Der saarländische Schriftsteller Ludwig Harig (Foto: picture alliance / dpa / Werner Baum)

Von den Exkursionen eines Luftkutschers - Ludwig Harig zum 90. Geburtstag

Ein Porträt von Tilla Fuchs

Moderation: Ralph Schock  

Sendung: Mittwoch 12.07.2017 19.15 bis 20.00 Uhr

Ludwig Harig hat Romane veröffentlicht, experimentelle Gedichte und Erzählungen, Essays und Hörspieltexte. Er hat sprachspielerische Experimente angestellt und Zeitgeschichte in klassischer Romanform persönlich aufgearbeitet: Ein umfangreiches und heterogenes Werk, ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen, darunter dem Kunstpreis des Saarlandes, dem Heinrich Böll Preis und dem Friedrich Hölderlin Preis. Zuletzt folgte die Kanonisierung: sein autobiographischer Roman "Weh dem, der aus der Reihe tanzt", der sich mit der Verführbarkeit der Jugend in der Nazizeit auseinandersetzt, ist nun Abiturstoff im Saarland. 

Angefangen zu schreiben hat der ausgebildete Grundschullehrer Ludwig Harig in den 50er Jahren, inspiriert von der experimentellen französischen Literatur und Lyrik der damaligen Zeit. Bald folgten auch Hörspiele und Übersetzungen aus dem Französischen. Ab 1970 ließ sich Harig vom Schuldienst beurlauben, um sich ganz dem Schreiben zu widmen. Der Durchbruch kam mit seiner autobiographisch gefärbten Romantrilogie, deren erster Band 1986 erschien: "Ordnung ist das ganze Leben". Es folgten: "Weh dem, der aus der Reihe tanzt" (1990) und "Wer mit den Wölfen heult, wird Wolf" (1996).

In den letzten Jahren ist es stiller geworden um den berühmten Saarländer. In der Öffentlichkeit tritt Ludwig Harig nicht mehr auf, seine letzte Romanpublikation, "Kalahari", liegt jetzt 10 Jahre zurück. Der Träumer, der "Luftkutscher" lebt sehr zurückgezogen in Sulzbach an der Saar, wo er 1927 auch geboren wurde. Am 18. Juli wird er 90 Jahre alt.


Ludwig Harig - Ein Porträt eines großen saarländischen Schriftstellers
Audio [SR 2, Tilla Fuchs, 12.07.2017, Länge: 04:11 Min.]
Ludwig Harig - Ein Porträt eines großen saarländischen Schriftstellers


Weitere Themen der Sendung:

  • Martin Graff: Porträt des Verlegers Lojze Wieser anlässlich des 30-jährigen Verlagsjubiläums
  • Peter Härtling zu Ottilie Wildermuths Briefwechsel mit ihrem Sohn Hermann: „Ach, die Poesie im Leben…“ (Neske-Verlag 1979; nur noch antiquarisch erhältlich)
  • HörbuchTipp: Erhard Schmied zu Ingo Schulze: "Die Abflussrohre spuckten ihre Eisblöcke wie abgelutschte Bonbons auf den Gehsteig", 1 CD, Ensemble modern Medien / Edel Kultur, 13,00 Euro

Musik: Accordion Affairs: "Elle"

Redaktionelle Änderungen vorbehalten!


BücherLese

Mittwoch, 19.15 bis 20.00 Uhr

In der "BücherLese" sind Leseproben und Rezensionen von neuerschienenen belletristischen Büchern zu hören, die von kompetenten Kritikern vorgestellt werden. Daneben kommen regionale Autoren mit ihren Werken zu Wort. Und es werden Bücher über Themen aus der Region vorgestellt.

Alle zwei Wochen empfehlen wir in der Sendung ein neues Hörbuch. Und eingestreut werden auch immer wieder unterschiedliche feuilletonistische Beiträge, etwa akustische "Ansichtskarten", die Autoren von ihren Reisen an die Hörer schicken.


Redaktion

Dr. Ralph Schock (Belletristik)
Telefon: 0681 / 602-2173
E-Mail: rschock@sr-online.de

Saarländischer Rundfunk
SR 2 KulturRadio
Funkhaus Halberg
66100 Saarbrücken

E-Mail an die Redaktion: buecherlese@sr-online.de

Wenn Sie eine Autorenlesung (Sachbuch/Belletristik) im Sendegebiet von SR 2 KulturRadio veranstalten, informieren Sie uns darüber bitte per E-Mail. Soweit es der programmliche Rahmen erlaubt, werden wir die Hörer der BücherLese gerne auf die Veranstaltung hinweisen.

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