Junge Flüchtlinge gehen durch den Flur ihrer Unterkunft. (Foto: picture alliance / Uli Deck/dpa)

DRK-Flüchtlingsprojekte vor dem Aus?

Patrick Wiermer   09.02.2018 | 07:55 Uhr

Das Projekt HELP in Burbach hat Kindern und Jugendlichen aus Kriegsgebieten geholfen, ihre oft traumatischen Erfahrungen zu verarbeiten. Doch das Projekt ist im Januar ausgelaufen. Nun hat das Sozialministerium Hilfe versprochen.

Geschichten von Krieg, Gewalt und Flucht - Alltag für die Psychologin Ansaf Ewaiwi: Bis Januar betreute sie im Projekt HELP am psychosozialen Zentrum für Flüchtlinge in Burbach traumatisierte Kinder und Jugendliche aus Kriegsgebieten. 17 Kinder im Alter von fünf bis 18 Jahren, in den meisten Fällen Jungs waren zuletzt in dem Projekt untergebracht.

Traumabewältigung, Integration, Jugendhilfe

Burbach: DRK-Flüchtlingsprojekt vor dem Aus
Audio [SR 3, Patrick Wiermer, 09.02.2018, Länge: 02:27 Min.]
Burbach: DRK-Flüchtlingsprojekt vor dem Aus

Die Kinder und Jugendlichen wurden oft von Lehrern und Erziehern an das DRK vermittelt. Sie litten unter anderem an massiven Konzentrationsschwierigkeiten, sei teilweise apathisch oder sogar nicht ansprechbar gewesen, so die Psychologin Ewawi.

In anderen Fällen sind Kinder und Jugendliche aggressiv, etwa gegenüber ihren Lehrern. Auslöser seien oft traumatische Kriegserlebnisse. Manchmal geht es in den Therapiengesprächen aber auch um ganz normale Teenager-Probleme oder um Anpassungsschwierigkeiten.

Einer ihren Patienten, ein 14-jähriger Junge, hatte in seiner Heimat insgesamt nur drei Monate die Schule besucht. Das führte auch hier zu Problemen. Das Projekt HELP habe aber dazu geführt, dass er den Schuleintritt wieder geschafft habe, sagt Ewawi.

Sozialministerium sagt Hilfe zu

Im Zuge der SR 3-Berichterstattung hat nun das Sozialministerium seine grundsätzliche Unterstützung zum Erhalt der Projekte zugesagt. Wie Staatssekretär Stephan Kolling erklärte, dürfe es nicht zu einer Versorgungslücke für Flüchtlinge kommen. Das PSZ in Burbach halte wichtige und notwendige Hilfs- und Unterstützungsleistungen vor. Alle beteiligten Partner müssten sich aber an der Finanzierung beteiligen. Das Sozialministerium beabsichtige, rund 40.000 Euro einbringen. Auch habe man die Projekte beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge(BAMF) zur finanziellen Förderung angemeldet.  

Wir sind in guten Gesprächen mit dem Träger der Projekte. Nach einer Besprechung haben wir den DRK Landesverband als Träger der Projekte und des Psychosozialen Zentrums gebeten, die Konzeption zu überarbeiten und die Schnittstellen mit den Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung zu überarbeiten und diese für die Finanzierung der Gesundheitsleistungen einzubinden. Gefordert sei auch die Psychotherapeutenkammer des Saarlandes: die wichtige und notwendige Weiterbildung von Psychotherapeuten und Psychiatern müsse von der Psychotherapeutenkammer geleistet und finanziert werden.

Über dieses Thema wurde auch in den Sendungen "Guten Morgen" und "Region am Mittag" am 09.02.2018 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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