Das Laufrad von damals und ein Rennrad von heute (Foto: Stephan Deppen)

200 Jahre Fahrrad

Stephan Deppen   12.06.2017 | 10:30 Uhr

Der 12. Juni gilt als der Geburtstag des Fahrrades. Vor 200 Jahren hat der Erfinder des Laufrades, Freiherr von Drais, die erste Ausfahrt mit seiner Erfindung unternommen. Von seinem Wohnhaus in Mannheim aus. Allemal ein guter Grund für das Mannheimer Technoseum eine große Ausstellung der Geschichte des Fahrrades zu widmen.

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200 Jahre Fahrrad
Audio [SR 3, Stephan Deppen, 12.06.2017, Länge: 02:23 Min.]
200 Jahre Fahrrad
Da staunten die Leute vor 200 Jahren in Mannheim. Am 12. Juni 1817 unternahm Karl Drais die erste Ausfahrt mit seinem Laufrad. Das Technoseum in Mannheim bietet zum runden Jubiläum des Rades eine Sonderausstellung an: "2 Räder - 200 Jahre. Freiherr von Drais und die Geschichte des Fahrrades" - so der Titel. SR 3-Reporter Stephan Deppen hat sie besucht und zum Jubiläum des Drahesels mit überzeugten Radlern gesprochen.

Womit alles begann

Im Mannheimer Technoseum stehen auf 800 Quadratmetern stehen 100 historische Fahrräder sowie 350 weitere Objekte, die die Räder in zeitgenössischen Ansichten erlebbar machen.

Karl Freiherr von Drais, geboren und gestorben in Karlruhe, Forstbeamter und Erfinder. Erfinder der Laufmaschine - eine Holzkonstruktion mit zwei gleich großen Rädern. Keine Kurbel, keine Kette - aber sonst hat das Gefährt schon viel von einem Fahrrad, wie wir es heute kennen: Lenkung, höhenverstellbarer Sattel, Bremse, Ständer, Packtasche. Das Laufrad von Herrn von Dreis "enthält viel Fahrrad, wie wir es heute kennen", sagt Thomas Kosche, der die Ausstellung konzipiert hat.

Räder aus dem Ende des 19. Jahrhunderts in der Mannheimer Ausstellung (Foto: Stephan Deppen )
Räder aus dem Ende des 19. Jahrhunderts in der Mannheimer Ausstellung (Foto: Stephan Deppen)

Fast 50 Jahre lang macht die Entwicklung des Fahrrades kaum Fortschritte - dann aber ging es schnell: Das Hochrad von 1870 war eine Episode, das so genannte Sicherheitsrad war ein Rover aus England, 1884/85, zehn Jahre später hielt dann der Luftreifen Einzug und mit dem sogenannten Diamantrahmen hatte das Fahrrad im Grunde seine endgültige Form gefunden.

Kein Verkehrsmittel für das Volk

Ein Fortbewegungsmittel für breite Bevölkerungsschichten- das war ursprünglich nicht der Zweck der Erfindung des Karl Drais. Es sollte ein Fahrzeug sein, mit dem man in bestimmten Bereichen, zum Beispiel bergab, sogar schneller als ein Pferd sein kann, erklärt Kosche. Das habe Drais auch in einem Prospekt zum Laufrad so beschrieben. Es ist definitiv nicht als Verkehrsmittel gedacht gewesen, sondern eher als Freizeit- und Vergnügungsfahrzeug für Wohlhabende und Adlige.

Mit der Jahrhundertwende kam der Wechsel

Der Wandel vom teuren Luxusgut zum vergleichsweise preiswerten Verkehrsmittel habe sich erst um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert vollzogen, sagt Ausstellungskurator Thomas Kosche.

Bonanzarad in der Mannheimer Ausstellung (Foto: Stephan Deppen)
Bonanzarad in der Mannheimer Ausstellung (Foto: Stephan Deppen)

Im Laufe der Jahre entwickelten sich dann weitere Spielarten: 1930 das erste Liegerad, 1968 das Bonanzarad, 1977 das Mountainbike und Anfang der 90er Jahre das erste Elektrofahrrad, heute Pedelec genannt.

Dank neuer Werkstoffe, Produktionsmethoden und technischen Fortschritts bietet das Fahrrad von heute weitgehend pannenfreie Bereifung, gute Bremsen, Vielfalt, helle Beleuchtung und Vielfalt bei Schaltungen. Und das für jeden Geldbeutel. Und wer will, kann es wieder zu dem machen, was es ganz am Anfang war: ein teures Stück Luxus.

Über dieses Thema wurde auch in den "Bunten Funkminuten" am 12.06.2017 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.


Auf einen Blick


"2Räder - 200 JAhre Freiherr von Drais und die Geschichte des Fahrrades"
Noch bis zum 25. Juni 2017


Technoseum
Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim
Museumsstr. 1
68165 Mannheim
Tel.: +49 (0) 621/ 4298-9
www.technoseum.de

Noch bis zum 25. Juni 2017

Öffnungszeiten
täglich von 9.00 bis 17.00 Uhr im Technoseum Mannheim

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