Das Areal Betzenhölle bei Neunkirchen (Foto: SR/Alexander M. Groß)

König kritisiert "manipuliertes" Globus-Gutachten

Christoph Grabenheinrich   17.03.2017 | 15:57 Uhr

Das von der Firma Globus in Auftrag gegebene Gutachten zum gewünschten Ansiedlungsstandort in der Neunkircher Betzenhölle, das der Gemeinde Illingen vorgelegt wurde, sei manipuliert. Diesen schweren Vorwurf hat am Freitag Illingens Bürgermeister Armin König (CDU) erhoben und mit Unterlagen dokumentiert.

Mit dem manipulierten Gutachten sei eine ganz andere Methodik suggeriert worden, so König, es seien Sachverhalte vorgetäuscht worden, die es gar nicht gebe. König hatte das Gutachten bereits wegen falscher Zahlen kritisiert, nun sei klar geworden, dass die ganze Grundlage nicht stimme.

Nur Neunkircher Verkaufsflächen einbezogen?

Das Gutachten sollte ursprünglich alle Verkaufsflächen in den von einer Globus-Ansiedlung in Neunkirchen betroffenen Gemeinden auflisten, so steht es in der Illingen vorgelegten Version. In der Originalversion wird allerdings klar, dass nur in Neunkirchen alle Verkaufsflächen erhoben und ausgewertet wurden, nicht aber in den kleineren Kommunen drum herum.

König ist überzeugt, die Manipulation sei eine Angelegenheit für die Staatsanwaltschaft, spricht von Datenmanipulation im Rechtsverkehr. Zu prüfen sei auch, ob es sich um Urkundenfälschung handele.

Globus-Ansiedelung im Naturgebiet

Globus plant auf dem jetzigen Gelände der LIK-Nord einen neuen Standort. Dafür müsste ein kleiner Teil der LIK-Nord-Fläche aus dem Naturschutzprojekt an der Betzenhölle herausgelöst werden. Die Stadt Neunkirchen hatte sich vehement für den Geländetausch eingesetzt, die Mehrheit der LIK-Verbandsversammlung war dem Ansinnen gefolgt. Illingens Bürgermeister König gehört indes zu den schärfsten Gegnern des Projekts.

Über dieses Thema wurde am 17. März auch in den SR-Hörfunknachrichten berichtet.

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