"Angela Merkel ist natürlich geschwächt"

"Angela Merkel ist natürlich geschwächt"

Ein Interview mit Hauptstadtkorrespondentin Cecilia Reible

Holger Büchner / Onlinefassung: Rick Reitler   08.02.2018 | 07:15 Uhr

Sollte die SPD-Basis Anfang März grünes Licht für den am 7. Februar präsentierten Koalitionsvertrag geben, dann bleibt es bei Angela Merkel als Bundeskanzlerin. Doch dafür mussten CDU und CSU einige Zugeständnisse machen: zum einen eine künftige Marschrichtung, die viele sozialdemokratische Elemente enthält, zum anderen sechs wichtige Kabinettsposten für die SPD - darunter die Ressorts für Finanzen und für Arbeit und Soziales.

"Unmut" in der Union

Kein Wunder, dass nicht jeder Christdemokrat davon begeistert ist, meint Hauptstadtkorrespondentin Cecilia Reible im Gespräch mit SR 2-Moderator Holger Büchner. Der aktuelle "Unmut" bei Parteikollegen wie etwa Daniel Günther, dem Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, schwäche die Position von Merkel.

Grummeln bei der SPD

Aber auch bei der SPD-Basis sei ein Grummeln wegen des Verhaltens von Noch-SPD-Chef Martin Schulz spürbar: "Ich glaube gar nicht, dass man was gegen Andrea Nahles als neue Parteichefin hätte", sagte Reible. Das Vorgehen von Noch-Parteichef Martin Schulz aber, gegenüber der Basis erst eine GroKo und einen Ministerposten strikt abzulehnen und jetzt doch das Außenministerium unter einer Kanzlerin Merkel anzustreben, "das haben viele nicht verstanden".


Über dieses Thema wurde in der Sendung "Der Morgen" vom 08.02.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.


Der andere Blick:

Historiker Prof. Philipp Gassert
"Das pragmatisch-Vernünftige, das Beste, was geht"
Nach Auffassung des Mannheimer Historikers gibt es nach dem GroKo-Beschluss keinen Grund, in Hoffnungslosigkeit zu versinken. Im Gegenteil: In der Geschichte der Bundesrepublik seien Große Koalitionen "alles in allem erfolgreiche und effiziente" Regierungen gewesen, die vor allem in Fragen des Sozialstaats "immer sehr gut gearbeitet" hätten, sagte er im Gespräch mit SR 2-Moderator Holger Büchner.

Der Kommentar
Die SPD nach der Schulz-Wende
"Martin Schulz und die SPD zocken in einer schwächelnden Partei mit einem sehr raren Gut: der eigenen Glaubwürdigkeit", meint SR 2-Politikredakteur Ulrich Hauck in seinem Kommentar.


Hintergrund

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Schulz wird Außenminister, Nahles Parteivorsitzende
SPD-Chef Martin Schulz will den Parteivorsitz an Fraktionschefin Andrea Nahles abgeben. Er begründete den Schritt unter anderem damit, dass er in einer neuen Großen Koalition Außenminister werden will. Nahles wäre damit die erste Frau an der Spitze der Partei.

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Der Koalitionsvertrag steht
Union und SPD haben sich nach letzten Marathon-Verhandlungen auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Bis zuletzt wurde auch um die Frage gerungen: Wer wird denn künftig was in der Neuauflage der GroKo?

Der Weg zur GroKo - eine Chronologie
Audio [SR 2, Alex Krämer, 05.02.2018, Länge: 02:34 Min.]
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In den vergangenen Monaten ist - zumindest gefühlt - so viel sondiert und verhandelt worden wie noch nie. Von Vor-Sondierungen zu Sondierungen hin zu Gesprächsabbrüchen. Und dann begann das Spiel wieder von vorne mit neuer Besetzung. Eine GroKo-Chronologie von Hauptstadt-Korrespondent Alex Krämer.

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