Historische Darstellung des hölzernen Laufrads Draisine (Foto: dpa)

Quo vadis Radverkehr?

Johannes Kloth, Stephan Deppen und Eberhard Reuß   03.04.2017 | 10:56 Uhr

2017 steht ganz im Zeichen des 200-jährigen Fahrrad-Jubiläums. Am Montag und Dienstag findet in Mannheim der fünfte Nationale Radverkehrskongress statt. Dort präsentieren Fachleute unter anderem Konzepte für eine moderne Infrastruktur in Städten. Das Saarland ist noch weit davon entfernt, ein Radfahrerland zu werden.

Der Radverkehr der Zukunft

Auf dem Kongress sollen Themen wie die Digitalisierung des Fahrrads oder die Planung neuer Rad-Infrastrukturen diskutiert werden. Insgesamt sind dafür 15 Foren vorgesehen. Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen halten mehr als 50 Vorträge. Im Kern geht es darum, wie der Radverkehr in Zukunft aussehen könnte und wie mehr Menschen vom Nutzen der Zweiräder überzeugt werden können.

"2 Räder 200 Jahre"

"Kulturgeschichte auf zwei Rädern" - Ausstellung in Mannheim zu 200 Jahre Fahrrad
Audio [SR 2, (c) SR - Eberhard Reuß, 03.04.2017, Länge: 03:16 Min.]
"Kulturgeschichte auf zwei Rädern" - Ausstellung in Mannheim zu 200 Jahre Fahrrad

Dass der nationale Radverkehrskongress in Mannheim stattfindet, ist sicher der Tatsache geschuldet, dass an Ort und Stelle vor 200 Jahren die Geschichte des Fahrrades begann. Die Teilnehmer können sich in der Geburtsstadt des Zweiradverkehrs auch über die Geschichte informieren. Das Mannheimer Technoseum zeigt die bislang schon 500.000 mal besuchte Landesausstellung "2 Räder 200 Jahre", in der bis zum 25. Juni nicht nur daran erinnert wird, dass Freiherr von Drais im Jahr 1817 das Fahrrad in Mannheim erfunden hat.

Fahrradnation Deutschland?

Deutschland ist vor allem eine Autofahrer- und keine Fahrradnation. Mehr als 60 Millionen Kraftfahrzeuge gibt es in Deutschland, aber nur etwas mehr als 70 Millionen Fahrräder. Das Fahrrad ist in Deutschland vor allem auch ein Statussymbol für die Freizeit.

"Auf dem Fahrrad in die Zukunft?" Ein Gespräch mit Norbert Barthle
Audio [SR 2, (c) SR - Johannes Kloth, 03.04.2017, Länge: 04:24 Min.]
"Auf dem Fahrrad in die Zukunft?" Ein Gespräch mit Norbert Barthle

Das Fahrrad im Aufwind

Trotzdem sieht Nobert Barthle das Fahrrad auch in Deutschland im Aufwind. Es erlebe an seinem 200. Geburtstag "eine regelrechte Hochzeit", sagt Barthle im SR 2-Interview. Radfahren würde zunehmend Bestandteil der Mobilitätskonzepte der Menschen im Land werden.

Unsere Nachbarn in den Niederlanden und in Dänemark sind uns allerdings mehr als eine Fahrradlänge voraus. Dort gibt es Fahrrad-Autobahnen, riesige Fahrradgaragen und die Stadt- und Verkehrsplanung ist stark auf den Fahrradverkehr ausgerichtet.

Die Situation im Saarland

"Radeln im Saarland" - Eine Bestandsaufnahme
Audio [SR 2, (c) SR - Stephan Deppen, 03.04.2017, Länge: 01:26 Min.]
"Radeln im Saarland" - Eine Bestandsaufnahme

Vor allem im Saarland ist das Fahrrad noch weit davon entfernt, ein Massenverkehrsmittel zu sein. Deutlich unter zehn Prozent Radler-Anteil sind weit von Fahrradmetropolen wie Münster oder Erlangen entfernt.

Das liegt nicht nur an der Topographie: Das Saarland ist ein Autoland. Immerhin ist die touristische Infrastruktur für Fahrradfahrer im Vergleich zu anderen Bundesländern außerordentlich gut. Es gibt eine ganze Reihe sehr gut ausgebauter, touristischer Fahrradwege mit vorbildlicher Beschilderung. Aber sobald der Radler diese touristischen Routen in Richtung Ortskerne verlässt, wird es mühsam bis gefährlich.

Über dieses Thema wurde in der Sendung "Der Morgen" auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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