Fünf Jahre Flixbus: "Wir sind natürlich stolz drauf"

Fünf Jahre Flixbus: "Wir sind natürlich stolz drauf"

Im Interview der Woche: André Schwämmlein, Flixbus-Gründer

Karin Mayer / Onlinefassung: Martin Breher   13.02.2018 | 13:00 Uhr

Es ist eine Erfolgsgeschichte: Seit fünf Jahren gibt es Fernbusse in Deutschland. Mehrere Anbieter sind gestartet im Jahr 2013. Das Unternehmen Flixbus hat sich durchgesetzt. 40 Millionen Fahrgäste hat die grüne Buslinie im vergangenen Jahr europaweit befördert. Einer der Unternehmensgründer ist André Schwämmlein, er ist noch immer überzeugt von seiner Geschäftsidee. SR-Wirtschaftsredakteurin Karin Mayer hat ihn zum "Interview der Woche" gesprochen.

Sendung: Samstag 17.02.2018 12:45

Kurz nach dem Fernbus-Start vor fünf Jahren gab es zahlreiche Anbieter, mittlerweile ist Flixbus der einzige große noch verbleibende Akteur auf dem deutschen Fernbus-Markt. 90 Prozent des Fernbus-Marktes werden von Flixbus bedient. Eine Monopolstellung habe man deswegen aber noch lange nicht, so André Schwämmlein, einer der drei Unternehmensgründer, da die Kunden sich jederzeit auch für die Bahn, das Flugzeug oder eine Mitfahrgelegenheit entscheiden könnten: "Wir müssen jeden Tag aufstehen und um jeden Kunden kämpfen".

Busse sollen voller werden

100 Millionen Menschen habe das Unternehmen seit seiner Gründung befördert, erklärt Schwämmlein im SR 2-Interview der Woche, das seien "verrückt große Zahlen". Nach den anfänglichen Preiskämpfen versuche man nun, dass die Busse voller werden, und da könne es dann auch mal passieren, dass "die ganz günstigen Tickets ein Stückchen früher verkauft" seien. Generell wolle und werde man die Preise aber nicht erhöhen.

Große Pläne für die Zukunft

Bilanz: Fünf Jahre Flixbus
Audio [SR 1, 13.02.2018, Länge: 01:45 Min.]
Bilanz: Fünf Jahre Flixbus

Das Unternehmen habe sich seit der Gründung "unfassbar verändert", so Schwämmlein. Gestartet habe man mit knapp 20 Leuten, damals habe er noch selbst Kundendienste gemacht und sich um die Preisgestaltung gekümmert. Heute habe das Unternehmen 1000 Mitarbeiter, so der Unternehmensgründer. "Was mich beeindruckt ist, wie international dieses Geschäft geworden ist", sagt er im Interview mit SR-Wirtschaftredakteurin Karin Mayer. Aus einem "sehr deutschen Unternehmen" sei mittlerweile "ein sehr internationales Unternehmen" geworden. Für die Zukunft plant Flixbus in die USA zu expandieren.

Das Erfolgskonzept

Die erfolgreichsten Verbindungen seien die zwischen großen Städten, etwa Hamburg-Berlin, Wien-Bratislawa oder Paris-London. Die Stärke des Unternehmens liege aber auch darin, kleinere Städte mit nur rund 10.000 Einwohnern anzubinden.

Der Erfolg des Unternehmens beruhe außerdem darauf, so Schwämmlein, dass man mit Mittelständlern zusammenarbeite, "die das seit zig Jahren machen". Konkret bedeutet das, dass Flixbus selber keine eigenen Busse hat, sondern Aufträge an regionale Busunternehmen vergibt. Kritik, dass das Unternehmen dadurch nicht direkt auf die Arbeitsbedingungen der Busfahrer Einfluss nehmen könne, weist er zurück und erklärt: "Die Unternehmer zahlen Tariflohn".

Über dieses Thema wird in der Sendung "Bilanz am Mittag" am 17.02.2018 auf SR 2 KulturRadio berichtet.

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Das Interview der Woche

Jeden Samstag gegen 12.45 Uhr in der "Bilanz am Mittag" auf SR 2 KulturRadio

In der "Bilanz am Mittag" auf SR 2 KulturRadio wird jeden Samstag gegen 12.45 Uhr ein etwa 15-minütiges Interview ausgestrahlt. Diese Gespräche mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur bieten den Hörern von SR 2 KulturRadio nicht nur Argumente und Fakten zu wichtigen Themen und Entscheidungen, sondern auch persönliche Eindrücke über die Handelnden.

Die Interviews entstehen in enger Zusammenarbeit mit dem Hauptstadtstudio Berlin. Der Sendeplatz wird so zu einem Forum für internationale und regionale Themen.

Kontakt: bilanz-mittag@sr.de

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