Regierungsfasching?! - Die Glosse von Erik Heinrich

Regierungsfasching?!

Die Glosse von Erik Heinrich

  13.02.2018 | 08:00 Uhr

Die Fastnacht ist schon wieder fast vorbei, die tollen Tage neigen sich dem Ende zu. Allerdings ist ein Ende des närrischen Treibens in Berlin noch nicht abzusehen. Sie glauben, das eine ist Karneval, das andere Politik, das hat nichts miteinander zu tun? Das dachte unser Kolumnist Erik Heinrich auch – bis er eines Besseren belehrt wurde.

Für eine Woche war ich verreist, dorthin, wo die Menschen "Fasching" zum Karneval sagen und eine Woche lang war ich medienabstinent. Sehr wohltuend, langer und tiefer Schlaf. Einmal allerdings hatte ich einen völlig jecken Traum. Mir träumte, der Schulz, kennt einer noch Schulz?, ist verkleidet als Super-Grobi aus der Sesamstraße, das liebenswerte Monster, das bei der Weltrettung immer tragikomisch scheitert. Und dann stellte sich heraus, das war gar keine Verkleidung und er ist wirklich Super-Groko-bi!

Mir träumte, Super-Grokobi wäre abgestürzt und Pippi Langstrumpf würde seine Nachfolgerin, nicht die richtige Pippi und auch nicht so schön und dass sie alles falsch sang und sagte, zum Beispiel: "Bätschi!" statt "Ätschi!" Sie fluchte wie eine Schrottplatzgöre, aber alle fanden, nicht so schlimm, sie hat doch nur ein Performanceproblem. Dem armen Supergrobi versprach sie erst Besserung, rief ihm dann aber, als er verbeult am Boden lag, zu: "Angeschmiert mit Klopapier, bätschi!"

Dann träumte ich, Angela Merkel habe alle wichtigen Ministerien an andere Parteien verschenkt und musste daher neue Ressorts für die CDU-Kollegen erfinden, so wie das Ministerium für Faxen und Narretei und das Ministerium für Gartenzwergkultur. Für letzteres ist Jens Spahn hoch favorisiert.

Ich träumte, dass Uschi immer noch stramm steht wie ein Zinnsoldat, aber dass der Spaßvogel der Nation, de Maiziere, abtreten musste zu Gunsten des ex-Königs von Bayern, der auch noch Heimatminister und Minister für das Modelleisenbahnwesen werden soll. Dem Münchner Merkur erklärte er, Brezeln sollen Weltkulturerbe werden und Jodeldiplome für integrationswillige Geflüchtete eingeführt. Nein, erklärte er schmunzelnd, Florian Silbereisen wird nicht sein Staatssekretär – das wird Stefan Mross.

Doch was wird nun der Dobrindt? Nein, weder Schlagersänger, noch Standup-Comedian, noch Vignetten-Beauftragter der österreischischen Regierung, wie Medien unken. Sondern der geht, logisch, in den Vorstand von BMW.

Meine Güte, dachte ich beim Aufwachen, was für ein bekloppter Traum! Dann hörte ich nach einer Woche zum ersten Mal die Nachrichten im Autoradio.

Über dieses Thema wurde in der Sendung "Der Morgen" vom 13.02.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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