Reiner Holznagel: Steuerliche Entlastungen "reichen bei Weitem nicht aus"

Steuerliche Entlastungen "reichen bei Weitem nicht aus"

Ein Interview mit Reiner Holznagel, Präsident beim Bund der Steuerzahler

Karin Mayer   12.01.2018 | 17:04 Uhr

Im Moment deutet alles daraufhin, dass Deutschland weiterhin von einer großen Koalition regiert wird. Der Präsident des Bund der Steuerzahler, Reiner Holznagel, sieht in den Beschlüssen der Sondierungen zur Senkung des Solidaritätszuschlags einen "guten Anfang", die gesamten Entlastungen hält er allerdings für ungenügend. Holznagel verteidigt aber die Entscheidung der "schwarzen Null".

Reiner Holznagel, Präsident vom Bund der Steuerzahler (Foto: dpa)
Reiner Holznagel, Präsident vom Bund der Steuerzahler

Die geplanten steuerlichen Entlastungen von 10 Milliarden Euro reiche "bei Weitem nicht aus", so Holznagel im SR 2-Interview. Man brauche in den Koalitionsverhandlungen zu diesem Thema noch deutliche Fortschritte, so der Präsident des Bund der Steuerzahler. Auch beim Thema kalte Progression fordert Holznagel die Politik "endlich" zum Handeln auf.

Die umstrittene "schwarze Null" sei kein Selbstzweck, sondern sollte der "haushaltspolitische Normalfall" sein. Man müsse mit dem auskommen, was man einnehme und brauche vielmehr einen Mix aus sinnvollen Investitionen, aber eben auch mit Sparmaßnahmen und diese vermisse er "total" in den Sondierungsergebnissen, so Holznagel. Das sei angesichts der "guten Lage bei den Einkommen" bedauerlich.

Hintergrund:

tagesschau.de
Es geht Richtung Koalition
Ein erfolgreicher Abschluss der Gespräche - darüber freuten sich die drei Parteichefs bei der gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin. Sie plädieren nun für Koalitionsverhandlungen. Das Abschlusspapier nahmen die Sondierungsteams einstimmig an.

Über dieses Thema wurde in der Sendung "Bilanz am Abend" vom 12.01.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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