"Unglaublicher Sprachreichtum": Simon Werle

Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis für Simon Werle

Preisverleihung

  08.09.2017 | 07:45 Uhr

Der mit 10.000 Euro dotierte Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis ist am 7. September 2017 auf dem Saarbrücker Halberg an den Übersetzer und Autor Simon Werle verliehen worden. Werle wurde ausgezeichnet vor allem für seine überragende Neuübersetzung des Gedichtzyklus "Les Fleurs du Mal" von Charles Baudelaire.

Termin: 07.09.2017

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Der mit 10.000 Euro ausgetattete Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis der Stiftung des Verbandes der Metall- und Elektroindustrie des Saarlandes (Stiftung ME Saar), der Stadt Sulzbach und des Saarländischen Rundfunks ist 2017 an den Übersetzer und Autor Simon Werle gegangen. Die Jury bestand diesmal aus der Berliner Journalistin Susanne von Schenck, der Literaturbeauftragten der Direction Régionale des Affaires Culturelles (DRAC) der Region Grand Est in Metz, Colette Gravier, und Ralph Schock (Saarländischer Rundfunk).

Video [aktueller bericht, 07.09.2017, Länge: 3:41 Min.]
Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis für Simon Werle

Über den Preisträger

Simon Werle wurde 1957 in Freisen (Saarland) geboren, er lebt seit 1977 in München. Dort und in Paris studierte er Romanistik und Philosophie. Er hat Romane, Erzählungen, Theaterstücke und kürzlich sein erstes Hörspiel geschrieben. Vor allem aber ist er als Übersetzer französischer Klassiker wie Corneille, Molière, Racine, Marivaux und Voltaire bekannt geworden. Er hat aber auch zeitgenössische Autoren wie Marguerite Duras, Michel Leiris, Alfred Jarry, François Maspero, Jules Renard und Victor Segalen übertragen. Er wurde für seine Übersetzungen 1988 mit dem Paul-Celan-Preis und 1992 mit dem Johann-Heinrich-Voß-Preis ausgezeichnet. 2003 erhielt er den Tukan-Preis der Stadt München für seinen Roman "Der Schnee der Jahre".

Intendant betont wichtige Rolle der Übersetzer

"Verstehen funktioniert wesentlich über Sprache", sagt der Intendant des Saarländischen Rundfunks, Professor Thomas Kleist. "Übersetzerinnen und Übersetzer vermitteln zwischen den Sprachen. Das macht sie für unsere Gesellschaft so wertvoll und bedeutsam. Denn sie bringen Geschichten und Gedankenwelten von einer Sprache in eine andere, transportieren – oder besser noch: transponieren – dabei Kultur, Wissen und noch vieles mehr. Auch die Medien sind Vermittler von Information, Bildung, Beratung und Kultur in die Gesellschaft. Insoweit haben Übersetzer und Medien eine vergleichbare Rolle.

Prof. Thomas Kleist, Intendant des Saarländischen Rundfunks (Foto: SR)
Prof. Thomas Kleist, Intendant des Saarländischen Rundfunks

Dem Saarländischen Rundfunk mit seiner hohen Frankreichkompetenz liegen die grenzüberschreitenden Aktivitäten besonders am Herzen. Nicht nur wegen seiner geografischen Nähe zum Nachbarland, sondern vor allem wegen des engagierten Interesses seiner Redakteurinnen und Redakteure am tagtäglichen Geschehen in der Großregion. Das zeigt sich an zahlreichen Beiträgen in Hörfunk, Fernsehen und seinem Internetangebot. Kurzum: Der Saarländische Rundfunk beteiligt sich seit vielen Jahren gerne und engagiert am Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis, weil dieser den grenzübergreifenden Charakter von öffentlich-rechtlichem Rundfunk an der Saar in geradezu idealtypischer Weise spiegelt."

Oswald Bubel, Vorstandsvorsitzender der Stiftung ME Saar: "Die besondere Beziehung zu unseren französischen Nachbarn und die kulturelle Verflechtung mit Frankreich sind ein Alleinstellungsmerkmal des Saarlandes, das uns wichtig ist. Auch aus diesem Grund ist die Stiftung gerne bereit, den Preis seit dreizehn Jahren maßgeblich zu unterstützen."

Der Bürgermeister der Stadt Sulzbach, Michael Adam, betont: "Mit dem Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis wird die Bedeutung des Lebenswerkes von Eugen Helmlé noch stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Es sind so besondere Menschen wie Eugen Helmlé, die eine Stadt wie Sulzbach nicht nur interessant, sondern auch weit über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannt machen. Dem neuen Preisträger Simon Werle gratuliere ich ganz herzlich."

Frühere Preisträger

  • Anne Weber (2016)
  • Hinrich Schmidt-Henkel (2015)
  • Cécile Wajsbrot (2014)
  • Jürgen Ritte (2013)
  • Alain Lance und Renate Lance-Otterbein (2012)
  • Holger Fock und Sabine Müller (2011)
  • Olivier LeLay (2010)
  • Lis Künzli (2009)
  • Nicole Bary (2008)
  • Andrea Spingler (2007)
  • Claude Riehl (2006)
  • Tobias Scheffel (2005)


Stichwort Helmlé

Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass
Eugen Helmlé-Ausstellung: "Dies ist keine Pfeife"
Das Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsass zeigt bis zum 5. Januar eine Ausstellung über Leben und Werk des Sulzbacher Übersetzers Eugen Helmlé. Er wäre am 7. September 90 Jahre alt geworden. SR 2-Reporterin Eva Lippold durfte schon vorab einen Blick in die Vitrinen des Literaturarchivs werfen.

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