Bärlauch (Foto: dpa)

Die Bärlauch-Saison hat begonnen

  03.04.2017 | 09:14 Uhr

Sein Duft und Geschmack erinnern an Knoblauch und er wächst in der freien Natur: Bärlauch. Beim Sammeln sollte man allerdings vorsichtig sein. Denn schnell kann er mit giftigen Pflanzen, wie zum Beispiel den Maiglöckchen verwechselt werden.

Auf feuchten Waldböden, in Wiesen oder in Gärten sprießt derzeit der Bärlauch. Er gehört zu den ersten Frühlingsboten und treibt zusammen mit Schneeglöckchen und Brennnesseltrieben. Mit seinem frischen Grün und dem typischen knoblauchartigen Duft zieht er immer mehr Hobbysammler an. Denn in vergangenen Jahren hat die Gewürz- und Heilpflanze zunehmend die Küchen erobert. Im Saarland ist er besonders im Bliesgau entlang des Mandelbachs zu finden. Theoretisch sind alle Teile des Bärlauchs essbar. Meistens werden aber nur die Blätter genutzt.

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Mit dem GuMo-Mobil auf Bärlauchtour
Audio [SR 3, Uwe Jäger, 03.04.2017, Länge: 03:08 Min.]
Mit dem GuMo-Mobil auf Bärlauchtour
Überall im Land wächst zurzeit der Bärlauch - auch im Saarbrücker Stadtwald. SR 3-GuMo-Mobil-Reporter Uwe Jäger war mit Förster Ralf Blechschmidt auf Erntetour im Wald.

Beim Sammeln sollte man aber genau hinsehen. Denn die Verbraucherzentrale des Saarlandes warnt: Bärlauch kann leicht mit den Blättern von Maiglöckchen, Herbstzeitlosen oder dem Aronstab verwechselt werden. Diese Pflanzen sind allesamt sehr giftig. Ihr Verzehr kann zu Magenbeschwerden, Entzündungen, Koma bis hin zum Tod führen. Um Verwechslungen zu vermeiden, sollte man daher folgende Tipps beachten: 

  • Geruchsprobe: Zerreibt man die Bärlauchblätter zwischen den Fingern, entwickelt sich ein starker knoblauchartiger Geruch. Bei den anderen Pflanzen ist dies nicht der Fall. Aber Achtung: Der Geruch bleibt an den Fingern haften und kann bei weiteren Proben zur Täuschung führen. 

  • Die Blätter des Bärlauch wachseln einzeln aus dem Boden und knicken leicht ab. Beim Maiglöckchen hingegen wachsen zwei oder drei Blätter gleichzeitig aus einem kurzen Stiel. 

  • Auf der Rückseite der Bärlauchblätter ziehen sich die Blattadern parallel vom Stiel zur Blattspitze. Beim Aronstab verzweigen sie sich hingegen von der Blattmitte aus.

Zubereitung

Ob als Pesto oder Suppe, zu Salat, Nudeln, Fleisch oder auf Pizza – ähnlich wie der Knoblauch lassen sich auch mit Bärlauch fast alle Gerichte verfeinern. Durch Erhitzen verliert er allerdings an Geschmack. Daher ist er fein geschnitten und roh in Salaten oder im Kräuterquark besonders lecker. Allerdings ist auch das nicht ungefährlich: Wird der Bärlauch selbst gepflückt, besteht die Gefahr, dass an den Blättern Eier des Fuchsbandwurms haften. Um diese abzutöten, sollte der Bärlauch mindestens fünf Minuten auf 50 Grad erhitzt werden.


Bärlauch-Rezepttipp


Pistazien-Bärlauch-Pesto (Foto: Dirk Guldner)
Pistazien-Bärlauch-Pesto

Bärlauch-Pesto

Zutaten
25g Pinienkerne
90g Bärlauch
25g glatte Petersilie, geputzt gewogen
25g frisch geriebender Parmesan
200 ml Olivenöl
Salz
Pfeffer
Zitronensaft

Zubereitung
Die Pinienkerne in einer heißen Pfanne ohne Fett goldbraun rösten. Beim Bärlauch dicke Stängel entfernen, die Blätter gründlich waschen und trocken schleudern. Bei der Petersilie Blättchen von den Stängeln zupfen.

Bärlauch- und Petersilienblätter, Pinienkerne und das Öl in einen Mixer geben und gründlich pürieren. In eine Schüssel geben, Parmesan unterrühren, mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Zitronensaft würzen und gut vermischen.

Die Menge reicht für ca. 400 g schmale Bandnudeln oder Spaghetti. Dafür den Pesto mit 4 bis 5 EL Nudelkochwasser verrühren und mit den Nudeln mischen. 


Bärlauch und Rezepttipps waren Thema in der Sendung "Guten Morgen" am 03.04.2017 auf SR 3 Saarlandwelle.

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