Gustav Klimt, ein Kind seiner Zeit

Der Maler Gustav Klimt

100. Todestag eines goldenen Genies

Interview: Jochen Marmit / Beitrag: Clemens Verenkotte   06.02.2018 | 07:40 Uhr

Bis heute zieren Postkarten, Tassen und sogar Bierdeckel die Bilder des Wiener Künstlers Gustav Klimt. Wie Klimts Persönlichkeit, so wird auch seine Kunst bis heute gerne vereinfacht dargestellt. Mona Horncastle und Alfred Weidinger haben nun im Brandstätter Verlag eine Biographie über den Maler veröffentlicht, die dem entgegen zu wirken versucht. SR 2-Moderator Jochen Marmit hat mit der Verlegerin und Kuratorin Mona Horncastle über Werk und Persönlichkeit von Gustav Klimt gesprochen.


Zur Person: Gustav Klimt

Er ist der unangefochtene Star unter den Künstlern des Wiener Fin-de-Siècle und einer der "teuersten" Maler der Welt: Gustv Klimt (14. Juli 1862 - 6. Februar 1918). Jeder kennt seine goldverzierten Frauenporträts. Er hat nicht nur zahlreiche Ikonen geschaffen, er hat sich auch konsequent für die Freiheit der Kunst eingesetzt.

Für viele seiner Zeitgenossen war allerdings zu viel nackte Haut im Spiel – um 1900 schieden sich die Geister an seinem Werk. Heute zieren die Bilder von Gustav Klimt millionenfach Kalender und Kaffeetassen. Dabei bleibt seine Kunst bis heute schwer zu fassen. Trotzdem bleibt er auch 100 Jahre nach seinem Tod unter anderem wegen seiner goldgetränkten Bilder unvergessen.

Seine "Goldene Periode" machte Klimt weltberühmt. Inspiriert wurde er dazu auf einer Reise nach Ravenna, wo er in den Kirchen die goldenen byzantinischen Mosaike bewunderte. "Der Kuss" von 1908 ist wohl das bekannteste Bild dieser Phase. Heute zählt es zu den am meisten reproduzierten Motiven der Kunstgeschichte.

Gustav Klimt im Wiener Museum für angewandte Kunst
Audio [SR 2, (c) SR - Clemens Verenkotte, 06.02.2018, Länge: 03:27 Min.]
Gustav Klimt im Wiener Museum für angewandte Kunst
Um 1900 schockte Gustav Klimt mit seinen Gemälden das prüde Wien. Und doch riss man sich um den Maler, der auch 100 Jahren nach seinem Todestag (6. Februar 1918) wegen seiner goldgetränkten Bilder unvergessen bleibt. Im Wiener Museum für angewandte Kunst kann man für zwei Monate eine digitale Reise unternehmen: "Klimt's Magic Garden: A Virtual Reality Experience". Eine virtuelle Reise durch das von Klimt entworfene Palais Stoclet in Brüssel. SR-Korrepondent Clemens Verenkotte war schon vor Ort.

Klimts magischer Garten ist im Wiener Museum für angewandte Kunst bis Anfang April digital zu besichtigen.

Über dieses Thema wurde in der Sendung "Der Morgen" und "Der Nachmittag" vom 06.02.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.


Der SR 2-Buchtipp:

Mona Horncastle, Alfred Weidinger:
Gustav Klimt. Die Biografie

Brandstätter Verlag
320 Seiten, 29,90 Euro
ISBN 978-3-7106-0192-7

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