"Letztlich leidet auch die Marke 'Made in Germany' darunter"

"Letztlich leidet auch die Marke 'Made in Germany' darunter"

Ein Gespräch mit Dr. Martin von Broock, dem Leiter des Wittenberg-Zentrums für globale Ethik

Steffen Kolodziej / Onlinefassung: Axel Weber   07.12.2017 | 15:45 Uhr

Ethik und Management sind für viele Menschen völlig gegensätzliche Begriffe. Das Wittenberg-Zentrum für globale Ethik (WZGE) setzt sich hingegen dafür ein, dass sich das in Zukunft ändert. Mit Führungspersonen müsse man einüben, "wie man mit ethischen Konflikten im Alltag umgeht", erklärt Dr. Martin von Broock, Leiter des WZGE im Gespräch mit SR 2-Moderator Steffen Kolodziej.

Nach dem Dieselskandal rund um den Volkswagenkonzern sei das Vertrauen in die Automobilbranche um ca. ein Drittel eingebrochen, sagt von Broock. Hinzu kämen weitere Folgen, die sich aus aktuellen Umfragen ablesen ließen. So würden inzwischen nur noch rund 25 Prozent der Menschen den Aussagen von CEOs in Deutschland vertrauen. Darunter leide letztlich auch die Marke 'Made in Germany'.

"Permanent mit ethischen Dilemmata konfrontiert"

Dabei müsse man die Skandale der letzten Zeit eigentlich ins Verhältnis zu den rund 300.000 mittleren und größeren Unternehmen in Deutschland setzen, erläutert von Broock. "Wir müssen zunächst davon ausgehen, dass die meisten dieser Unternehmen erst mal anständig und verantwortlich wirtschaften."

Für Branchen und Unternehmen entwickelt von Broock Konzepte, die sich mit Fragen der Unternehmensverantwortung und des Wertemanagements befassen. Im Alltag sei eine Führungsperson "permanent mit ethischen Dilemmata konfrontiert." Jedes Ziel das verfolgt würde, habe immer wieder auch Nebenfolgen, die wiederum andere Ziele beeinflussen würden. Deswegen plädiert er dafür einzuüben, "wie man mit diesen ethischen Konflikten im Alltag umgeht."


Über dieses Thema wurde in der Sendung "Der Nachmittag" vom 07.12.2017 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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