Celli und Kontrabass (Foto: DRP/Marco Borggreve)

Wolfgang Amadeus Mozart: Divertimenti für Streicher KV 136-138

Das Starke Stück im SR 2-Klassiker

Von Julia Schölzel  

Sendung: Samstag 11.11.2017 10.20 Uhr


Wolfgang Amadeus Mozart:
Divertimenti für Streicher KV 136-138


Mozarts Reisen quer durch Europa waren nicht nur Konzerttourneen eines Wunderkinds, sie waren ebenso Studienreisen eines Komponisten: Stile, Gattungen und der ortsübliche musikalische Geschmack wurden von Mozart gründlich unter die Lupe genommen. Und wie ein Schwamm sog er die neuen musikalischen Eindrücke auf.

Es waren die strategischen Berechnungen des Vaters Leopold gewesen, die geradezu perfekt aufgingen: auch die zweite Reise nach Italien des "Noch"-Wunderknaben Wolfgang Amadeus Mozart wurde ein musikalischer Erfolg. Kaum war der üppige Applaus für Mozarts Auftragsoper "Mitridate" erklungen, vollendete er - noch immer in Mailand - die Vermählungsoper "Ascanio in Alba", wieder ein Auftragswerk, diesmal von der Kaiserin Maria Theresia für die Hochzeit des Erzherzogs Ferdinand in Wien! Kurzum: eine grandiose Zeit für den 15-Jährigen.


Italienischer Höhenflug

Der musikalische Wandel vom Wunderknaben zum ernstzunehmenden, wenn auch jungen Komponisten schien nahtlos geglückt. Mailand hatte sich schon für die nächste Saison mit einem weiteren Opernauftrag angemeldet, da drehte Mozart noch nach der Rückkehr ins heimische Salzburg ein paar Kurven mehr auf diesem italienischen Höhenflug: drei Divertimenti flossen ihm aus der Feder, von Mozart eigenhändig datiert mit: "Salisburgo 1772.di Wolfgango Amadeo Mozart."

Mozart schuf sich mit den drei Divertimenti handliche musikalische Visitenkarten, die er höchst variabel zu gegebenen Anlässen praktisch verteilen konnte. Dabei ist die Aufteilung der Stimmen gut zu überblicken: Die Violinen führen, allen voran die erste Geige, die unteren Stimmen Bratschen und Celli treten in Begleitfunktion und ergänzen vorwiegend die harmonische Architektur bis auf wenige thematische Einsätze.

Auffällig an diesen frühen Werken ist, dass sie auf das Menuett als vierten Satz verzichten. Zierlich, schlank und je nach Interpretation umspielen sie ungefähr das Dutzend Minuten. Dennoch hat jedes der drei Divertimenti seine eigenen Stärken.


Das Werk, die Streichersinfonie D-Dur ist in Gänze im nächsten Homburger Meisterkonzert zu hören, am Donnerstag, 16.11.2017 ab 20 Uhr im Saalbau. Zu Gast sind die Lautten Compagney Berlin und der Cembalist Jean Rondeau, gespielt werden außerdem Werke von Vater Johann Sebastian und den beiden Söhnen Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel Bach.

Carl Philipp Emanuel Bach (Foto: TAMIS)


Das "Starke Stück" im Klassiker

Samstags um 10.20 Uhr in SR 2-Der Vormittag
(Wh. sonntags gegen 16.20 Uhr in SR 2-Canapé)

Der "Klassiker" ist ein besonderes Musikstück oder ein längerer Auszug aus einem bedeutenden Werk der Musikgeschichte – von Johann Sebastian Bach bis Igor Strawinsky.

An jedem Samstag übernehmen wir ein "Starkes Stück" von BR Klassik für diesen "Klassiker". Diese ausgewählten Werke werden in Zusammenarbeit und in Gesprächen mit großen Interpreten der Klassik vorgestellt, ergänzt durch zahlreiche Informationen und Anekdoten.

Das "Starke Stück" wird jeden Samstag zeitnah in der SR-Mediathek bereitgestellt - und zwar für sieben Tage.

Kontakt: sr2@sr-online.de

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