Schostakowitsch (Foto: dpa/picture alliance)

Dmitri Schostakowitsch: Cellosonate op. 40

Das Starke Stück im SR 2-Klassiker

Von Uta Sailer  

Sendung: Samstag 20.01.2018 10.20 Uhr

Dmitri Schostakowitsch:
Cellosonate op. 40

Uta Sailer im Gespräch mit dem Cellisten Johannes Moser

Russland 1934 - Stalin hat soeben den sozialistischen Realismus verkündet - als ästhetische Prämisse für die Dichter und Denker des Landes. Optimistisch sollten sie schreiben, volksnah und verständlich für jedermann. Dasselbe galt für die Musik. Schostakowitschs Musik war anders. "Die Nase" oder "Lady Macbeth aus Mzensk" gaben Anstoß zur Irritation. Musik, die modern ist. Musik, die aufrüttelt. Musik, die provoziert. Stalin reagiert. Schostakowitsch wird zum Feind. Dass Schostakowitsch diese Musik schrieb, war aber wohl kaum ein Zugeständnis an Stalin und seine Forderung nach realistischer Musik.

Allein schon die Gattung einer Sonate war keineswegs das, was den Kulturideologen vorschwebte: Reine Instrumentalmusik war unerwünscht, zumindest wenn ihr kein außermusikalisches Programm zugrunde lag. Und Kammermusik hatte darüber hinaus den unangenehmen Beigeschmack westlicher Dekadenz.


Das "Starke Stück" im Klassiker

Samstags um 10.20 Uhr in SR 2-Der Vormittag
(Wh. sonntags gegen 16.20 Uhr in SR 2-Canapé)

Der "Klassiker" ist ein besonderes Musikstück oder ein längerer Auszug aus einem bedeutenden Werk der Musikgeschichte – von Johann Sebastian Bach bis Igor Strawinsky.

An jedem Samstag übernehmen wir ein "Starkes Stück" von BR Klassik für diesen "Klassiker". Diese ausgewählten Werke werden in Zusammenarbeit und in Gesprächen mit großen Interpreten der Klassik vorgestellt, ergänzt durch zahlreiche Informationen und Anekdoten.

Das "Starke Stück" wird jeden Samstag zeitnah in der SR-Mediathek bereitgestellt - und zwar für sieben Tage.

Kontakt: sr2@sr-online.de

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