Wandgemälde von David Bowie in London (Foto: picture alliance / dpa / Wolfram Kastl)

Erinnerungen an David Bowie

Berlin und London ein Jahr nach dem Tod des Pop-Helden

Audio: Holger Büchner / Thomas Spickhofen   10.11.2017 | 08:30 Uhr

Ein Jahr ist es nun her, das der Pop-Gigant David Bowie im Alter von nur 69 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens verstarb. Überall auf der Welt wird die Erinnerung an den Musiker seitdem hochgehalten - besonders in Bowies Geburtsstadt London und in seiner zwischenzeitlichen Wahlheimat Berlin.

Bowie in Berlin, gestern und heute
Mediathek: Interview
Bowie in Berlin, gestern und heute
[Holger Büchner im Gespräch mit Tobias Rüther, SR 2 KulturRadio, Der Morgen, 10. Januar 2017, Länge ca. 4:46 Min.]

"Die traurige Erinnerung ist immer noch sehr wach", sagte Bowie-Fan Tobias Rüther, der Autor des Buches "Helden - David Bowie und Berlin" im Gespräch mit SR 2 KulturRadio. Erst vor wenigen Tagen hätten Fans und Künstler in den Hansa-Studios, einer der wichtigsten Wirkungsstätten Bowies in Berlin, eine große Gedenkfeier veranstaltet. Auch vor Bowies früherem Wohnhaus in der Hauptstraße 155 im Berliner Stadtteil Schöneberg würden auch ein Jahr nach seinem Tod öfters Blumen für den Musiker abgelegt. "Es wirkt, als hätten die Fans sich immer noch nicht richtig damit angefreundet, dass er gegangen ist", sagte Rüther im Gespräch mit SR 2 KulturRadio.

Bowie gehört mittlerweile zum Stadtbild

Auch die Tourismusbranche habe sich längst auf ihren wohl berühmtesten "Zugezogenen" eingestellt: Habe es 2008 nur einen Veranstalter gegeben, der bei seinem Popmusik-Rundgang durch Berlin auch Bowies Haus angesteuert habe, so gebe es mittlerweile mehrsprachige Bowie-Stadtführungen. "Das nimmt eher zu", stellt Rüther fest. "Bowie in Berlin ist eine Geschichte, die den Berlinern selbst lange nicht so klar war. Mittlerweile aber gehört sie quasi zum Stadtbild".

Neue Kraft aus Berlin

Und das nicht von ungefähr: Immerhin habe der Wohnortwechsel nach Berlin im Jahr 1976 Bowie womöglich das Leben gerettet. Denn nach einer Phase exzessiven Lebens mit Sex, Drugs and Rock'n'Roll habe Berlin den Superstar "wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt, nachdem er in Los Angeles, wo er vorher gelebt hatte, wirklich am Rande der Zurechnungsfähigkeit gelebt hatte", erzählte Rüther. "Enorm gut getan" habe dem überdrehten Künstler damals die Tatsache, dass die Berliner sich "nicht um ihn geschert" hätten. Berlin sei von daher "vermutlich die wichtigste und existentiell entscheidenste Phase in seiner künstlerischen Karriere" gewesen.


Bowie-Kult in Brixton

Seit dem Tod von David Bowie boomt auch in London, seiner Geburtsstadt, das Geschäft mit der Erinnerung an den charismatischen Popstar. Rund um Bowies Geburtshaus im Stadtteil Brixton blüht der Tourismus. Für SR 2 KulturRadio hat Thomas Spickhofen vor Ort mit Fans und Musikern gesprochen:

Bowie-Kult in Brixton
Mediathek: Reportage
Bowie-Kult in Brixton
[Thomas Spickhofen für SR 2 KulturRadio, Der Morgen, 10. Januar 2017, Länge ca. 3:23 Min.]


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David Bowie war leidenschaftlicher Kunstsammler. Die Gemälde im geschätzten Wert von rund 17 Millionen Euro sollen am 10. November 2016 in London versteigert werden. Für SR 2 KulturRadio hat sich Thomas Spickhofen in den Londoner Ausstellungsräumen von Sotheby's Bowies Kunstsammlung angesehen.

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