Digitale Hausarztpraxis - Gespräch mit Dr. Michael Kulas

Ein Gespräch mit Dr. Michael Kulas

Interview: Kai Schmieding / Onlinefassung: Lena Schmidt   18.05.2017 | 14:11 Uhr

Die digitale Übermittelung von Informationen ist gerade im Bereich der hausärztlichen Praxen in Deutschland noch nicht angekommen. Dr. Michael Kulas aus Wallerfangen ist Vorsitzender des Saarländischen Hausärzteverbandes. Im SR 2-Interview hat er über die Problematik bei der digitalen Übermittlung von Patienteninformationen und das geforderte elektronische Rezept gesprochen.

Das Problem bei der bisher nicht umzusetzenden digitalen Übermittelung von Patientendaten sind vor allem die verwendeten Praxissysteme, so Dr. Michael Kulas. Der vom Gesetzgeber festgelegte Standard werde in diesen Systemen oftmals nicht eingehalten, was die Kommunikation zwischen den Praxen erschwere. Dazu kommt, dass die schon vorgesehenen Übermittlungsstrukturen nicht richtig weiter entwickelt würden, so Kulas.

Deutscher Hausärzteverband entwickelt eigenes System

Aufgrund dieser Problematik habe der deutsche Hausärzteverband ein eigenes System entwickelt, in dem vor allem die immer wieder diskutierte Datenschutzproblematik im Vordergrund stehe. Das System wird von den Hausärzten ausschließlich für die Selektiv-Verträge mit den Krankenkassen genutzt, verfügt aber auch über die Funktion Formulare digital zwischen den Praxen zu übermitteln, so Dr. Kulas. Aus Sicht des Datenschutzes entspreche dieses System beispielsweise den hohen Standards des Deutschen Krebsregisters.

Vorteile des elektronischen Rezeptes

Neben der digitalen Befundübermittlung wäre auch das immer wieder geforderte elektronische Rezept eine Vereinfachung im Arbeitsalltag der Hausärzte. Dazu kämen die digitale Patientenakte und telemedizinische Anwendungen. Ärzte hätten damit schnelleren Zugriff auf Informationen, die sie zur Behandlungen brauchen, so Kulas. Im Moment verbringe ein Arzt sehr viel Zeit damit, sich diese relevanten Informationen über den Patienten "zusammenzusuchen".

Über dieses Thema wurde in der Sendung "Der Morgen" vom 18.05.2017 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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