Der Block, Jérôme Leroy (Foto: Buchverlag)

Jérôme Leroy: "Der Block"

Im Gespräch mit dem Autor, vorgestellt von Tilla Fuchs

Moderation: Ralph Schock  

Sendung: Mittwoch 03.05.2017 19.15 bis 20.00 Uhr

Die Aufstände in den französischen Vorstädten greifen aufs ganze Land über, es gibt Tote, deren stetig steigende Zahl im Fernsehen in einem roten Kästchen am Bildrand eingeblendet wird. Die Regierung schaut machtlos zu und ist bereit, mit dem rechtsextremen Bloc Patriotique um Ministerposten zu verhandeln. Diese dystopische Vision unseres Nachbarlandes entstammt dem Debütroman von Jérôme Leroy, „Der Block“, der jetzt in deutscher Übersetzung erschienen ist.

Ein Krimi, der sich liest wie ein Schlüsselroman zur aktuellen politischen Situation in Frankreich: Im Mittelpunkt stehen Agnès Dorgelles, zweifelsfrei Marine Le Pen nachempfunden, ihr Mann Antoine Maynard, der zu den Ideologen und Strategen des Bloc Patriotique - einer Art Front National - zählt und sein Freund Stanko, der schlagkräftige Chef einer geheimen paramilitärischen Gruppe des Blocs. Die Romanhandlung spielt verdichtet in einer einzigen Nacht, in der sich Agnès Dorgelles‘ Machtträume erfüllen, Antoine Maynard sich vor einem Godard Film betrinkt und Stanko von den eigenen Leuten liquidiert werden soll, weil seine Vergangenheit dem Saubermannimage schadet, das der Bloc Patriotique für eine Regierungsbeteiligung braucht. Ein erschreckend aktueller Roman und ein packender Krimi.

Jérôme Leroy wurde 1964 in Rouen geboren. Er hat als Französischlehrer in Nordfrankreich gearbeitet, wo der Front National besonders stark ist, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. „Der Block“, 2011 in Frankreich erschienen, ist sein Debütroman. Seither sind „L’Ange gardien“ (2014) und „Jugan“ (2015) erschienen.

Jérôme Leroy:
"Der Block"
Aus dem Französischen von Cornelia Wend
Edition Nautilus, 19,90 Euro

Interview mit Jérôme Leroy
„Jeder könnte die extrem Rechten gewählt haben“
Sein Krimi "Der Block" liest sich wie ein Schlüsselroman zur aktuellen politischen Situation in Frankreich. Der französische Autor und Journalist Jérôme Leroy beschreibt darin den Aufstieg und die Machtergreifung einer rechtsextremen Partei, die dem Front National sehr ähnelt. Auch in der Realität engagiert er sich gegen den Front National und warnt seit Jahren vor dem Aufstieg der Rechtsextremen in Frankreich. Im Interview mit Tilla Fuchs hat er über seinen Roman, die zunehmende Beliebtheit des Front National und die aktuellen Wahlen in Frankreich gesprochen.

Weitere Themen der Sendung:

folgen in Kürze


BücherLese

Mittwoch, 19.15 bis 20.00 Uhr

In der "BücherLese" sind Leseproben und Rezensionen von neuerschienenen belletristischen Büchern zu hören, die von kompetenten Kritikern vorgestellt werden. Daneben kommen regionale Autoren mit ihren Werken zu Wort. Und es werden Bücher über Themen aus der Region vorgestellt.

Alle zwei Wochen empfehlen wir in der Sendung ein neues Hörbuch. Und eingestreut werden auch immer wieder unterschiedliche feuilletonistische Beiträge, etwa akustische "Ansichtskarten", die Autoren von ihren Reisen an die Hörer schicken.


Redaktion

Dr. Ralph Schock (Belletristik)
Telefon: 0681 / 602-2173
E-Mail: rschock@sr-online.de

Saarländischer Rundfunk
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66100 Saarbrücken

E-Mail an die Redaktion: buecherlese@sr-online.de

Wenn Sie eine Autorenlesung (Sachbuch/Belletristik) im Sendegebiet von SR 2 KulturRadio veranstalten, informieren Sie uns darüber bitte per E-Mail. Soweit es der programmliche Rahmen erlaubt, werden wir die Hörer der BücherLese gerne auf die Veranstaltung hinweisen.

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