Öffentliche Toilette (Foto: pixabay (CC0))

„Es heißt STILLES Örtchen“

Michael Friemel   13.03.2017 | 10:40 Uhr

Von wegen „stilles Örtchen“. Wenn´s nach mir ginge: JA! Sehr still. Zumindest, wenn´s ein öffentliches Örtchen ist. Ich finde es gibt nix unangenehmeres, als auf´m Klo zu sitzen, und nebenan geht die Welt unter. Man glaubt ja gar nicht, wie häufig das vorkommt!

Und das bei Menschen, die man gut kennt. Ich mein auf der Flughafentoilette oder im Rasthaus könnte man die Ungehemmtheit des Kabinennachbarn ja noch auf die Anonymität schieben. So nach dem Motto: Wir beide werden uns nie mehr begegnen, also isses im wahrsten Sinne des Wortes „Scheißegal!“ Feuer frei.

Aber wie oft passiert einem das auch auf der Arbeit, oder im Vereinshaus. Wo man die Menschen, mit denen man sich das Klo teilt, kennt. Ihnen vielleicht sogar noch im Vorraum begegnet ist, und dann selbst die ganze Zeit über möglichst leise sitzt, in der Hoffnung, der Sitzgenosse macht sich bald vom Acker. Und dann bricht da nebenan die Schlacht los. Unglaublich.

Bei uns Männern gibt’s ja zusätzlich noch die Herausforderung „Urinal-Begegnungen“. Die versuche ich ganz gerne zu vermeiden, in dem ich – wenn ich den Raum betrete, und da schon jemand steht – schnurstracks Richtung Kabine abbiege.

Wenn man aber der Erste ist, also schon fröhlich vor dem Pissoir steht, und dann Besuch bekommt – dann ist man verratzt. Ein ungeschriebenes Gesetzt besagt ja: Mehr als ein knappes „Hallo“ ist unangebracht. Trotzdem gibt es auch in dieser Situation Menschen, die doch tatsächlich eine engagierte Konversation lostreten wollen. „Gemorje – aaach, hasche aach emol gemisst! Jo … Sah mol, was macht´n de Babba? Hat er noch Gips?“

Vielleicht darf ich an dieser Stelle mal folgendes kundtun:

a) Nein, der Gips ist schon ab

b) Ich vermeide schon den Besuch von Weihnachtsfeiern, um meine Chefs nicht tanzen zu sehen. Insofern wäre ich dankbar, beim Klobesuch mit Kollegen oder Vereinsfreunden nicht über deren Intervallstrahl-Problematik sprechen zu müssen.

OK? Dankeschön.

Michael Friemel


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