"Das pragmatisch-Vernünftige, das Beste, was geht"

"Das pragmatisch-Vernünftige, das Beste, was geht"

Ein Interview mit dem Mannheimer Historiker Prof. Philipp Gassert

Holger Büchner / Onlinefassung: Rick Reitler   08.02.2018 | 07:45 Uhr

Für den Mannheimer Historiker Prof. Philipp Gassert ist die Einigung von CDU, CSU und SPD auf einen erneuten Koalitionsvertrag gut für Deutschland. In der Geschichte der Bundesrepublik seien "Große Koaltionen" jedenfalls "alles in allem erfolgreiche und effiziente" Regierungen gewesen, die vor allem in Fragen des Sozialstaats "immer sehr gut gearbeitet" hätten, sagte er im Gespräch mit SR 2-Moderator Holger Büchner. Von daher hätten sich die Parteispitzen auf das "pragmatisch-Vernünftige, das Beste, was geht", geeinigt.

Ränder werden gestärkt werden

Auch wenn eine Fortsetzung der Regierungsarbeit mit Merkel, Seehofer und Schulz nun wahrscheinlich die politischen Ränder links und rechts stärken werde - eine echte Alternative zur GroKo gebe es ohnehin nicht, meinte Gassert. Die nach der Bundestagswahl vom 24. September einzig denkbare andere Konstellation - ein "Jamaika-Bündnis" zwischen CDU/CSU, Grünen und Liberalen - stehe ja durch den Rückzug der FDP nicht mehr zur Debatte.


Über dieses Thema wurde in der Sendung "Der Morgen" vom 08.02.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.


Der andere Blick:

Hauptstadtkorrespondentin Cecilia Reible
"Angela Merkel ist natürlich geschwächt"
Nach den vielen Zugeständnissen an die SPD ist es kein Wunder, dass nicht jeder Christdemokrat vom Koalitionsvertrag und der Ressortverteilung im künftigen Kabinett Merkel begeistert ist, meint Hauptstadtkorrespondentin Cecilia Reible. Auch bei der SPD-Basis sei ein "Grummeln" wegen des Verhaltens von Noch-SPD-Chef Martin Schulz spürbar.

Der Kommentar
Die SPD nach der Schulz-Wende
"Martin Schulz und die SPD zocken in einer schwächelnden Partei mit einem sehr raren Gut: der eigenen Glaubwürdigkeit", meint SR 2-Politikredakteur Ulrich Hauck in seinem Kommentar.


Hintergrund

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Schulz wird Außenminister, Nahles Parteivorsitzende
SPD-Chef Martin Schulz will den Parteivorsitz an Fraktionschefin Andrea Nahles abgeben. Er begründete den Schritt unter anderem damit, dass er in einer neuen Großen Koalition Außenminister werden will. Nahles wäre damit die erste Frau an der Spitze der Partei.

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Der Koalitionsvertrag steht
Union und SPD haben sich nach letzten Marathon-Verhandlungen auf einen Koalitionsvertrag geeinigt. Bis zuletzt wurde auch um die Frage gerungen: Wer wird denn künftig was in der Neuauflage der GroKo?

Der Weg zur GroKo - eine Chronologie
Audio [SR 2, Alex Krämer, 05.02.2018, Länge: 02:34 Min.]
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In den vergangenen Monaten ist - zumindest gefühlt - so viel sondiert und verhandelt worden wie noch nie. Von Vor-Sondierungen zu Sondierungen hin zu Gesprächsabbrüchen. Und dann begann das Spiel wieder von vorne mit neuer Besetzung. Eine GroKo-Chronologie von Hauptstadt-Korrespondent Alex Krämer.

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