Eindruck vom Live-Film "King Kong #weiße Frau" (Foto: Saarländisches Staatstheater / Marco Kany)

"King Kong #weiße Frau": Das neue Stück von Klaus Gehre

Isabel Heine / Onlinefassung: Martin Breher   27.03.2017 | 15:32 Uhr

Am Sonntag feierte "King Kong #weiße Frau" Premiere in der Sparte 4 des Saarländischen Staatstheaters. Regisseur Klaus Gehre spricht von einem "Live-Film", in Anlehung an den Hollywood-Blockbuster "King Kong". Isabel Heine hat sich das Projekt angesehen.

"King Kong #weiße Frau" – so heißt das neue Stück von Regisseur Klaus Gehre, das gestern in der Sparte 4 in Saarbrücken Premiere hatte. Diesmal hat sich Gehre mit Rassismus befasst, als Vorlage diente der Film „King Kong“. Kein gewöhnliches Theaterstück sondern ein Live-Film, so nennt Klaus Gehre selbst seine Kunst.

Vorbild: Ein bisschen Hollywood

Die Schauspieler arbeiten während des Stücks mit Videokameras, deren Bilder auf die Bühnenwand projiziert werden. Es ist das dritte Stück dieser Art, das Klaus Gehre in Saarbrücken zur Aufführung gebracht hat. Im Mittelpunkt des Stücks steht die Erotikdarstellerin Olga Netrebko. Diese sieht aus wie Marilyn Monroe: Weißes Kleid, blonde kurze Locken, helle Haut.

"King Kong #weiße Frau": Das neue Stück von Klaus Gehre
Audio [SR 2, Isabel Heine, 27.03.2017, Länge: 04:43 Min.]
"King Kong #weiße Frau": Das neue Stück von Klaus Gehre

Für Regisseur Klaus Gehre ist Marilyn Monroe die Inkarnation der weißen Frau. Und damit auch das Gegenstück zu dem großen, schwarzen, haarigen Affen „King Kong“, nach dem er sein Theaterstück benannt hat. Von dem klassischen Plot des Hollywoodfilms „King Kong“ hat er sich komplett entfernt. Er konzentriert sich auf das Prinzip King Kong, wie er sagt: Die schwarze, dunkle Energie, die der westlichen Welt Angst macht. Auf diesen Grundgedanken gestützt, hat er sein Stück nach und nach entwickelt. Und angereichert mit Referenzen an andere Filme und Autoren.

Diese Thematik taucht immer wieder in den einzelnen Geschichten auf, die im Stück erzählt werden. Da gibt es unter Anderem Olga beim Dreh eines Erotikfilms mit dem Affen King Kong, Olga in einer Liaison mit Falco, dem Popstar, Olga bei der Besprechung ihrer Doktorarbeit mit ihrem Prof. Antoine Flaubert. All die Figuren und Szenen sind überspitzt, mit viel Humor geschrieben und dargestellt.

Der rote Faden: Eine Kriminalgeschichte

Es sind so viele Geschichten und Querverweise, da verliert man schon mal den Überblick. Zum Glück gibt es eine Geschichte, die sich durchzieht, die alles mehr oder weniger zusammenhält. Eine Kriminalgeschichte: Kommissar F. Lex Baxter ermittelt im Fall von drei toten Frauen – sie haben eines gemeinsam: ihnen fehlt die Gebärmutter. Der Kommissar erfährt: Die Frauen wurden benutzt, um Babys zu erzeugen, die im Stück „Capuccino Babys“ genannt werden, gezeugt mit „schwarzen Samen“ so heißt es. Diese Babys werden online für viel Geld verkauft. Und das nächste Opfer soll Olga sein. Im Labor wartet man schon auf sie.

Beim Dreh ihres nächsten Erotikfilms soll Olga Netrebko entführt werden. Was sie nicht weiß, ihr Geliebter Falco steckt mit drin. Er muss sich entscheiden: Olga retten oder nicht?

Nicht alles in dieser Kriminalgeschichte ist auserzählt. Zum Beispiel kann man am Ende nur erahnen, was mit Olga passiert. Und dann stellen sich noch viele Fragen: Warum die vielen Querverweise, die berühmten Namen? Falco, Netrebko, Flaubert…nicht jeder Zuschauer wird alle Verweise verstehen, muss man auch nicht. Der Regisseur empfiehlt: nicht irritieren lassen, einfach dran bleiben und sich inspirieren lassen.

Auf einen Blick:

King Kong #weiße Frau
Ein Live-Film

Inszenierung und Bühne: Klaus Gehre
Musik: Maxi Menot
Dramaturgie: Ursula Thinnes

Termine:
01.04. / 05.04. / 21.04. / 22.04. / 28.04. / 18.05. / 28.05. / 03.06. / 09.06. / 15.06.
Am 5. April mit Einführung (30 Minuten vor der Aufführung)

Ort:
Sparte 4, Eisenbahnstraße 22, 66111 Saarbrücken

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