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Monotasking statt Multitasking

Audio: Sabine Lutzmann, Steffen Kolodziej / Onlinefassung: Axel Weber   12.04.2017 | 15:45 Uhr

Autofahren und gleichzeitig telefonieren - Essen und gleichzeitig Fernsehschauen - Schlafen und schon an den nächsten Tag denken. Oft machen Menschen viele Dinge gleichzeitig und sind sich dessen nicht einmal bewusst. Achtsamkeit ist das Stichwort, hinter dem sich ein Trend verbirgt, der dem Stress entgegensteuern soll.

Entschleunigung bei den Mönchen

Achtsamkeitstraining im Kloster Beuron
Audio [SR 2, Sabine Lutzmann, 12.04.2017, Länge: 04:51 Min.]
Achtsamkeitstraining im Kloster Beuron

Wir machen Dinge gleichzeitig und oft ist uns das nicht bewusst. Das Stresslevel steigt und irgendwann fühlt man sich ausgelaugt. Immer mehr Menschen suchen nach Möglichkeiten herauszukommen aus dem Hamsterrad.

Achtsamkeit ist da ein wichtiges Schlagwort. Lernen kann man das unter anderem im Kloster Beuron in Baden-Württemberg. Die Benediktinerabtei liegt idylisch im oberen Donautal zwischen Sigmaringen und Tuttlingen. Regelmäßig finden hier Entspannungs-und Achtsamkeitskurse statt, die sehr gefragt sind.

Monotasking statt Multitasking

Achtsamkeit ist „die Präsenz im gegenwertigen Augenblick“, so formuliert es Joachim Kleer. Er ist Theologe, Organisationsberater und Lehrer für Stressbewältigung durch Achtsamkeit. Achtsamkeit sei die Fähigkeit Dinge so zu nehmen, wie sie sind. Es gehe nicht darum, etwas zu verändern, sondern die Dinge wahrzunehmen. „Es hat viel mit Konzentration zu tun“, denn heutzutage entstehe „eine Sehnsucht nach der Konzentration auf die eine Sache, nach Monotasking.“

Interview mit Joachim Kleer
Audio [SR 2, Steffen Kolodziej, 12.04.2017, Länge: 04:57 Min.]
Interview mit Joachim Kleer

Der Grundgedanke von Achtsamkeit sei dabei vom Kopf und vom Denken noch einmal ins Spüren und in die Wahrnehmung des Körpers zu kommen. Kleer behauptet: „Wir haben in unserer Kultur das Gefühl für den Körper oft sehr vernachlässigt“. Bei der Achtsamkeit gehe es allerdings nicht wie beispielsweise beim Wellness primär darum, schöne Erfahrungen zu erleben, sondern auch darum, die Dinge zu erfahren, die nicht angenehm sind. Auch „schwierige“ Gefühle wie Wut oder Ärger sollen so wahrgenommen werden. Es gehe eher um die Präsenz in allen Lebenslagen.

Über dieses Thema wurde in der Sendung "Der Nachmittag" vom 12.04.2017 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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