Mammografie-Vorsorge (Foto: dpa)

Nur die Hälfte der Frauen nutzt die Mammografie-Vorsorge

  07.10.2017 | 08:45 Uhr

Der Oktober ist der Monat, in dem alljährlich das Thema Brustkrebs verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden soll. Es ist mit Abstand die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Jährlich gibt es an die 70.000 Neuerkrankungen. Und wie bei den meisten Krebsarten gilt auch bei Brustkrebs: Je früher er erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Doch nur die Hälfe der Frauen ab 50 nutzt die Mammografie-Vorsorge.

Audio: Interview

Interview: "Viele haben einfach Angst vor dieser Untersuchtung"
Audio [SR 3, Interview: Katja Preißner, 07.10.2017, Länge: 02:02 Min.]
Interview: "Viele haben einfach Angst vor dieser Untersuchtung"
Nur gut die Hälfe der Frauen ab 50 im Saarland nutzt die Mammografie-Vorsorge. Warum das so ist und welchen Nutzen das Screenig hat, darüber spricht Christa Stegmaier, die Leiterin des Saarländischen Krebsregisters, im SR 3-Interview.

Nur gut die Hälfte nutzt die Vorsorgeuntersuchung

Frauen über 50 können auf Kosten der Krankenkasse alle zwei Jahre eine Mammografie durchführen lassen. Doch nur rund die Hälfte der Frauen nimmt dieses Angebot wahr. "Wir laden im Jahr etwa 70.000 Frauen ein, doch nur 52 Prozent kommen zur Untersuchung", sagt Christa Stegmaier, Leiterin des Saarländischen Krebsregisters. Der Grund: Viele Frauen hätten Angst vor der Untersuchung - Angst vor Schmerzen, Angst vor der Strahlenbelastung und auch Angst davor, dass ein Krebs entdeckt wird.

Mammografie erkennt auch ganz kleine Tumore

Von den rund 70.000 Frauen, die im Saarland zur Mammografie eingeladen werden, würden zwischen 400 bis 450 im Jahr an Krebs erkranken "und etwa die Hälfte wird beim Screening entdeckt", so Stegmaier. Bei der Mammografie würden auch die Tumore entdeckt, die noch gar nicht abtastbar sind. Oft seien sie noch so klein, dass sie keinerlei Beschwerden verursachten. Und weil sie so klein seien, sei auch die Behandlung dann meist auch wesentlich schonender.

Ob durch die Mammografie auch die Sterblichkeitsrate bei Brustkrebs gesenkt werden kann, das lasse sich zurzeit jedoch noch nicht sagen, denn dazu gebe es dieses flächendeckende Angebot noch nicht lange genug, sagt Stegmaier.

Über dieses Thema wurde auch in "Guten Morgen" am 07.10.2017 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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