Stress (Foto: dpa)

ADHS bei Erwachsenen

Nadine Thielen   12.06.2017 | 11:45 Uhr

Wenn ein Kind zappelig ist, sich nicht konzentrieren kann und ständig ermahnt werden muss, dann kommen viele auf die Idee: das Kind könnte doch ADHS haben. Bei Erwachsenen ist das nicht so einfach. Die Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung fängt zwar immer bei Kindern an – bleibt aber auch im Erwachsenenalter. Nur bei Erwachsenen wirkt sie sich oft anders aus.

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Viele Erwachsene leiden an einer Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) und wissen es gar nicht. Doch es gibt Anzeichen, wie man die Störung an sich - oder an anderen - erkennen kann. Es fängt beim Zuhören an: Vielen ADHS-Betroffenen gelingt das kaum, richtig zuzuhören Und nicht nur das. Auch mit der Aufmerksamkeit an einer Sache dran zu bleiben, zu organisieren und damit verbunden - Prioritäten zu setzten - falle vielen Betroffenen schwer, sagt ADHS Experte Dr. Emanuel Bubl vom Uniklinikum in Homburg.

Der Übergang von normalen Konzentrationsschwierigkeiten zur Störung ist fließend. Aber ADHS kann auch ganz andere Formen haben: Verträumtheit, Antriebslosigkeit, Verträumtheit bis hin zur Depression.

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ADHS - "Wie ein Automotor, der immer auf Hochtouren läuft"
Audio [SR 3, Nadine Thielen, 12.06.2017, Länge: 02:23 Min.]
ADHS - "Wie ein Automotor, der immer auf Hochtouren läuft"
Die Zappelphilipp-Krankheit gilt oft als Störung bei Kindern. Dabei hört ADHS bei Erwachsenen nicht auf. Das größte Problem für betroffene Erwachsene: ADHS wird oft nicht erkannt! SR 3 Reporterin Nadine Thielen hat mit einem Betroffenen gesprochen.

Ein Fallbeispiel

Auch Wolfgang aus Pirmasens leidet an der Störung. Bei ihm machte sich die ADHS so bemerkbar: "Die Augen bewegen sich, der Körper bewegt sich. Die Geräusche sind so stark, dass man gar nicht weiß, ist es jetzt wichtig oder ist es unwichtig? Man wird aggressiv. Falsche Wahrnehmung entsteht."

Ott hat die ADHS durch Medikamente, eine bessere Ernährung und durch tägliches Laufen in den Griff bekommen. Ihn hatte seine Frau vor zwei Jahren zum Arzt geschickt, weil ihr aufgefallen war, dass etwas nicht mit ihm stimmte.

Dr. Emanuel Bubl rät deshalb beim verstärkten Auftreten von Symptomen, genau auf das Umfeld zu hören und sich ggf. an einen Arzt zu wenden.

Über dieses Thema wurde auch in den "Bunten Funkminuten" am 12.06.2017 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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