treten z.B. Kopfschmerzen vermehrt am Wochenende auf, so kann zu langes Schlafen möglicherweise die Ursache sein. Treten Kopfschmerzen nach Phasen langer Bildschirmarbeit auf, sollte der Arbeitsplatz auf ergonomische Aspekte, wie z.B. ungünstige Position des Bildschirms oder schlechte Sitzhaltung hin untersucht werden.

Migräne

Eine Sonderform des Kopfschmerzes ist die Migräne. Die häufigste Form ist die einseitige Migräne, bei der die Schmerzen immer nur in einer Kopfhälfte auftreten. Begleitet wird die Migräne oft von Symptomen wie Übelkeit, Taubheitsgefühl in Armen und Beinen, Schwindel und Lichtempfindlichkeit. Die Betroffenen leiden mitunter mehrere Tage unter diesem quälenden Zustand.

Weltweit sind etwa zehn bis 15 Prozent der Menschen von Migräne betroffen. Die Häufigkeit der Anfälle variiert stark. Während die einen nur wenige Male im Jahr unter einem Migräneanfall leiden, gibt es Betroffene, die gleich mehrmals im Monat mit den Schmerzattacken zu kämpfen haben.

Ausgelöst wird die Migräne nach ärztlichen Erkenntnissen wahrscheinlich durch eine Übererregbarkeit des Gehirns, die zu einer entzündungsähnlichen Reaktion in den Gehirnhäuten führt.

Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen" am 05.09.2017 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

Artikel mit anderen teilen