Emmanuel Macron - Chinas neuer Liebling?

Chinas neuer Liebling?

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron besucht die Volksrepublik China

Axel Dorloff / Onlinefassung: Martin Breher   10.01.2018 | 11:25 Uhr

Schon vor dem letzten Tag des Chinabesuchs von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron wird seine Reise als Erfolg gewertet. Vereinbart wurde eine engere Zusammenarbeit zwischen beiden Staaten, das Projekt "Neue Seidenstraße" wird gefördert und außerdem wurden vierversprechende Wirtschaftsverträge beschlossen. Ein Bericht von China-Korrespondent Axel Dorloff. .

Ein brauner Hengst, ein Wallach aus dem Stall der Pariser Republikaner-Garde: Das war das Geschenk für Staatspräsident Xi Jinping bei Emmanuel Macrons erster Chinareise. Angeblich, weil Xi Jinping bei seiner Frankreichreise so fasziniert von diesen Tieren gewesen sein soll. Macron schaffe bei seinem Besuch in China eine "bemerkenswerte Gratwanderung" von Geben und Nehmen, und das mit klar formulierten Haltungen, so China-Korrespondent Axel Dorloff.

Eine Gratwanderung

Der französische Staatspräsident forderte eine einheitliche Position der Europäer gegen das Reich der Mitte. "China muss auf der europäischen Agenda sichtbar sein", mahnte Macron. Bei chinesischen Investitionen müsse man aber genauer hinschauen: Grundsätzlich seien diese willkommen, aber nicht, wenn das Land ganze Schlüsseltechnologien wegkaufe. Gleichzeitig bekundete Macron großes Interesse an dem chinesischen Projekt "Neue Seidenstraße": Man wolle davon "gemeinsam profitieren", hoffte Macron.

Stabile Verhältnisse gesucht

Chinesische Staatsmedien nannten Macrons ersten Besuch in China einen "Meilenstein". Während Deutschland nach einer neuen Regierung suche, Großbritannien nach dem Brexit an Attraktivität verliere und die USA unter Trump unberechenbar wie nie blieben, setze Peking auf gute und stabile Verhältnisse zu Frankreich, so Dorloff. Künftig solle es noch mehr Kooperation zwischen beiden Staaten geben - etwa beim Klimawandel, der Terrorismusbekämpfung, der zivilen Atomindustrie oder in Form von neuen Wirtschaftsabkommen.

Über dieses Thema wurde in der Sendung "Der Morgen" vom 10.01.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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