Küstler auf der UrbanArt Biennale (2): MonkeyBird

MonkeyBird: Verspielt, versponnen, verrätselt

Eine Porträt-Reihe von Künstlern auf der UrbanArt Biennale in Völklingen

Isabel Heine / Onlinefassung: Raphael Klein   18.04.2017 | 14:25 Uhr

Das Künstlerkollektiv MonkeyBird aus Frankreich ist zum ersten Mal bei der UrbanArt Biennale in der Völklinger Hütte zu sehen. Sie arbeiten nicht wie viele der Künstler mit Spraydosen, sondern mit filigranen Papier-Schablonen, die sie von Hand ausschneiden und ausmalen. Isabel Heine hat das Künstlerkollektiv MonkeyBird getroffen.

Auf drei alten, hölzernen Türen hat das Pariser Künstlerkollektiv MonkeyBird um Edouard Egea und Louis Boidron seine Arbeiten gefertigt. Kunstvoll und verspielt wirken die schwaz-weißen Werke aus der Ferne wie gezeichnet. Dahinter steckt aber eine Fertigungstechnik aus Papier, erläutert Louis Boidron:

Das sind Schablonen. Also es ist Papier, das wir von Hand zugeschnitten haben. Am Ende sieht es aus wie ein Rahmen dieser bunten Kirchenfenster. Und wir malen dann über diese Löcher. So erhalten wir diese Malereien in Schwarz und Weiß."
Bild des Künstlerduos MonkeyBird (Foto: Isabel Heine / SR)

Auf einer der Türen ist ein Vogel vor einem alten, zusammengestürzten griechischen Tempel zu sehen. Im Vogelkörper selbst ist eine Sanduhr eingearbeitet. Das gesamte Bild wird dann in der unteren Türhälfte nochmal gespiegelt. Ein Werk voller Symbolsprache, in dem es um Balance zwischen Vergangenheit und Gegenwart ginge, erklärt Boirdron.

Ein Werk von MonkeyBird zeigt zwei Vögel um eine Sanduhr (Foto: Isabel Heine)

Viele der Werke von MonkeyBird zeigen einen Vogel oder einen Affen. Tiere und Symbole sind ihr Markenzeichen. Kennengelernt hat sich das Künstlerduo beim Graffiti-Sprayen in Bordeaux. Dies genügte den beiden jedoch nicht. Sie wollten viel freiere und größere Zeichnungen anfertigen.

Die Arbeit mit Schablonen gebe ihnen genau dieses Medium. Dabei verwenden sie Materialen, die sie auf der Straße finden. Es ginge darum, im Dialog mit dem Material diesem "einen neuen Wert zu verleihen", so Boidron.


Alle Teile der Portät-Reihe

Künster auf der UrbanArt Biennale (1)
Thomas Baumgärtel: Der Bananensprayer
Die vierte UrbanArt Biennale in Völklingen ist eröffnet. Sie zeigt rund 150 Werke von 100 Künstlern. Mit dabei ist auch der Pop-Art-Künstler Thomas Baumgärtel aus Köln, auch bekannt als "Bananensprayer". Seine Kunst sei aber nicht nur Banane, wie er SR 2-Reporterin Isabel Heine bei einem Rundgang erklärt hat.

Künstler auf der UrbanArt Biennale (3)
YZ und die starken Frauen
Die Diskussion, wann eine Frau "stark" ist, ist ziemlich komplex. Die Künstlerin YZ aus Frankreich hat genau diese Frage zum Thema ihrer Arbeit gemacht. Sie fokussiert sich auf starke Frauen - und dafür holt sie sich Inspiration in ganz anderen, uralten Kulturen und Völkern der Welt, zum Beispiel in Thailand oder China. Ihre Serie nennt die Künstlerin „Empress“.

Künstler auf der UrbanArt Biennale (4)
Das Künstler-Duo Layer Cake: "Zwei auf gleichem Weg"
100 Künstler zeigen gerade auf der Urban Art Biennale in Völklingen ihre Werke. "Layer Cake" um die Münchner Straßenkünstler Patrick Hartl und Christian Hundertmark kennen sie fast alle persönlich. Angefangen haben sie im Untergrund. Mittlerweile zeigen sie ihre Werke in Galerien weltweit. In Völklingen stellen sie zwei Werke aus, die stilistisch gesehen auch eins sein können.


Die UrbanArt Biennale

Im Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist noch bis zum 5. November die vierte "UrbanArt Biennale" zu sehen. Die Ausstellung zeigt 150 Werke aus 17 Ländern und vier Kontinenten. Insgesamt werden Werke von 100 Künstlern der Street-Art-Szene gezeigt, darunter prominente Namen wie Banksy, Os Gemeos und Blek le Rat. Die Kunstwerke werden in Völklingen in ungewöhnlichem Ambiente gezeigt. Die Ausstellung findet in der Erz-Siloanlage des ehemaligen Stahlwerks statt. Die Künstler haben ihre Kunst größtenteils eigens für dieses Ambiente geschaffen.

Video [aktueller bericht, 07.04.2017, Länge: 3:30 Min.]
Erste Einblicke in die Urban Art Biennale 2017 in Völklingen

Über dieses Thema wurde auch in der Sendung "Canapé" vom 16.04.2017 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

Artikel mit anderen teilen