CD-Cover: "Hering on the Rocks" von Charles Graeber (Foto: Plattenlabel)

Charles Graeber: "Hering on the Rocks"

  17.09.2017 | 18:00 Uhr

Welthits mit saarländischem "Schmagges": Das neue Album "Hering on the Rocks" hat der Wahl-St.Wendeler Charles Graeber mit seinem Band-Projekt "Schmagges“ verwirklicht. Darin verbindet er u. a. bekannte Blues-, Rock- und Soultitel von Eric Clapton, Ray Charles und Joe Cocker und verwendet in ihnen auch saarländische Mundarttexte. Unser CD-Tipp der Woche.


CD der Woche vom 17. bis 24. September 2017


CD-Cover: "Hering on the Rocks" von Charles Graeber (Foto: Plattenlabel)

Charles Graeber: "Hering on the Rocks"

Label: Click Records CHG 1350
Bestellnummer: LC 08361


Charles Graeber stand vor mehr als 50 Jahren als Sänger "Charly“ in St. Wendels erster Beatband "The Starfighters“ hinter dem Mikrofon. Anfang der 1970er-Jahre ging es im "Orchestra John C.“ und bei der Jazzrockband "Sodoma“ weiter. Die Stimme von Charles Graeber gehört zur Musikgeschichte der Kreisstadt St. Wendel.

Erst 2014 ist der 71-jährige Architekt aus Mainz nach St. Wendel zurückgekehrt und arbeitet aktuell mit dem Musik-Kabarett "Pillepalle“ am Programm "Von Woodstock zum Krückstock“ und mit dem Blues- und Rock-Projekt "Schmagges“.

Musik mit "Schmagges"

Graeber hat mit dem Projekt "Schmagges“ für seine aktuelle CD "Hering on the Rocks“ bekannte Blues-, Rock- und Soultitel von Eric Clapton, Ray Charles oder Joe Cocker verwendet und ihnen saarländische Mundarttexte verpasst.

"Für mich ist das kein kommerzielles Projekt, wenn es sich selbst trägt, gut iss‘. Ein großer Star kann man in meinem Alter nicht mehr werden“, so Graeber. Für die Produktion der in einem Studio in Neunkirchen eingespielten CD hat er sich 14 Klassiker mit hohem Wiedererkennungswert ausgesucht und sie mit Wortwitz in einen Platt-Text verpackt.

Die Lieder sollen Stimmung und gute Laune verbreiten, einfach zum Mitsingen animieren. Aus Eric Claptons Country-Rock-Nummer "Lay down Sally“ ist "Mach’s doch selwer, dann siehsch de moo wie’s iss“ geworden. Darin beschäftigt sich der Künstler mit dem am Fernsehen nörgelnden Fußballfan oder politischen Stammtischparolen: "Wer hat die Deppe nur gewählt“.

Welthits auf Mundart

Graeber vermittelt Heimatgefühle und träumt vor sich hin "Wenn die Sonne scheint, lei ich off meiner Wies, an der Blies“. Chris Reas "On the Beach“ hat Pate gestanden. Bob Marleys "I shot the Sheriff“ tauft Graeber in "Eisch hasse Hering“ um. Im Blueshit "I put a spell on you“ klagt er eingängig auf saarländisch "Ich hann die Faxe dick“. Graebers schwarze Soulstimme dominiert gemeinsam mit Sängerin Heike Wagner die Ohrwürmer "Sinn die Weck weg? ("Hit the road Jack“) oder "Ei wie gutt“ ("I feel good“).

Und am Schluss wird dann noch gitarrenbetont gerockt. Dem Discostampfer "Sharp Dressed Man“ vom texanischen Bluesrock-Trio ZZ Top hat er im Refrain sein eigenes Lebensmotto "Mich kritt nix kabutt, isses Lewe noch no trieb, immer hoch die Gellerieb“ eingebaut.

Schon vor vier Jahrzehnten hatte Charles Graeber Blues- und Rocktitel "uff saarländisch“ geschrieben und sie 1974 auf der Platte "Verzeel mer nix“ präsentiert. Mit der Umsiedlung nach Frankfurt, später Mainz hatte er in den Jahren bis 2012 in verschiedenen Kabarett-, Blues- und Deutschrock-Projekten und in einer Ray-Charles-Coverband agiert.

Quelle: www.saarbruecker-zeitung.de

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