Krimitipp (Foto: dpa)

Don Winslow - "Corruption"

Jochen Marmit  

"Corruption" heißt der neueste Roman von Don Winslow - ein Polizeithriller rund um die Verstickungen von Justiz, Politik, Mafia und Immobilienhaien. Unser Krimitipp am Samstag auf SR 3 Saarlandwelle.

Der wöchentliche Krimitipp auf SR 3 im "Samstagabend" - live zu hören immer in der Stunde zwischen 18.00 und 19.00 Uhr und dann dienstags nochmal in den "Bunten Funkminuten".


Krimitipp: Don Winslow - "Corruption"
Audio [SR 3, Jochen Marmitt, 10.11.2017, Länge: 03:37 Min.]
Krimitipp: Don Winslow - "Corruption"

Audio

Don Winslow
"Corruption"

Droemer-Verlag
HC, Seiten: 541
Preis: 22,99 Euro
E-Book: 16,99 / Kindle
ISBN: 978-3-426-28168-0
Erscheinungsdatum:  20.06.2017

Hörbuch: Lübbe Audio, 3 mp3-CDs, gelesen von Dietmar Wunder; 20 Euro / Download 13,99 Euro


Fazit

Studiogespräch: "Winslow zeigt uns die unterschiedlichen Facetten der Korruption"
Audio [SR 3, Studiogespräch: Christian Job/Ulli Wagner, 14.11.2017, Länge: 02:42 Min.]
Studiogespräch: "Winslow zeigt uns die unterschiedlichen Facetten der Korruption"

"Corruption“ ist ein Polizeithriller ohne Schnörkel. Dafür voller Klischees, Straßensprache, Insiderwissen, sehr nah an realen politschen und sozialen Zuständen. Ein Buch, das die Hauptfigur, den irischstämmigen Detective Denny Malone als Erzähler, Dreh- und Angelpunkt, als gefallenen Cop auf eine Achterbahnfahrt schickt, die immer schneller wird, in den Abgrund rast.

Gelungen inszeniert ist das Überschreitung der roten Linie vom guten zum korrupten Cop, Schritt für Schritt. Gelungen ist vor allem das starke Porträt eines Manns, der ein guter Polizist sein will. Der dafür sein Leben riskiert, seine starke Truppe auch über die legalen und menschlichen Grenzen hinaus in Einsätze schickt.

Nachvollziehbar und zugleich zerstörerisch ist der Sog, sich selbst zu belohnen für das „Sauberhalten des eigenen Bezirks“. Hart bis unerträglich sind die Zustände und Verbrechen, die in kontrolliert abhängig gehaltenen Wohnvierteln in New York herrschen. Dan Winslow weiß, worüber er schreibt.  Auch, wenn es um die Verstrickung von Justiz, Politik, Mafia und Immobilienhaien geht. In "Corruption“ fallen alle über alle her sobald sie die Möglichkeit haben – weil eben alle im sich selbst fressenden System mitmischen. Das ist alles nicht neu (was es nicht besser macht), aber: rasant, sarkastisch, mit dem analytischen Forscherblick des Krimiautors seziert und aufgeklappt. Weniger Thriller, mehr dunkles Sittengemälde, das an allen Ecken und Enden brennt.

Jochen Marmit


Der Autor


Don Winslow (Foto: Pressefoto)

Don Winslow

Don Winslow (1953, New York) wuchs auf Rhode Island auf. Seine Mutter, eine Bibliothekarin, und sein Vater, ehemaliger Offizier bei der Navy, bestärkten ihn schon früh in dem Wunsch, eines Tages Schriftsteller zu werden. Besonders die Themen Drogenhandel und Mafia erlebte der junge Don Winslow hautnah: Seine Großmutter arbeitete Ende der 60er für den berüchtigten Mafiaboss Carlos Marcello. Nach der Schule kehrte Don Winslow nach New York zurück, zunächst war er Kinobetreiber, Fremdenführer auf afrikanischen Safaris und chinesischen Teerouten, Unternehmensberater und einige Jahre auch Privatdetektiv.

Als Schriftsteller arbeitet Don Winslow immer an zwei Romanen gleichzeitig - unermüdlich. Vor allem seine Triologie zu mexikanischen Drogenkartells rund um das Buch "Tage der Toten“ und "Das Kartel“ haben ihn international zu einem der bekanntesten Thrillerautoren gemacht. Dabei spielen oft jahrelange Recherchen vor Ort eine wichtige Rolle – auch bei seinem neusten Buch „Corruption“, für das er in den New Yorker Polizeialltag abgetaucht ist. Don Winslow lebt mit seiner Frau und deren Sohn in Kalifornien.

Jochen Marmit


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