Grundschüler lesen im Unterricht (Foto: dpa)

Geschirrspülernetiquette

  02.01.2018 | 10:45 Uhr

Beim Geschirrspülereinräumen lauern überall Fehlerquellen, schreibt SR 3-Moderator Michael Friemel in seiner wöchentlichen Kolumne.

„Wer hat dann denne Geschirrspüler sooo ingeräumt?!“ Fragen Sie sich das auch manchmal? Wenn Sie die Luke öffnen, der erste Nebel verdampft ist, und den Blick freigibt auf das Frischgewaschene.

Da hätten doch locker noch fünf Teller reingepasst, da wo der große Suppentopf querliegt, den man auch schnell von Hand hätte abwaschen können. Hätte, Hätte, Geschirrspülnetiquette. Ja, da kann man so vieles falsch machen!

Fairerweise muss ich gestehen, dass ich eher auf der Seite stehe, die den Ärger abbekommt. Den Topf von Hand abspülen, würde ja bedeuten, sich die Finger nass zu machen. Deswegen spüle ich Teller und Co. auch nicht vorher unter laufendem Wasser ab. Was ist denn das für ein Quatsch? Und für ne Wasserverschwendung! Alle Essensreste unter der Größe eines Kotelettknochens werden locker von unserer Maschine bewältigt. Da gabs noch nie Probleme.

Und meine Einräumtechnik kann sich auch sehen lassen. Kein Spalt, in den nicht noch ein Pfannenwender oder eine Suppenboll verkehrt herum reinpassen würde. OK, beim Ausräumen ist die Boll dann nicht selten noch voll mit Spülwasser und auch in der ein oder andern Müslischale steht noch die Brühe, aber: Die kann man ja dann beim nächsten Durchgang einfach nochmal mitlaufen lassen. Wenn keiner hinguckt.

Beim Besteck scheint es ja im Übrigen richtig verhärtete Fronten zu geben. Die Freunde der Besteckschublade gegen die Befürworter des Besteckkorbs. Und die Verfechter des „Mit dem Griff-nach-oben-in-den-Korb-Einräumes“ und die anderen. Und apropos verhärtet: Wie halten sie es denn eigentlich mit verhärteten Nudelresten an den Gabel beim Ausräumen? Drehen die noch eine Runde, oder gucken sie ob jemand guckt, und kratzen dann mit dem Fingernagel solange dran rum, bisses für die Besteckschublade reicht?!

Michael Friemel


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