Unterzeichnung der Römischen Verträge (Foto: dpa)

EU-Jubiläum mit Trauerflor?

Kontinent - das europäische Magazin auf SR 2 KulturRadio

Moderation: Peter Weitzmann  

Sendung: Dienstag 21.03.2017 19.15 bis 20.00 Uhr

60 Jahre Römische Verträge

Ein Aufbruch in eine bessere Zukunft, in eine Zukunft ohne Krieg und mit Wohlstand für möglichst breite Bevölkerungsschichten. Das war das Ziel als sich am 25. März 1957 die Staats- bzw. Regierungschefs aus Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden in Rom getroffen haben, um in mehreren Verträgen ein neues Europa auf den Weg zu bringen.

Diese „Römischen Verträge“ sind die wichtigste Gründungsakte der heutigen Europäischen Union. Ihr wichtigster Kern war damals die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft, die aber von Beginn an nicht nur ökonomische Ziele verfolgt hat. Von Anfang an war es das Ziel über die Integration bestimmter Politikfelder ein gemeinsames Interesse zu schaffen, das den Kontinent endlich befriedet.

Zum 60. Jahrestag der „Römischen Verträge“ ist das Bild der EU – mit mittlerweile 28 Mitgliedsstaaten - allerdings nicht mehr das Beste. Nationale Interessen werden immer öfter nach vorne gekehrt, die Gemeinsamkeiten scheinen zu schwinden und erstmals ist die Gemeinschaft mit dem Austrittswunsch eines Mitgliedslandes konfrontiert. Es gibt aber auch neues Engagement für Europa, etwa in Gestalt der Bewegung “Pulse of Europe“, die in 50 Städten auf die Straße geht.



Andrea Motis: Emotional Dance

Die CD des Monats März 2017

Dass aus Skandinavien so viele und bedeutende Jazzer kommen, hat mit der konsequenten Ausbildung dort zu tun. Es ist dort selbstverständlich, dass man neben der Musik Mozarts oder Bachs auch Jazzstandards lernen kann und auch, wie man darüber improvisiert. Andere Länder sind dabei, nachzuziehen.

Die städtische Musikschule von Sant Andreu, einem Viertel von Barcelona, wird von dem Jazzbassisten Joan Chamorro geleitet. Er und seine Kollegen ermutigen die Schüler, nach dem Unterricht in verschiedenen Ensembles zusamenzuspielen. So entstand 2006 die Sant Andreu Jazz Band. Dieses Jugendorchester aus Sieben- bis Zwanzigjährigen hat mit seinem Swing anfangs nur das Stadtviertel erfreut, inzwischen ist es in ganz Spanien bekannt; im März gibt die Sant Andreu Jazz Band vier Konzerte in Schweden.

Emotional Dance, Andrea Motis (Foto: Musikverlag)

Eine von Chamorros Schülerinnen setzt nun an, das Ansehen ihres Lehrers in den Schatten zu stellen. Die Sängerin und Trompeterin Andrea Motis wurde von dem angesehenen Label "impulse" unter die Fittiche genommen, was eine internationale Karriere mehr als wahrscheinlich macht. Andrea Motis wird demnächst 22 Jahre alt, ihrer Stimme hört man ihre Jugend aber nicht an.

Sie singt so cool und laid-back, also hinter der exakten Zählzeit, dass man den Eindruck hat, sie stehe mit solcher Musik schon seit Jahrzehnten auf der Bühne. Und auch ihr Trompetenspiel überzeugt. Andrea Motis glänzt nicht mit strahlendem Ton, sie hat eher den hintergründigen, weichen und luftigen Ton von Chet Baker, eines ihrer Vorbilder. Stilistisch ist die Musik von Andrea Motis nichts Neues, sie singt und spielt meist Jazzstandards, dies aber so geschmackvoll, schnörkellos und geschliffen, dass es begeistert.



"Kontinent"

Dienstag, 19.15 - 20.00 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Ausnahme im Sendeschema
Am letzten Dienstag im Monat strahlen wir statt "Kontinent" das deutsch-französische Monatsmagazin "ici et là" aus.

"Kontinent - das europäische Magazin" soll vielschichtig, vielfältig und breitgefächert die europäischen Themen aufgreifen. Hintergrundberichte unserer Korrespondenten aus ganz Europa haben hier einen wichtigen Platz. Die Länge der Sendung erlaubt es, auch längere Reportagen und Interviews zu senden. Sogar die klassische Form des Features ist hier ab und an zu finden.

Europa, das ist nicht nur Politik, da gibt es Kultur und Kulturen, Zeitgeistiges, Trendiges, das Leben eben. Auch das findet Platz in "Kontinent". Auch die zuständigen Politiker und kompetente Experten aus Wissenschaft und Gesellschaft kommen in der Sendung zu Wort.

Redaktion: Peter Weitzmann, Jochen Marmit, Kai Schmieding

E-Mail: europa@sr.de

Artikel mit anderen teilen