Brieftasche mit Geldscheinen (Foto: dpa)

1000 Euro für jeden – bedingungslos

  28.04.2017 | 10:59 Uhr

Hartz IV, Kinderarmut, Altersarmut – es gibt viele Probleme in Deutschland. Aber es könnte auch eine Lösung geben: ein bedingungsloses Grundeinkommen von etwa 1000 Euro pro Monat. Für jeden, egal ob reich oder arm. Das halten drei Buchautoren für möglich. Am Sonntag befasst sich „Fragen an den Autor“ mit ihrem Buch.

DM-Drogeriemarkt-Gründer Götz W. Werner pro "Bedingungsloses Grundeinkommen"
Audio [SR 2, Jochen Erdmenger, 28.04.2017, Länge: 01:48 Min.]
DM-Drogeriemarkt-Gründer Götz W. Werner pro "Bedingungsloses Grundeinkommen"

Einer der größten Verfechter der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens ist der Gründer der Drogeriemarktkette „dm“, Götz W. Werner. Er sieht dieses Geld als „Menschenrecht“, das jedem Bürger unabhängig vom persönlichen Einkommen zustehen sollte. Die Gefahr, dass dieses Einkommen die Menschen träge und unproduktiv macht, sieht er nicht. Er glaubt vielmehr, dass jeder etwas dazuverdienen möchte und die Grundsicherung zusätzliche Energien freisetzt.

Werner ist nicht der Einzige, der das Grundeinkommen für möglich hält. Zusammen mit Matthias Weik und Mark Friedrich hat er das Buch „Sonst knallt’s! Warum wir Wirtschaft und Politik radikal neu denken müssen“ geschrieben. Darin plädieren sie für ein radikales Umdenken in der Finanz- und Steuerpolitik in Deutschland, denn nur dann könne das Grundeinkommen funktionieren.

Konsumsteuer soll alle Steuern ersetzen

"Grundeinkommen und Konsumsteuer" - Radikale Vorschläge für Deutschland
Audio [SR 2, Jochen Erdmenger / Jochen Marmit, 28.04.2017, Länge: 04:04 Min.]
"Grundeinkommen und Konsumsteuer" - Radikale Vorschläge für Deutschland

Die drei Autoren fordern zudem die Abschaffung aller Steuern – bis auf eine Konsumsteuer. Wir lebten längst in einer Gesellschaft, in der alle für alle produzieren und wir konsumieren müssen. Also solle der Staat beim Konsum das Geld einsammeln. Das sei für alle gleich und entwerte nicht die Arbeitsleistung, die wir erbringen, um die Produkte herzustellen.

Als dritten Punkt wollen Werner, Weik und Friedrich den Handel mit Geld massiv einschränken und reglementieren, am besten durch eine vierte Staatsmacht, die Monetative. Börsen, Banken und Spekulanten sollen also nach klaren Regeln von einer Finanzregierung geleitet werden. Wer sich diese Ideen von den Autoren Weik und Friedrich erklären lassen will, sollte am Sonntag um 9.04 Uhr SR 2 KulturRadio einschalten. Dort sind sie in der Sendung „Fragen an den Autor“ mit Jochen Marmit zu Gast. Die Zuhörer haben die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen.

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Redaktion: Kai Schmieding
Verantwortlich: Thomas Bimesdörfer

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Ihre Meinung

Niemand 29.04.2017, 20:19 Uhr

Jeder sollte ein ungestraftes Recht auf Faulheit haben dürfen. Wir sind Menschen und keine Skaven von irgendwelchen Großkonzernen. Die Kreativität zum Wohle aller erwächst aus der Freiheit und der Freude, und nicht durch Druck und Angst. Wenn dieses Einkommen aber nur elektronisch zur Verfügung gestellt würde, als Anreiz für das geplante Bargeldverbot zum Beispiel, wäre dieser Weg natürlich nicht annehmbar für mich.

29.04.2017, 10:33 Uhr

Wie lange dauert es, bis wegen der individuellen Motivation dann wieder die weniger motivierten schreien, die andern haben Zuviel. Diese andern zahlen wegen ihrer höheren Arbeitsleistung im Rahmen des eigenen Konsums weniger Steuern, als solche, welche sich z.B. ihre täglichen Mahlzeiten vom "Pizzaservice" bringen lassen. Insofern ist dieser Vorschlag für die 1000 EUR/Person illusorisch.

