Ein Mobilfunkmast steht auf einem Dach (Foto: dpa/Alexandra Schuler)

Weiterhin Netzprobleme und Stromausfälle

Renate Wanninger   09.02.2018 | 16:55 Uhr

Sie leben auf dem Land und haben nicht mal Handynetz! Außerdem plagen sie immer wieder Stromausfälle. So ergeht es den Gerlfangern in der Gemeinde Rehlingen-Siersburg schon seit Jahren. Das Problem war auch vor rund zwei Jahren schon Thema beim "Treffpunkt-Ü-Wagen" in Gerlfangen. Damals schien alles auf einem guten Weg zu sein, doch hat sich letztendlich bis heute nichts an der Situation geändert.

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Gerlfangen: Weiterhin Netzprobleme und Stromausfälle
Audio [SR 3, Renate Wanninger, 09.02.2018, Länge: 03:15 Min.]
Gerlfangen: Weiterhin Netzprobleme und Stromausfälle

Was tun im Notfall ohne Mobilfunk-Empfang und ohne Strom? Wie den Notruf verständigen? Einem Gerlfanger Ehepaar ist im Januar genau das passiert.

Im Notfall ohne Netz

Marita lebt mit ihrem an MS erkrankten Mann in Gerlfangen. Er hat Pflegegrad Fünf, seine Frau muss immer für ihn da sein. Manchmal braucht er mehr und manchmal weniger Hilfe. Und es gibt Tage, da braucht er nicht nur die Hilfe seiner Frau, sondern auch die des Notdienstes. So wie am 21. Januar diesen Jahres. Nach einer akuten Reaktion auf ein bestimmtes Medikament sei er nicht mehr ansprechbar und sein Blutdruck nicht mehr messbar gewesen, sagt seine Frau. Ein lebensbedrohlicher Zustand. An diesem Tag war in Gerlfangen aber zwischen 13.00 und 17.00 Uhr der Strom abgestellt. Die Folge: kein Festnetz, kein Haus-Notruf und dazu noch kein Handy-Empfang.

Erst nach längerer Suche sei es ihr gelungen, jemanden zu finden, der etwas Handyempfang hatte und der für einen Notruf sorgen konnte, sagt Marita. Dadurch ist aber wertvolle Zeit verlorgen gegangen. Sie schätzt mindestens eine viertel Stunde.

Gemeinde sieht Anbieter, Land und Bund in der Pflicht

Bei der Gemeinde Rehlingen Siersburg ist das Problem seit Jahren bekannt. Das räumt auch der Beigeordnete Joshua Pawlak in Vertretung von Bürgermeister Martin Silwanis ein. Die aktuelle Situation sei ein unhaltbarer Zustand, so Pawlak. Er beklagt, dass die Mobilfunkanbieter ihrer Verpflichtung, 98 Prozent des Netzes in Deutschland auszubauen, nicht nachkämen und dass beim Ausbau insbesondere die ländlichen Regionen das Nachsehen hätten.

Und deshalb hat man schon vor Jahren versucht, die Mobilfunkanbieter davon zu überzeugen, dass hier ein Verstärker oder Funkmast her muss, damit vor allem in Notfällen Hilfe geholt werden kann. Obwohl man aber hunderte Gerlfanger und Kunden aus den umliegenden Dörfern zusammengetrommelt hat, die sich bereit erklärten, zu einem einzigen Anbieter zu wechseln, hat sich kein Anbieter gefunden: Zu wenige Kunden, zu wenig Profit, heißt es seitens der Anbieter in einem Schreiben gegenüber der Gemeinde.

Marita ist diese Aussage zu dürftig. Sie fordert die Gemeinde auf, endlich zu handeln. Pawlak meint aber, dass die Gemeinde aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht eingreifen kann. Hier seien auch das Land und vor allem Bund gefragt, die Anbieter in die Pflicht zu nehmen.


Über dieses Thema wurde in der Sendung "Region am Nachmittag" am 09.02.2018 berichtet.

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