Das Strafgesetzbuch liegt auf einer Akte. (Foto: picture alliance / Marcel Kusch/dpa)

Anklage in Mordprozess verlesen

mit Informationen von Thomas Gerber   12.01.2018 | 09:52 Uhr

Vor dem Saarbrücker Landgericht hat am Freitag der Mordprozess gegen einen 22-Jährigen aus dem rheinland-pfälzischen Bechhofen begonnen. Er soll nach einer Party in Kleinblittersdorf einen 19-Jährigen erdrosselt haben. Das Opfer galt ein Jahr lang als vermisst, bis Ermittler den Leichnam fanden.

Video [aktueller bericht, 12.01.2018, Länge: 3:25 Min.]
Anklage in Mordprozess verlesen

Zum Prozessauftakt wurde nur die Anklage verlesen. Für kommende Woche hat der 22-Jährige aber angekündigt, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen.

Der entscheidende Hinweis, der die Ermittler auf seine Spur brachte, war vor von einem Bekannten der beiden gekommen: Dieser war am Mittag nach einer Party, bei der reichlich Drogen und Alkohol konsumiert worden sein sollen, mit dem 19-Jährigen und dem nun angeklagten 22-Jährigen im Auto unterwegs gewesen. Möglicherweise wollten die drei weiter Amphetamine konsumieren. Das spätere Opfer soll zuvor geprahlt haben, bei Drogengeschäften viel Geld gemacht zu haben.

Im Wald verscharrt

Auf der Fahrt soll der 19-Jährige auf dem Beifahrersitz eingeschlafen sein. Der Beschuldigte saß laut Anklage hinter ihm und nahm ihm Geld und Drogen ab. Die jungen Männer sollen nach Bechhofen zu einer Waldhütte gefahren sein – dort soll der Angeklagte den schlafenden 19-Jährigen mit einem Seil erdrosselt haben. Die Leiche packten der 22-Jährige und sein Begleiter laut Anklage in den Kofferraum, fuhren sie ins nahe Frankreich und verscharrten sie im Wald.

Staatsanwaltschaft geht von Mord aus

Ein Jahr lang galt der 19-Jährige als vermisst, nach ihm wurde auch öffentlich gesucht. Nachdem der Begleiter ausgepackt hatte, fanden Ermittler ein Jahr nach seinem Verschwinden die Leiche des jungen Mannes. Eine DNA-Analyse bestätigte: Der Tote ist der 19-Jährige.

Die Staatsanwaltschaft geht von Mord aus, der Angeklagte soll den 19-Jährigen getötet haben, um eine Straftat zu verdecken. Seine rechte Gesinnung soll bei der Tat keine Rolle gespielt haben.

Über dieses Thema wurde auch in der SR3-Rundschau vom 12.01.2018 berichtet.

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