Friedrich 28.04.2017, 21:40 Uhr

Tolle Idee. Neben einer Grundsicherung alle Ertragssteuern, die ohnehin total unsozial (für Spitzenverdiener zum Kindergeld noch einen Steuerzuschlag, Beginn des Spitzensteuersates bei 50 T€ usw.) und nicht mehr händelbar sind, abzuschaffen und dafür eine Konsumsteuer einzuführen. Hierfür kann man die Mehrwertsteuer mit mehr als 2 Steuersätzen nehmen (soziale Komponente z.B. 2% für lebensnotwendige Sachen, Luxusteuer für bestimmte Sachen usw.). Die Wettgeschäfte auf steigende und fallende Kurse sollten der Rennwett- und Lotteriesteuer unterliegen. Wo ist der Unterschied zum Wetten bei Pferderennen?

Joachim Winters 28.04.2017, 20:54 Uhr

Es ist schon lange keine Frage mehr, ob das bedingungslose Grundinkommen eingeführt, sondern nur noch wann. 2017 ist das BGE auch wählbar, denn das Bündnis Grundeinkommen bringt das Thema auf den Wahlzettel zur Landtagswahl in NRW und zur Bundestagswahl, um das bedingungslose Grundeinkommen in der politischen Diskussion zu fördern.

Günter 28.04.2017, 20:09 Uhr

Bekloppt 

Magdalena 28.04.2017, 19:44 Uhr

Das ist eine tolle Sache ein BGE, jedoch will ich es für mich nicht nehmen MÜSSEN. Eine Wahl zu haben ist mir wichtig, um nicht völlig in einer Abhängigkeit zu leben.

Dirk 28.04.2017, 18:22 Uhr

Wir sind zwar eine soziale Marktwirtschaft und auch ein Sozialstaat mit dem Solidarprinzip. Denoch bin ich nicht dafür, jedem 1000 € für lau zu geben. Leider gibt es schon jetzt -ohne pauschalisieren zu wollen- viele Sozialschmarotzer. Lieber Harz IV etwas anpassen und (Langzeit)Arbeitlose sinniger fördern. Geld sollte es nur für Leistung geben - außer für die, die körperlich nicht in der Lage sind etwas zu leisten.

Manfred Bauer 28.04.2017, 17:55 Uhr

Die Idee als solches ist sehr bestechend. Betrachtet im Contest der gesellschaftlichen Entwicklung könnte dies ein meilenstein in eine neue Zukunft sein. Es besteht grundsätzlich die Gefahr, dass die Idee missbraucht und damit versklavt wird. gehen wir aber einmal vom Besten aus, so stellt sich die Frage nach den einzelnen Schritten. Der Zug fährt nicvht von heute auf den "Bahnhof Zukunft:" Ein möglicher Zwischenschritt könnte sein, die Gesellschaft von den Kosten der Energieversorgung zu entbinden und diese Kosten durch Nutzung von diversen Entwicklungen zu minimieren, bis hin zum vollständigen Wegfall. Die dazu notwendigen Techniken gibt es bereits heute. Sie müssen nur konzequent genutzt werden und die Belastung der Menschen mit Energiekosten - zum Heizem - Zur Fortbewegung - als Lichtquelle und Weiteres aus den machtpolitischen Denkweisen ausgeklammert werden. Die Möglichkeit besteht.

Bony 28.04.2017, 17:04 Uhr

Dieses setzt jedoch eine wahrhaftige Politikverantwortung mit Augenmaß - nicht nur für die Armen im Lande - voraus.

Charles 28.04.2017, 16:57 Uhr

Die richtige Idee. Würde die heutige Sklavenhaltung zu Gunsten einiger Konzerne beenden.  Ein eventueller Missbrauch ist zwar möglich, aber der ist heute schon im Sozialwesen (Hartz 4, Kindergeld und Solzialleistungen) die Regel. 

J.C. Frank 28.04.2017, 15:26 Uhr

eine großartige Idee, sollte unbedingt umgesetzt werden

Sarreländer 28.04.2017, 15:13 Uhr

Der eine könnte es gut gebrauchen ... der andere reibt sich die Hände denn dies schürt seine Faulheit. Find ich persönlich nicht gut.

Frosch 28.04.2017, 15:05 Uhr

Ich würde es befürworten. Aber nur für die,die es auch wirklich nötig haben und nicht den Reichen noch mehr in den Rachen stopfen.

Gustav Gans 28.04.2017, 14:27 Uhr

1000 Euro sind mehr als genug für Kaffee und Kippen :)

28.04.2017, 12:58 Uhr

Sollte sofort eingeführt werden. Sozial und Volkswirtschaftlich notwendig.