Szene aus Rossinis Oper Wilhelm Tell am SST (Foto: Martin Kaufhold)

Tosender Applaus zur Spielzeiteröffnung am SST

Barbara Grech   11.09.2017 | 10:02 Uhr

Am 10. September war große Spielzeiteröffnung am Saarländischen Staatstheater. Ab dieser Saison gibt es ein komplett neues Ensemble mit einem neuen Generalintendanten Bodo Busse. Da war die Neugierde natürlich groß - zumal es auch noch zum Einstand eine relativ selten gespielte Oper gab: "Guillaume Tell" von Gioachino Rossini. Eine provokante, aber schmissige Aufführung - und das wurde vom Publikum mit tosendem Applaus quittiert.

Wilhelm Tell, der Schweizer, der seinem Sohn den Apfel vom Kopf geschossen und unser Nachbarland in die Freiheit geführt hat, ein Stoff, aus dem große Opern sind. Und solch eine gab es am 10. September im Großen Haus des Saarländischen Staatstheaters. Zum Auftakt der neuen Saison gab das neue Ensemble um den neuen Generalintendanten Bodo Busse: "Guillaume Tell" von Gioachino Rossini. Eine Oper mit waghalsigen Arien und herzerweichenden Duetten in einer krachenden Inszenierung.

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Die Spielzeiteröffnung am Saarländischen Staatstheater
Audio [SR 3, Barbara Grech, 11.09.2017, Länge: 02:06 Min.]
Die Spielzeiteröffnung am Saarländischen Staatstheater

Ja, die Liberté, also die Freiheit, ist ein hohes Gut. Dafür muss gekämpft, gestorben und gelitten werden. So ist es auch im Heldenepos Wilhelm Tell, dem sich der Komponist Gioachino Rossini angenommen hatte und dazu eine Musik mit Verve und Pathos komponierte.

Die eigentliche Geschichte ist dabei eher ernüchternd - zumindest in der Inszenierung von Roland Schwab. Auf der Saarbrücker Bühne ist Wilhelm Tell ein Freischärler, der jugendliche Tenor ein weinerlicher Held - wenn auch am Premierenabend mit grandioser Stimme - und die Truppen um den Erzfeind Gessler sind grausam mordende Milizen. Das Ganze erinnert an die Bürgerkriege in Syrien oder dem ehemaligen Jugoslawien.

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Rossinis Oper "Guillaume Tell" am SST

Es war ein Abend für Opernliebhaber - und das muss es auch sein bei knapp vier Stunden Aufführungszeit. Ohne Tamtam oder große Begrüßungsarien - auch das ein Statement des neuen Generalintendanten Bodo Busse. Es ging nicht um ihn und sein neues Team, sondern um die Musik und die Inszenierung. Das Publikum war angetan und dankte es mit tosendem Applaus.

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Studiogespräch: "Pathetisch, grausam und bombastisch"
Audio [SR 3, 11.09.2017, Länge: 04:07 Min.]
Studiogespräch: "Pathetisch, grausam und bombastisch"
Barbara Grech im Gespräch mit Jochen Erdemenger von ihren Permieren-Eindrücken.

Über dieses Thema wurde u.a. auch in "Guten Morgen" am 11.09.2017 auf SR 3 Saarlandwelle berichtet.

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